RWE sichert sich Mehrheit an Amprion für 3,6 Mrd. €

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RWE baut seine Beteiligung am Netzbetreiber Amprion deutlich aus und will damit die Mehrheit an Deutschlands zweitgrößtem Hochspannungsnetzbetreiber übernehmen. Für die Aufstockung auf 55 % liegt der Kaufpreis bei rund 3,6 Mrd. €. Der Konzern aus Essen hat dafür Vereinbarungen mit den Anteilseignern der M31 Beteiligungsgesellschaft erzielt, um deren indirekte Anteile an Amprion zu erwerben.

Mit dem Schritt stärkt RWE das regulierte Netzgeschäft und setzt zugleich auf mehr Planungssicherheit für den weiteren Ausbau der Infrastruktur. Die Transaktion soll nach den Plänen des Unternehmens bis Ende September vollzogen werden. Hinter M31 steht ein Konsortium aus Versorgungswerken und institutionellen Finanzinvestoren aus der Versicherungswirtschaft, darunter Meag Munich Ergo und Talanx.

RWE erhöht Amprion-Anteil auf 55 %

Bislang hielt RWE nach Unternehmensangaben indirekt 20 % an dem Stromnetzbetreiber und kommt durch den Zukauf rechnerisch auf 55 %. Zudem hält RWE die übrigen 25,1 % an Amprion bereits über ein Gemeinschaftsunternehmen mit dem Finanzinvestor Apollo. Damit sichert sich der Energiekonzern die Mehrheit an einem zentralen Unternehmen der Stromnetzinfrastruktur.

Vorstandschef Markus Krebber beschreibt die strategische Bedeutung des Schritts so:

„Das regulierte Netzgeschäft wird zur dritten Säule von RWE neben den Investitionen in erneuerbare und flexible Erzeugung“

Markus Krebber

In einer Videokonferenz mit Journalisten erklärte Krebber außerdem, RWE stelle sich noch robuster auf, während Amprion mehr Sicherheit erhalte, um hohe Milliardensummen für Ausbau und Modernisierung stemmen zu können.

Kapitalerhöhung soll den Kauf finanzieren

Das Geld für die Transaktion soll über eine Kapitalerhöhung kommen. RWE will dafür bis zu knapp 74,4 Mio. Aktien ausschließlich bei institutionellen Anlegern platzieren. Geplant ist, neue Anteile im Umfang von bis zu 4,9 % des Grundkapitals gegen Bareinlagen auszugeben.

Zusätzlich will der Konzern eigene Aktien im Umfang von bis zu 5,1 % des Grundkapitals veräußern. Das Bezugsrecht der Aktionäre soll dabei ausgeschlossen werden. Mit dieser Finanzierung schafft RWE die Grundlage für den milliardenschweren Ausbau der Beteiligung.

Milliarden für Netzausbau bis 2031

Amprion betreibt ein 11.000 Kilometer langes Übertragungsnetz. In dessen Ausbau will RWE in den nächsten Jahren bis 2031 rund 6,5 Mrd. € investieren. Das sind 4 Mrd. € mehr als bisher geplant.

Auch Amprion selbst hat große Ziele: Bis 2030 sind Investitionen von 42 Mrd. € in den Netzausbau vorgesehen, um das System für klimaneutrale Energiequellen fit zu machen. Amprion-Chef Christoph Müller wertet den Schritt von RWE deshalb als wichtiges Signal.

Mehrheit an Amprion stärkt die strategische Rolle von RWE

Mit der geplanten Mehrheitsübernahme setzt RWE auf ein Geschäftsfeld, das neben erneuerbarer und flexibler Erzeugung künftig eine noch größere Rolle spielen soll. Zugleich erhält Amprion nach Darstellung des Unternehmens mehr Sicherheit für anstehende Milliardeninvestitionen. Der Deal verbindet damit Eigentümerwechsel, Kapitalmaßnahme und Ausbaupläne in einem Schritt.

Fest steht: Mit 55 % an Amprion und einem Kaufpreis von rund 3,6 Mrd. € verfolgt RWE einen der bedeutendsten Schritte im deutschen Stromnetzgeschäft. Bis Ende September soll die Aufstockung abgeschlossen sein. Im Mittelpunkt stehen dabei die Finanzierung des Netzausbaus und die langfristige Stärkung des regulierten Netzgeschäfts.

Quellen

Autor: Ronny Blochwitz

Energieexperte bei Stromvergleich.de

Ronny Blochwitz ist Energieexperte mit über 15 Jahren Erfahrung in der Energiewirtschaft und unterstützt bei einem Energievergleichsportal Verbraucher bei fundierten Strom- und Gasentscheidungen.


Stand: 23. Juni 2026
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