Kosten, Ertrag und Technik eines Balkonkraftwerks im Überblick

Kosten, Ertrag und Technik eines Balkonkraftwerks im Überblick

Balkonkraftwerk: Das Wichtigste in Kürze

Grüner PfeilBalkonkraftwerke dürfen eine Einspeiseleistung von maximal 800 W haben.
Grüner PfeilDie Leistung der Solarmodule ist auf 2.000 Wp beschränkt.
Grüner PfeilDie Anlage amortisiert sich bereits nach 2 bis 6 Jahren.
Grüner PfeilEs genügt eine einfache Anmeldung im Marktstammdatenregister.

Was ist ein Balkonkraftwerk?

Balkonkraftwerke, auch Stecker-Solargeräte genannt, sind kleine Solarsysteme, die bequem auf Balkonen oder Terrassen installiert werden können. Sie sind eine kompakte und günstige Lösung für alle, die selbst Ökostrom erzeugen wollen und nicht genug Platz für eine Photovoltaik-Anlage haben.

Balkonkraftwerke eignen sich für Hausbesitzer, Wohnungseigentümer und Mieter. Sie können auch ergänzend zu einer bestehenden PV-Anlage installiert werden, um die Autarkie weiter zu steigern. Balkonkraftwerke können auch als Inselanlagen zum Beispiel im Garten oder beim Camping genutzt werden.

Balkonkraftwerke sind einfach anzumelden und zu installieren. Der selbst produzierte Strom kann direkt über eine Steckdose in den Haushalt geleitet werden, daher auch der Name Stecker-Solargerät.

Wie funktioniert ein Balkonkraftwerk?

Ein Balkonkraftwerk wandelt Sonnenlicht in elektrische Energie um. Dafür benötigt es drei Komponenten:

blauer Pfeilein bis zwei Solarmodule,
blauer Pfeileinen Wechselrichter und
blauer Pfeilein Anschlusskabel mit Schuko-Stecker oder eine Wieland-Steckdose.

Die Solarmodule eines Balkonkraftwerks funktionieren genauso wie die einer PV-Anlage. Wenn Sonnenlicht auf die Solarmodule trifft, entsteht der sogenannte photoelektrische Effekt.

Solarzellen bestehen aus dem Halbleitermaterial Silizium. Trifft Sonnenlicht auf die Oberfläche des Moduls, werden Elektronen freigesetzt. Diese freigewordenen Elektronen wandern vom Minuspol zum Pluspol und erzeugen so elektrischen Gleichstrom.

Der Wechselrichter wandelt die Sonnenenergie in Wechselstrom um, der dann im Haushalt genutzt werden kann.

Wie viel Strom liefert ein Balkonkraftwerk?

Wie viel Solarstrom Sie mit einem Balkonkraftwerk beziehen können, hängt von einigen Faktoren ab:

blauer PfeilLeistung
blauer PfeilStandort
blauer PfeilAusrichtung
blauer PfeilNeigungswinkel
blauer PfeilSonneneinstrahlung
blauer PfeilWetter
blauer PfeilJahreszeit

All diese Variablen machen es schwer, genau zu berechnen, wie viel Solarstrom ein Balkonkraftwerk erzeugen kann. Ausschlaggebend ist außerdem die Leistung der verbauten Solarmodule. 

Stromertrag verschiedener Solarmodule im Durchschnitt:

blauer Pfeil600-W-Anlage: 600–700 kWh/Jahr
blauer Pfeil800-W-Anlage: 700–850 kWh/Jahr
blauer Pfeil2.000-W-Anlage: ca. 1.700–2.000 kWh/Jahr 

Die Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin (HTW) hat einen Stecker-Solar-Simulator entwickelt, mit dem Sie berechnen können, wie viel Strom und Geld Sie mit einem Balkonkraftwerk an Ihrem Aufstellungsort einsparen könnten.

Aktuelle Rechtslage: Wie viel Watt darf ein Balkonkraftwerk haben?

