E-Auto-Ladetarife vergleichen: Anbieter, Preise und Sparpotenziale
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Das Wichtigste in Kürze
Was ist ein Ladetarif – und brauchen Sie überhaupt einen?
Ein Ladetarif ist ein Vertrag mit einem Ladestromanbieter, auch E-Mobility Provider (EMP) genannt. Er verschafft Ihnen per Ladekarte, Chip oder App Zugang zu öffentlichen Ladesäulen und rechnet alle Ladevorgänge gesammelt ab. Die Säule selbst gehört dem Ladesäulenbetreiber (Charge Point Operator, CPO).
Im Wesentlichen gibt es zwei Anbietertypen:
Dazu kommen Mischmodelle, bei denen ein Konzern eigene Stationen betreibt und gleichzeitig fremde Netze einbindet.
Wichtig:
Zwingend nötig ist ein Vertrag nicht, denn an fast jeder Säule können Sie spontan per Kreditkarte oder QR-Code zahlen. Das ist jedoch die mit Abstand teuerste Variante.

Zu Hause, unterwegs, im Ausland: Wo laden Sie eigentlich?
Bevor Sie Tarife vergleichen, lohnt sich ein ehrlicher Blick auf Ihr Ladeverhalten:
Tipp:
Prüfen Sie vor der Urlaubsfahrt, in welchen Ländern Ihr Anbieter Roaming unterstützt und wie dort an den Ladestationen bezahlt wird. Mancherorts funktioniert nur die physische Karte, anderswo genügt die App.
(Einfach) Zuhause laden: Die Schlüsselkomponente für Komfort und Kostenersparnis
Wer die Möglichkeit hat, sein E-Auto zuhause an der eigenen Wallbox zu laden, sollte diesen Vorteil nicht nur technisch, sondern vor allem auch finanziell nutzen. Denn während Sie unterwegs bekanntlich nur selten unter 50 Cent pro Kilowattstunde zahlen, liegen die Kosten für Haushaltsstrom aktuell bei durchschnittlich 24 bis 31 Cent pro kWh – und bei einem speziellen Autostromtarif oft sogar noch darunter.
Bis zu
pro Monat sparen
Bei 1.000 km monatlicher Fahrleistung und
18 kWh/100 km Verbrauch.
Der passende Autostromtarif macht den Unterschied
Solche Tarife sind eigens für das E-Auto konzipiert und bieten meist einen festen und besonders günstigen Arbeitspreis (teils mit separatem Zähler oder auch als Zweitvertrag), der in der Regel über 24 Monate stabil bleibt.
Welche Unterschiede gibt es zwischen AC- und DC-Ladetarifen?
Fast jeder Tarif unterscheidet zwei Ladearten. Der Grund liegt in der Technik: Beim AC-Laden wandelt das Bordladegerät im Auto den Wechselstrom um, beim DC-Laden übernimmt das die Ladesäule selbst – mit entsprechend teurer Leistungselektronik.
| Merkmal | AC-Laden (Normalladen) | DC-Laden (Schnellladen) |
| Ladeleistung | Bis 22 kW (Typ-2-Stecker) | 50–350 kW (meist CCS) |
| Typischer Ort | Laterne, Parkhaus, Supermarkt, Arbeitgeber | Autobahnraststätte, Schnellladepark |
| Dauer | Mehrere Stunden | 20–30 Minuten auf 80 % |
| Preis pro kWh | Günstiger | Meist 0,10–0,20 € teurer |
Die Faustregel lautet: Wer viel Langstrecke fährt, braucht einen guten DC-Preis. Wer als Laternenparker in der Stadt lädt, sollte auf den AC-Preis schauen. Reine Schnelllade-Anbieter wie IONITY führen gar keinen AC-Preis.
Warum gibt es so unterschiedliche Preise und welche Zusatzgebühren drohen?
