Der Ausbau von Solarstromanlagen hat sich im Jahr 2026 nach einem schwierigen Jahresauftakt spürbar stabilisiert. Nach Angaben des Bundesverbands Solarwirtschaft rechnet die Branche trotz politischen Gegenwinds mit einem Photovoltaik und Batteriespeichern auf dem Niveau des Vorjahres. Gleichzeitig entwickelt sich der Speichermarkt noch dynamischer: Die Nachfrage nach großen Batteriespeichern hat sich mehr als vervierfacht, während auch bei neu installierten Speichern in den ersten fünf Monaten ein deutliches Plus erreicht wurde.
Photovoltaikmarkt 2026: Sechs Gigawatt in fünf Monaten
Nach aktuellen Auswertungen des Bundesverbands Solarwirtschaft auf Basis des Marktstammdatenregisters der Bundesnetzagentur wurden in den ersten fünf Monaten 2026 mehr als 6 Gigawatt neue Photovoltaikleistung installiert. Inklusive Nachmeldungen und bei einem weiteren Ausbau auf diesem Niveau könnten damit die 14 Gigawatt des Vorjahres erreicht werden. Auch der Bau von Dachanlagen läuft inzwischen wieder besser als noch zu Beginn dieses Jahres.
Der Verband beschreibt den Jahresstart als schwierig, sieht inzwischen aber eine gute Entwicklung beim Zubau von Solarstromanlagen. Dennoch reicht das derzeitige Tempo nicht aus, um die gesetzlich verankerten Ausbauziele zu erreichen. Dafür müsste der Ausbau bei Photovoltaik und Speichern und erneuerbare Energien deutlich beschleunigt werden.
„Wer die Energiewende zum Erfolg führen will, darf jetzt nicht auf die Bremse treten“
Carsten Körnig, zitiert bei photovoltaik.eu
Batteriespeicher wachsen 2026 besonders stark
Noch dynamischer als der Solarmarkt entwickelt sich die Nachfrage nach Batteriespeichern. In den ersten fünf Monaten 2026 wurden nach Angaben des Bundesverbands Solarwirtschaft 225.000 neue Speicher mit einer Gesamtkapazität von rund 3,4 Gigawatt in Betrieb genommen. Das entspricht einem Zuwachs von rund 70 % gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum.
Zugleich heißt es, dass sich die Nachfrage nach großen Batteriespeichern mehr als vervierfacht hat. Damit wird deutlich, dass Speicher im Energiesystem eine immer wichtigere Rolle spielen. Die Entwicklung unterstreicht, dass der Ausbau der Solarenergie zunehmend mit dem Hochlauf von Speicherlösungen zusammenläuft.
Branche warnt vor neuen Hürden für Investitionen
Der Bundesverband Solarwirtschaft warnt vor angekündigten Gesetzesänderungen des Bundeswirtschaftsministeriums. Diese hätten die Branche und besonders Investoren in die Photovoltaik verunsichert. Aus Sicht des Verbands braucht der Markt keine zusätzlichen Bremsen, sondern stabile Rahmenbedingungen.
Gefordert werden verlässliche Investitionsbedingungen und der Abbau von Marktbarrieren. Neben einer verlässlichen Förderkulisse seien auch mehr Tempo und mehr Effizienz beim Netzausbau sowie bei den Prozessen für den Netzanschluss notwendig. Zudem dürfe der Speicherturbo nicht regulatorisch ausgebremst werden, während die Digitalisierung des Energiesystems massiv beschleunigt werden müsse.
„Verlässliche Investitionsbedingungen und der Abbau von Marktbarrieren sind der Schlüssel, um die Klima- und Energieziele rechtzeitig zu erreichen“
Carsten Körnig, zitiert bei photovoltaik.eu
Fazit
Der Photovoltaikmarkt hat sich 2026 nach einem schwachen Start erholt und bewegt sich derzeit in Richtung Vorjahresniveau. Besonders stark wächst der Speichermarkt, der mit deutlich mehr Neuinstallationen und stark steigender Nachfrage nach Großspeichern an Bedeutung gewinnt. Gleichzeitig macht die Branche deutlich, dass die Ausbauziele nur mit freien Investitionsbedingungen, schnelleren Netzanschlüssen und weniger regulatorischen Hürden erreichbar bleiben.
Quellen