Es gibt zwei gesetzliche Grenzen für die Leistung von Balkonkraftwerken:

blauer PfeilDer Wechselrichter darf maximal 800 W haben. 
blauer PfeilDie angeschlossenen Solarmodule dürfen maximal 2.000 Wp leisten.

Der Wechselrichter stellt sicher, dass die Einspeiseleistung – also der Strom, der über den Stecker in Ihr Hausnetz fließt – auf 800 W begrenzt ist. Die Leistung einer 2.000-Wp-Anlage wird gedrosselt.

Diese Überdimensionierung erscheint auf den ersten Blick unlogisch. In der Praxis bietet sie jedoch einige Vorteile: 

blauer PfeilIn Deutschland erreichen Solarmodule im Jahresdurchschnitt oft nur bis zu 60 % ihrer möglichen Leistung. Mit einem größer dimensionierten Balkonkraftwerk ist es wahrscheinlicher, dass sie die Grenze von 800 W tatsächlich erreichen. 
blauer PfeilWährend kleinere Balkonkraftwerke die 800-W-Marke meist nur in den Mittagsstunden erreichen, schafft eine leistungsstarke Anlage dies sowohl am Vormittag als auch am Nachmittag.
blauer PfeilEine 2.000-Wp-Anlage liefert auch unter schlechten Bedingungen – zum Beispiel an bewölkten Tagen – genug Strom, um die Grundlast zu decken. 
blauer PfeilSollten in Zukunft Wechselrichter mit mehr Watt zugelassen sein, kann das Balkonkraftwerk entsprechend nachgerüstet werden.

Balkonkraftwerk mit oder ohne Speicher?

Ein Speicher lohnt sich vor allem dann, wenn Sie ein besonders leistungsstarkes Balkonkraftwerk installiert haben. Produziert die Anlage mehr als die maximalen 800 W, geht der Überertrag verloren. 

Ein Speicher lohnt sich auch, da der meiste Solarstrom tagsüber entsteht, ein großer Teil des Stromverbrauchs jedoch abends anfällt. Ein Speicher ist also in folgenden Fällen sinnvoll:

blauer PfeilSie haben drei oder vier Solarmodule verbaut.
blauer PfeilTagsüber wird mehr Strom produziert, als Sie direkt verbrauchen können.
blauer PfeilSie verbrauchen abends oder nachts mehr Strom. 

Was kostet ein Balkonkraftwerk?

Der Preis für ein Balkonkraftwerk hängt direkt mit der Anzahl der Solarmodule und der Leistung zusammen. In der Regel erhalten Sie ein Komplettset aus Modulen, Wechselrichter und Halterung.

LeistungPreis
Single-Set mit 400 Wab 200 €
Standard-Set mit 800 W250–500 €
Standard-Set mit Speicher600–1.200 €
Maxi-Set bis 2.000 W mit Speicher1.000–1.500 €

Förderungen für Balkonkraftwerke

Aktuell gibt es keine bundesweiten Förderungen für Balkonkraftwerke – allerdings entfällt seit 2023 die Mehrwertsteuer beim Kauf eines Balkonkraftwerks. Einige Landkreise und Städte bieten jedoch weiterhin regionale Förderprogramme an. Dabei kann es sich um einen Pauschalbetrag handeln oder einen Zuschuss, der sich an den Anschaffungskosten und der Leistung des Balkonkraftwerks orientiert. Für genaue Informationen zu möglichen Förderungen informieren Sie sich am besten direkt bei Ihrer Gemeinde.

Wann lohnt sich ein Balkonkraftwerk?

Balkonkraftwerke lohnen sich immer dann, wenn Sie den selbst erzeugten Strom direkt selbst verbrauchen oder zwischenspeichern können. Sie eignen sich vor allem dafür, die Grundlast abzudecken.