Ein Ladetarif hat, anders als ein Haushaltsstromtarif, nicht nur einen Preis, sondern setzt sich aus bis zu sechs Preisbestandteilen zusammen. Genau dadurch entstehen die Unterschiede:
| Bestandteil | Was dahintersteckt | Typische Größenordnung |
| Grundgebühr | Monatlicher Fixbetrag, senkt den kWh-Preis | 0–15 €/Monat |
| Eigennetz-Preis | Laden an Säulen des eigenen Anbieters | Günstigster Preis, fest kalkulierbar |
| Roaming-Preis | Laden an fremden Säulen | Oft deutlich höher, teils als Spanne |
| Startgebühr | Fällt pro Ladevorgang an | 0,35–1,00 € |
| Blockiergebühr | Für zu langes Stehen nach Ladeende | 0,10–0,15 €/Minute nach Karenzzeit |
| Preismodell | Festpreis, Preisspanne, Mindestpreis oder dynamisch | Je nach Anbieter |
Achtung:
Startgebühren treffen vor allem diejenigen, die häufig kleine Mengen nachladen. Wer zehnmal 15 kWh lädt, zahlt sie zehnmal – wer dreimal 50 kWh lädt, nur dreimal.
Neu auf dem Markt sind dynamische Ladepreise: Shell Recharge orientiert sich seit Juni 2025 an mehr als 1.600 Ladepunkten am Börsenstrompreis, zum Start lag die Differenz bei maximal 6 ct/kWh. Enercity testet in Hannover ein „Flex-Laden“ mit stündlich wechselnden Tarifen und einer Obergrenze von 67 ct/kWh.

Kann man ohne Ladekarte laden? Was ist Ad-hoc-Laden?
Ja, das geht: Beim Ad-hoc-Laden starten Sie den Ladevorgang ohne Vertrag und ohne Registrierung – per Kreditkarte, Debitkarte, Apple Pay oder QR-Code. Als Notlösung praktisch, als Dauerlösung teuer.
Das belegt eine ADAC-Stichprobe an Autobahnen: Den höchsten Ad-hoc-Preis rief EnBW mit 87 ct/kWh auf – gegenüber 59 ct/kWh mit Vertrag. Am günstigsten waren Citywatt und EAM mit je 64 ct/kWh. Dass die Preisgestaltung als undurchsichtig empfunden wird, ist nicht bloß ein subjektiver Eindruck: In einer ADAC-Umfrage forderten 96 % der Befragten, Ladepreise müssten wie an der Zapfsäule vorab klar angezeigt werden.
Tipp: Legen Sie sich trotzdem eine grundgebührfreie Karte als Backup ins Handschuhfach. Ohne Nutzung kostet sie nichts, rettet Sie aber, wenn die App streikt.
Was ist der Roaming-Preis bei Ladetarifen?
Das Prinzip gleicht dem Handy-Roaming: Sie laden an fremden Säulen mit Ihrer gewohnten Karte und zahlen bequem über Ihren Anbieter. Dieser Service kostet allerdings oft extra.
Ein Beispiel: Mit einer EnBW-Karte zahlen Sie an EnBW-Säulen den Eigennetzpreis, an einer Stadtwerke-Säule den Roaming-Preis. Dieser bewegt sich beim DC-Laden je nach Standort und Betreiber zwischen 59 und 89 ct/kWh. Für eine Urlaubsetappe rechnet EnBW vor: 40 kWh zu rund 70 ct/kWh kosten etwa 28 €. Das reicht bei vielen Autos für 200 bis 250 km.
Die gute Nachricht: Ihren Roaming-Anteil können Sie aktiv steuern. Wenn Sie auf einen Anbieter setzen, der entlang Ihrer alltäglichen Routen gut aufgestellt ist, laden Sie größtenteils im günstigen Eigennetz. Ein Blick auf die Ladesäulenkarte vor Vertragsabschluss lohnt sich oft mehr als der reine Tarifvergleich.
Ladetarif ohne Grundgebühr – ja oder nein?
