Köln startet Mieterstromprojekt mit Photovoltaik und Batteriespeichern für 435 Wohnungen

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In Köln-Ossendorf startet ein großes Mieterstromprojekt mit Solarstrom und Batteriespeichern für 435 Wohnungen. Auf 55 Wohngebäuden entstehen 42 Photovoltaik-Anlagen mit rund 750 kW Leistung, ergänzt durch Batteriespeicher mit 670 kWh Gesamtkapazität. Das Vorhaben soll zeigen, wie Photovoltaik direkt im Quartier erzeugt und genutzt werden kann, während die Umsetzung abschnittsweise bis zum Jahresende geplant ist.

Mieterstrom in Köln: Solarstrom für 435 Wohnungen

Das Quartier Ossendorfer Gartenhöfe wurde zwischen 2018 und 2022 errichtet. Nun beginnt dort der Bau des Mieterstromprojekts, das Green Planet Energy gemeinsam mit der Wohnungsgenossenschaft Die Ehrenfelder eG umsetzt. Nach Angaben der Projektpartner handelt es sich um das bislang größte Mieterstromquartier mit Batteriespeichern in Nordrhein-Westfalen.

Installiert werden die Anlagen vom Kölner Betrieb heimWatt. Die 42 Photovoltaik-Anlagen verteilen sich auf 55 Gebäude, die in zehn Gebäuderiegel gegliedert sind. Der prognostizierte Jahresertrag liegt bei rund 690.000 kWh.

Damit sollen die Haushalte etwa 50 % ihres Strombedarfs selbst decken können. Wenn die Sonne nicht scheint und die Speicher leer sind, übernimmt Green Planet Energy die restliche Versorgung mit 100 % Ökostrom aus dem Netz.

Photovoltaik, Speicher und Investition im Quartiersmaßstab

Das Investitionsvolumen für das Projekt liegt bei mehr als 1,28 Mio. €. Die Bauarbeiten laufen etappenweise, die vollständige Inbetriebnahme ist bis zum Jahresende vorgesehen. Für Green Planet Energy und Die Ehrenfelder eG ist es bereits das achte gemeinsame Mieterstromprojekt.

Green Planet Energy beschreibt das Vorhaben als wichtigen Baustein der lokalen Energiewende, weil der Strom dort erzeugt wird, wo er verbraucht wird. Das entlaste die Netze, senke Kosten und lasse Mieter direkt von der Energiewende profitieren. Gleichzeitig erschließt das Projekt das Mieterstrom-Potenzial erstmals im Quartiersmaßstab und wird von der Stadt Köln gefördert.

„Die Energiewende darf keine Frage von Eigentum sein. Mit diesem Mieterstromprojekt ermöglichen wir hunderten Haushalten den Zugang zu sauberem Solarstrom und stärken ihre Unabhängigkeit von fossilen Energien.“

Nils Müller, zitiert bei green-planet-energy.de

Was das Projekt für Mieter und den Ausbau von Mieterstrom bedeutet

Für die Bewohner des Quartiers bedeutet das Projekt eine klimafreundliche Stromversorgung direkt am Wohnort. Die Kombination aus Photovoltaik und Batteriespeichern soll den Eigenverbrauch des vor Ort erzeugten Solarstroms erhöhen. Zugleich verbindet das Modell bezahlbare Energieversorgung mit dem Anspruch, große Wohnquartiere stärker an der Energiewende zu beteiligen.

Auch über Köln hinaus verweist das Projekt auf ein großes Marktpotenzial. Nach einer Analyse des Instituts der deutschen Wirtschaft könnten bundesweit bis zu 20 Mio. Haushalte mit Mieterstrom versorgt werden. Tatsächlich sind in Deutschland bislang jedoch nur rund 5.400 Mieterstromanlagen realisiert.

„Wir wollen unseren Mitgliedern nicht nur bezahlbaren Wohnraum bieten, sondern auch eine bezahlbare, klimafreundliche Energieversorgung.“

Martin Bündgens, zitiert bei green-planet-energy.de

Das Kölner Vorhaben macht damit sichtbar, wie Mieterstrom wirtschaftlich und technisch im größeren Maßstab umgesetzt werden kann. Für Nordrhein-Westfalen passt das Projekt zu dem Ziel, den Ausbau von Photovoltaik auf Mehrparteienhäusern zu beschleunigen.

Fazit

Das Mieterstromprojekt in Köln-Ossendorf bündelt Photovoltaik, Batteriespeicher und genossenschaftliche Zusammenarbeit in einem großen Wohnquartier. Mit 42 Anlagen, 750 kW Leistung und 670 kWh Speicherkapazität sollen 435 Wohnungen künftig zu einem großen Teil mit lokal erzeugtem Solarstrom versorgt werden. Das Projekt steht damit für einen konkreten Schritt, Mieterstrom in Nordrhein-Westfalen im Quartiersmaßstab voranzubringen.

Quellen

Autor: Ronny Blochwitz

Energieexperte bei Stromvergleich.de

Ronny Blochwitz ist Energieexperte mit über 15 Jahren Erfahrung in der Energiewirtschaft und unterstützt bei einem Energievergleichsportal Verbraucher bei fundierten Strom- und Gasentscheidungen.


Stand: 19. Mai 2026
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