Die Grundlast bezeichnet den Stromverbrauch aller Geräte, die ständig laufen – wie zum Beispiel Ihr Kühlschrank oder ein Router. Notieren Sie den Zählerstand am Abend, wenn alle zusätzlichen Geräte ausgeschaltet sind, und am nächsten Morgen. Teilen Sie die Differenz durch die Anzahl der Stunden: Das ist Ihre Grundlast.

Ob sich ein Balkonkraftwerk für Ihren Haushalt lohnt, ist immer individuell: Notieren Sie sich Ihren Jahresstromverbrauch und prüfen Sie, was für ein Balkonkraftwerk für Sie infrage kommt.

Ein Beispiel:

blauer PfeilBalkonkraftwerk: 800 Wp
blauer PfeilJahresertrag: 700–850 kWh
blauer PfeilStromverbrauch eines Zwei-Personen-Haushalts: 2.000–2.700 kWh
blauer PfeilAktueller Strompreis: 28 ct/kWh
blauer PfeilJährliche Ersparnis: 196–238 €

Wann amortisiert sich ein Balkonkraftwerk?

Balkonkraftwerke amortisieren sich in der Regel innerhalb von zwei bis sechs Jahren. Durch die sinkenden Anschaffungskosten und die hohen Strompreise rechnet sich die Anschaffung einer kleinen Solaranlage in immer kürzerer Zeit. Hinzu kommt, dass die Solarmodule eine Lebensdauer von über 20 Jahren haben, was sie zu einer rentablen Investition macht.

Stromkosten senken dank Stromvergleich

Ein Balkonkraftwerk ist eine gute Investition, um langfristig die Grundlast des eigenen Haushalts abzudecken. Um die Stromkosten weiter zu senken, lohnt es sich jedoch, jedes Jahr den Stromanbieter zu wechseln. Besonders einfach geht das mit dem Stromvergleichsrechner von Stromvergleich.de: Einfach Verbrauchsdaten angeben, die günstigsten Angebote vergleichen und in wenigen Minuten wechseln.

Wie wird ein Balkonkraftwerk angeschlossen?

Der Strom aus dem Balkonkraftwerk wird über einen Stecker in das Hausnetz eingespeist. Der Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik e. V. (VDE) empfiehlt, eine sogenannte Wieland-Steckdose zu installieren. Diese verfügt über einen zusätzlichen Sicherheitsmechanismus und muss von einer Elektrofachkraft installiert werden. Ein Wieland-Stecker kann anschließend nicht einfach gezogen werden, er muss mit einem Schraubenzieher entfernt werden.

Das Balkonkraftwerk kann jedoch auch über einen Schuko-Stecker ans Hausnetz angeschlossen werden. Hierbei handelt es sich um den Standardstecker für Elektrogeräte. Die in Deutschland verkauften Balkonkraftwerke besitzen in der Regel einen Wechselrichter mit zusätzlichem Netz- und Anlagenschutz. Das bedeutet, dass keine Spannung mehr am Balkonkraftwerk anliegt, sobald der Stecker gezogen wird. Schuko-Stecker sind also nicht zwangsläufig unsicherer als ein Wieland-Stecker.

Welchen Stromzähler braucht man für ein Balkonkraftwerk?

Für die Installation eines Balkonkraftwerks benötigen Sie keinen zusätzlichen Stromzähler. Ein Problem stellen jedoch ältere Stromzähler, sogenannte Ferraris-Zähler, dar. Diese können bei der Einspeisung von Solarstrom rückwärtslaufen.

Wird der Solarstrom durch alte Stromzähler ins Hausnetz eingespeist, laufen diese oft rückwärts. Bei der Anmeldung im MaStR informiert die Bundesnetzagentur den Netzbetreiber automatisch über den notwendigen Einbau eines neuen Stromzählers mit Rücklaufsperre. Bis der Wechsel auf eine moderne Messeinrichtung (digitaler Zweirichtungszähler oder Smart Meter) durchgeführt ist, dürfen Haushalte ihre Balkonkraftwerke vorübergehend mit alten Ferraris-Zählern betreiben.