Das entscheidet allein Ihre Lademenge. Ein Beispiel: Tarif A liegt bei 0,52 €/kWh ohne Grundgebühr, Tarif B kostet 0,46 €/kWh plus 5,99 € im Monat. Der Break-even liegt bei rund 100 kWh pro Monat. Darunter fahren Sie mit Tarif A besser, darüber mit Tarif B.
| Ladetyp | Öffentlich geladen | Empfehlung |
| Zuhause-Lader mit Wallbox | Ca. 50 kWh/Monat | Tarif ohne Grundgebühr |
| Familien-Urlauber | Ca. 30 kWh/Monat | Tarif ohne Grundgebühr, guter DC-Roaming-Preis |
| Wochenend-Ausflügler | Ca. 100 kWh/Monat | Grenzfall, beide Modelle durchrechnen |
| Stadtpendler ohne Wallbox | Ca. 200 kWh/Monat | Grundgebühr-Tarif mit niedrigem AC-Preis |
| Langstrecken-Vielfahrer | Ca. 350 kWh/Monat | Abo-Tarif mit niedrigem DC-Preis |
Ladekarten im Vergleich: Wie unterscheiden sich die Anbieter?
Derzeit gibt es rund 46 Tarife von 18 Anbietern auf dem Markt. Die Spanne reicht von klassischen Energieversorgern über reine Schnellladenetze bis hin zu Herstellern wie Audi, BMW oder Porsche. Drei Beispiele zeigen die Bandbreite:
| Tarif | Grundgebühr | Preis pro kWh |
| Elli Drive Highway | 14,99 €/Monat | AC 0,54 € · DC 0,73 € · 0,50 € im Partnernetz (u. a. IONITY, Aral pulse) |
| IONITY Passport Power | 11,99 €/Monat | 0,39 € (nur HPC an IONITY-Säulen) |
| IONITY Direct | Keine | 0,69 € (nur HPC an IONITY-Säulen) |
Achtung:
Sogenannte Vorteilstarife sind an Bedingungen geknüpft. Der ADAC-e-Charge-Tarif etwa ist ADAC-Mitgliedern vorbehalten, die dafür keine Grundgebühr zahlen. Tesla verlangt für die Supercharging-Mitgliedschaft 9,99 € im Monat, wobei die Strompreise je nach Standort und Tageszeit variieren. Da sich Tarife häufig ändern, lohnt sich vor dem Abschluss ein Blick auf die jeweilige Anbieterseite.
In fünf Schritten zum passenden Ladetarif
Schritt 1
Lademenge bestimmen.
Wie viele kWh laden Sie monatlich wirklich öffentlich? Diese Zahl entscheidet darüber, ob sich ein Tarif mit Grundgebühr für Sie lohnt.
Schritt 2
AC-/DC-Verhältnis abschätzen.
Laden Sie eher in der Stadt (AC) oder an der Autobahn (DC)? Davon hängt ab, welcher kWh-Preis für Sie entscheidend ist.
Schritt 3
Umgebung prüfen.
Welcher Betreiber ist entlang Ihrer Strecken am häufigsten vertreten? Dessen Tarif senkt Ihren Roaming-Anteil.
Schritt 4
Gesamtkosten vergleichen, nicht nur kWh-Preise.
Beziehen Sie Grundgebühren, Startgebühren und Roaming-Aufschläge stets mit ein. Erst dieser effektive Gesamtpreis pro kWh macht Tarife wirklich vergleichbar.
Schritt 5
Kündigungsfristen beachten.
Viele Tarife sind monatlich kündbar, was Ihnen maximale Flexibilität bietet. Oft lohnt es sich zudem, zwei Tarife zu kombinieren, um je nach Säule den besten Preis zu sichern.
Fazit: Erst rechnen, dann wechseln
Den universell günstigsten Ladetarif gibt es nicht, sondern nur den passenden für Ihr Fahrprofil. Wer monatlich für einen Abo-Tarif zahlt, aber überwiegend zu Hause lädt, verschenkt Geld. Wer umgekehrt ohne Grundgebühr regelmäßig an der Autobahn den Schnelllader nutzt, zahlt bei jedem Stopp drauf.
Der größte Hebel liegt oft gar nicht unterwegs: Wenn Sie überwiegend an der eigenen Wallbox laden, bestimmt Ihr Haushaltsstromtarif die Kilometerkosten. Zwischen Grundversorgung und günstigem Neukundentarif liegen derzeit mehr als 15 ct/kWh. Ein Stromvergleich macht sich daher auf jedem Kilometer bezahlt.