Der Messstellenbetreiber ist für den Austausch eines Ferraris-Zählers zuständig. Er hat bis zu vier Monate Zeit, um ein Smart Meter zu installieren. Der Austausch des Zählers ist für Sie kostenlos, für einen neuen digitalen Zähler fallen jedoch Betriebskosten von maximal 20 € pro Jahr an.

Balkonkraftwerk anmelden: Schritt für Schritt

Sie sind dazu verpflichtet, Ihr Balkonkraftwerk im Marktstammdatenregister (MaStR) der Bundesnetzagentur anzumelden. Das MaStR ist ein behördliches Register für stromerzeugende Anlagen. Die Anmeldung muss innerhalb eines Monats nach der Inbetriebnahme des Balkonkraftwerks erfolgen – ansonsten droht eine Strafe mit einem Bußgeld von bis zu 50.000 €. Eine zusätzliche Anmeldung beim Netzbetreiber ist seit April 2024 nicht mehr nötig.

Balkonkraftwerk in 5 Schritten anmelden:

Benutzerkonto anlegen:
Gehen Sie auf die offizielle Website des Marktstammdatenregisters unter www.marktstammdatenregister.de/MaStR und legen Sie ein Benutzerkonto an. Oben rechts in der Navigation finden Sie den Button „Registrieren“. Geben Sie Ihren vollständigen Namen, Ihre E-Mail-Adresse und Ihr Geburtsdatum an. Anschließend erhalten Sie eine Mail, um Ihr Benutzerkonto zu bestätigen.
Als Marktakteur „Anlagenbetreiber“ registrieren:
Haben Sie Ihr Benutzerkonto aktiviert, können Sie sich als Anlagenbetreiber registrieren. Hier müssen Sie Ihre Stammdaten eingeben. Dazu gehört Ihr Name, Ihr Geburtsdatum, Ihre E-Mail-Adresse und Ihre Anschrift.
Balkonkraftwerk Registrierung starten:
Auf der Startseite des MaStR finden Sie direkt die Option „Registrierung einer Anlage“. Wählen Sie diese aus und klicken Sie anschließend auf „Solaranlage“ und „Steckerfertige Solaranlage“. Um Ihr Balkonkraftwerk zu registrieren, müssen Sie einige Daten angeben:
– Datum der Inbetriebnahme
– Anzahl der Module
– Gesamtleistung der Module
– Wechselrichterleistung
– Zählernummer
Optional Stromspeicher anmelden:
Wenn Sie einen Batteriespeicher besitzen, müssen Sie diesen ebenfalls angeben. Eine Option dazu finden Sie am Ende des Registrierungsformulars. Anschließend müssen Sie die nutzbare Speicherkapazität angeben.
Registrierungsbestätigung speichern: 
Sie haben Ihr Balkonkraftwerk erfolgreich angemeldet und erhalten eine Bestätigung mit Ihrer MaStR-Nummer. Diese sollten Sie für zukünftige Nachfragen an einem sicheren Ort speichern.

Was ist die ZEREZ-ID?

Die ZEREZ-ID ist eine Kennung, die jedes zertifizierte Gerät im Zentralen Register für Einheiten- und Komponentenzertifikate erhält. Die Zertifikate werden dabei nicht vom Betreiber, sondern von den Herstellern der jeweiligen Komponenten hinterlegt. 

Bei der Anmeldung eines Balkonkraftwerks im Marktstammdatenregister müssen Sie die ZEREZ-ID aktuell nicht angeben. 

Betreiben Sie eine PV-Anlage, müssen Sie die Identifikationsnummer jedoch parat haben. Die ZEREZ-ID Ihrer Komponenten finden Sie am einfachsten über die öffentliche Datenbank auf zerez.net.

Balkonkraftwerk: Rechtliche Situation für Mieter und WEG

Balkonkraftwerke gehören in den sogenannten “Katalog der privilegierten Maßnahmen”. Hier werden spezielle bauliche Veränderungen aufgelistet, die nicht durch Vermieter oder die Wohnungseigentümergemeinschaft (WEG) blockiert werden dürfen. Zulässig ist dies nur, wenn ein triftiger Grund besteht – zum Beispiel, wenn ein Denkmalschutz vorliegt oder Sicherheitsrisiken bestehen.