Häufige Fragen zum Thema Ladetarife
Was ist der günstigste Ladetarif für unterwegs?
Den einen günstigsten Tarif gibt es nicht – entscheidend ist Ihre monatliche Lademenge. Für Gelegenheitslader sind Tarife ohne Grundgebühr meist am günstigsten, Vielfahrer profitieren von Abo-Tarifen mit niedrigem kWh-Preis. Prüfen Sie zusätzlich lokale Angebote: Stadtwerke und regionale Energieversorger bieten oft eine eigene Ladeinfrastruktur mit attraktiven Preisen für Kunden aus der Region.
Gibt es eine Übersicht über die besten Ladetarife für Elektroautos?
Ja, mehrere Vergleichsportale listen aktuell rund 46 Tarife von 18 Anbietern. Reine Preislisten helfen jedoch wenig, weil günstige Preise fast immer nur im Eigennetz gelten. Nutzen Sie deshalb Rechner, die Grundgebühr, Roaming-Anteil und Zusatzgebühren einbeziehen. Prüfen Sie die Angaben vor Vertragsabschluss am besten noch einmal direkt beim Anbieter.
Wie viele Ladekarten brauche ich?
Für die meisten Fahrer reicht eine Karte mit gutem Roaming-Netz. Wer regelmäßig auf der Autobahn beim selben Anbieter lädt, spart mit einer Zweitkarte oft spürbar. Eine Backup-Karte ohne Grundgebühr verursacht keine Fixkosten, rettet Sie aber, falls die App streikt.
Was kostet ein Ladestopp unterwegs ungefähr?
Als Orientierung: 40 kWh zu 70 ct/kWh kosten 28 €. Das reicht bei vielen E-Autos für 200 bis 250 km. An AC-Säulen oder mit Vertragstarif liegen Sie deutlich darunter, beim Ad-hoc-Laden an der Autobahn dagegen schnell darüber.
Kann ich mit meiner Ladekarte auch im Ausland laden?
Ja, in der Regel ist das über Roaming-Partner problemlos möglich. Das EnBW HyperNetz umfasst beispielsweise über 900.000 Ladepunkte in 17 europäischen Ländern. Die Preise im Ausland weichen jedoch häufig vom Inlandstarif ab und die Netzabdeckung unterscheidet sich je nach Anbieter. Werfen Sie vor der Fahrt am besten einen Blick in die App.
Was sind Blockiergebühren und wie vermeide ich sie?
Blockiergebühren fallen an, wenn Ihr Elektroauto die Ladesäule zu lange belegt. Üblich sind 0,10 bis 0,15 € pro Minute nach einer Karenzzeit von meist drei bis vier Stunden, oft gedeckelt auf einen Maximalbetrag. Am einfachsten vermeiden Sie diese Kosten über Push-Mitteilungen der App, die Sie an das Ende des Ladevorgangs erinnert.
Was bedeutet Plug & Charge?
Bei Plug & Charge erkennt die Ladesäule Ihr Fahrzeug beim Einstecken automatisch. Sie brauchen weder eine Karte noch eine App. Die Abrechnung läuft anschließend über Ihren hinterlegten Tarif. Diese Funktion ist jedoch noch nicht bei allen Anbietern und Fahrzeugen verfügbar. Manche Betreiber bieten mit „AutoCharge“ eine ähnliche Lösung an.
Wird nach Kilowattstunden oder nach Zeit abgerechnet?
Grundsätzlich nach Kilowattstunden: Das Eichrecht verlangt eichkonforme Zähler in öffentlichen Ladesäulen, damit exakt nach verbrauchter Energie abgerechnet wird. Eigentlich ist eine reine Zeit- oder Pauschalabrechnung in Deutschland nicht mehr zulässig. Übergangsweise wird sie jedoch weiterhin geduldet, weil der Einbau eichkonformer Zähler vor allem an Schnellladesäulen noch nicht abgeschlossen ist.