Dennoch müssen Sie eine schriftliche Genehmigungsanfrage stellen. Diese sollte Ihre persönlichen Daten sowie technische Daten zu Ihrem Balkonkraftwerk enthalten.

Das sollten Sie vor dem Kauf eines Balkonkraftwerks beachten

Bei der Auswahl eines Balkonkraftwerks gibt es neben der gewünschten Leistung weitere Faktoren, die Sie beachten sollten:

Größe und Gewicht

Ein Balkonkraftwerk mit zwei Solarmodulen, einem Wechselrichter und Halterung wiegt zwischen 20 und 40 kg. Möchten Sie die Mini-Solaranlage auf Ihrem Balkon montieren, ist das Gewicht relevant, da Balkone eine begrenzte Tragfähigkeit haben. Sie sollten vorher also genau überprüfen, ob Ihr Standort geeignet ist für das Gewicht des Balkonkraftwerks.

Genauso wichtig sind natürlich die Maße des Geräts: Im Durchschnitt ist ein Solarmodul etwa 1,7 m breit und 1 m hoch. Bei zwei Solarmodulen nimmt das Balkonkraftwerk circa 3,5 m² ein. 

Wahl des Solarmoduls

Sie können zwischen einer Vielzahl verschiedener Modelle wählen, wenn Sie sich für ein Solarmodul für Ihr Balkonkraftwerk entscheiden:

Monokristalline oder polykristalline Solarzellen: Bei einer monokristallinen Solarzelle wird ein einzelner Siliziumkristall gezüchtet und dann in Scheiben geschnitten. Bei einer polykristallinen Solarzelle wird das Silizium hingegen geschmolzen und dann abgekühlt. Diese unterschiedlichen Herstellungsverfahren beeinflussen den Preis und die Leistungsfähigkeit:

blauer PfeilMonokristalline Solarzellen sind teurer, aber die leistungsstärksten am Markt.
blauer PfeilPolykristalline Solarzellen sind günstiger, haben aber eine geringere Leistung. Dafür sind sie etwas langlebiger.

Bifaziale und monofaziale Solarmodule: Monofaziale Solarmodule können das Sonnenlicht nur auf einer Seite einfangen. Bifaziale Module sind hingegen doppelseitig. Sie können die Sonneneinstrahlung maximal ausnutzen und etwa 5 bis 30 % mehr Strom erzeugen. Bifaziale Module sind jedoch teurer und schwerer, was die Montage und Planung des Balkonkraftwerks schwieriger gestaltet. 

CIGS-Module: Bei diesen Solarmodulen handelt es sich um ein spezielles Dünnschichtmodul. Diese Module bestehen nicht aus Silizium, sondern aus dem Halbleiter Kupfer-Indium-Gallium-Diselenid. Der Vorteil des CIGS-Moduls ist, dass es besonders dünn und leicht ist. Es eignet sich daher besser für aufwendige Projekte wie Solarfassaden. Der Wirkungsgrad ist jedoch geringer als der von herkömmlichen Silizium-Solarmodulen. Dafür sind CIGS-Module bei diffusem Licht und im Winter effizienter.

Sicherheit gewährleisten

Im Jahr 2023 warnte die Bundesnetzagentur vor minderwertigen Wechselrichtern, die die europäischen Sicherheitsstandards nicht einhalten. Wenn Sie ein Balkonkraftwerk kaufen, sollten Sie alle Komponenten genau überprüfen. Darauf sollten Sie achten:

blauer PfeilDie maximale Wechselrichterleistung sollte bei 800 W liegen.
blauer PfeilDer Wechselrichter muss die Norm VDE-AR-N 4105:2018-11 erfüllen. Diese regelt den Netz- und Anlagenschutz von Erzeugungsanlagen, die an das Niederspannungsnetz angeschlossen werden.
blauer PfeilAlle Komponenten müssen eine CE-Kennzeichnung besitzen.
blauer PfeilEs sollten alle Sicherheitszertifikate und Garantiedokumente für die Solarmodule und den Wechselrichter vorhanden sein.
blauer PfeilDem Paket sollte eine ausführliche Bedienungs- und Montageanleitung beiliegen.

Bevor Sie sich für ein Balkonkraftwerk entscheiden, ist es ratsam, sich bei vertrauenswürdigen Quellen wie zum Beispiel der Bundesnetzagentur oder der Verbraucherzentrale über den Anbieter zu informieren.

Worauf Sie bei der Installation Ihres Balkonkraftwerks achten müssen

Die Montage einer Mini-PV-Anlage dürfen Sie selbst durchführen, denn sie gelten nicht als Bauprodukte im Sinne der Landesbauordnung.

Sie können die Module an Ihrem Balkongeländer, auf einer Terrasse, an der Wand sowie auf Schräg- und Flachdächern montieren. Idealerweise sollte der Standort nach Süden ausgerichtet und nicht verschattet sein. 

Die Solarmodule sollten einen Winkel von 25 bis 35° zum Horizont haben. Ist dies nicht möglich, können Sie die Module mit einem steileren Neigungswinkel von etwa 70 Grad auch nach Westen oder Osten ausrichten.

Den Wechselrichter sollten Sie möglichst an einem kühlen und trockenen Ort montieren – zum Beispiel an einer schattigen Wand oder unter einem Vordach.

Balkonkraftwerk überwachen

Es gibt zwei gute Gründe, warum Sie die Einspeisung Ihres Balkonkraftwerks überwachen sollten:

blauer PfeilSie können sehen, wie viel Solarstrom das Balkonkraftwerk produziert.
blauer PfeilSie können Fehler und Defekte schneller erkennen und beheben.

Es gibt verschiedene Wege, wie Sie die Stromproduktion Ihres Balkonkraftwerks messen können. Ist es über eine normale Schuko-Steckdose angeschlossen, können Sie einfach eine Messsteckdose zwischen Kraftwerk und Steckdose installieren. Diese gibt es mit und ohne Funk. Letzteres ermöglicht es Ihnen, die Daten auch aus der Ferne über eine Smartphone-App abzulesen. Die Kosten für eine solche Messsteckdose liegen zwischen 15 und 50 €.

Haben Sie sich für eine Wieland-Steckdose entschieden, können Sie von einem Elektriker eine vorgefertigte Anschlussbox inklusive Stromzähler installieren lassen. Diese Boxen gibt es auch mit WLAN-Stromzähler – so können Sie die Daten ebenfalls an Ihrem Smartphone ablesen.

Manche Wechselrichter messen die Stromproduktion sogar selbst. Sie können diese dann ganz einfach per WLAN auslesen.

FAQ

Wie viele Balkonkraftwerke kann man an einen Stromzähler schließen?

Die Anzahl der Balkonkraftwerke, die Sie an einen Stromzähler anschließen können, ist unbegrenzt. Entscheidend ist nur, dass die Gesamtleistung der Wechselrichter maximal 800 W beträgt.

Erhalte ich für mein Balkonkraftwerk eine Einspeisevergütung?

Die gesetzliche Einspeisevergütung liegt auch für Balkonkraftwerke bei circa 8 ct/kWh. Aufgrund der geringen Erträge und des hohen bürokratischen Aufwands für die entsprechende Anmeldung des Balkonkraftwerks lohnt sich dies in der Praxis jedoch nicht.

Wie muss ein Balkonkraftwerk versichert werden? 

Wer eine Hausratversicherung hat, kann sein Balkonkraftwerk einfach mitversichern. So ist das Balkonkraftwerk wie der übrige Hausrat gegen Sturm, Hagel, Feuer und Überspannungsschäden versichert.

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