Andreas Audretsch sieht in Frankreich ein Vorbild für Deutschland – nicht wegen der Atomkraft, sondern wegen des Tempos bei der Elektrifizierung. Der Vizechef der Grünen-Fraktion im Bundestag hält an seiner Ablehnung der Atomkraft fest und verweist zugleich auf ein französisches Programm, das Elektrifizierung als Frage des nationalen Interesses behandelt. Damit rückt eine Debatte in den Mittelpunkt, die für Wirtschaft, Kommunen und Haushalte große Bedeutung hat.
Im Hintergrund steht auch das komplexe Verhältnis zwischen dem früheren grünen Energieminister Robert Habeck und seiner französischen Kollegin Agnès Pannier-Runacher. Während Habeck die Atomkraft ablehnte, setzte die Französin stark darauf. Umso bemerkenswerter ist, dass nun ausgerechnet ein Grünen-Politiker fordert, von Frankreich zu lernen.
Elektrifizierung nach französischem Vorbild im Fokus
Audretsch will nach eigener Darstellung das übernehmen, was Frankreich derzeit mit hohem Tempo vorantreibt: eine umfassende Elektrifizierung. Er nennt dabei mehrere zentrale Felder. Unternehmen sollen elektrifiziert, Kommunen von fossilem Gas befreit und elektrische Nutzfahrzeuge etabliert werden.
„Frankreich hat gerade ein großes Elektrifizierungsprogramm vorgelegt und erklärt das zu einer Frage des nationalen Interesses“
Andreas Audretsch, zitiert bei Handelsblatt
Die Aussage macht deutlich, worauf Audretsch den Blick lenkt: auf politische Entschlossenheit und konkrete Maßnahmen bei der Elektrifizierung. Gerade in der Energiepolitik gewinnt damit die Frage an Gewicht, wie schnell elektrische Lösungen in verschiedenen Bereichen eingeführt werden können.
Diese Maßnahmen setzt Frankreich bereits um
Die französische Regierung hat zuletzt mehrere konkrete Schritte eingeleitet. Dazu gehören Zuschüsse für Unternehmen, die auf schnelles Vorgehen bei der Elektrifizierung umsteigen. Außerdem investiert Frankreich in den Ausbau der Ladeinfrastruktur sowie in strombasierte Industrieansiedlungen.
Neben Unternehmen und Industrie nimmt das Programm auch private Haushalte in den Blick. Frankreich unterstützt Haushalte finanziell beim Einbau von Wärmepumpen. Damit verbindet das Land Maßnahmen für Verkehr, Industrie, Kommunen und Gebäude in einem größeren Elektrifizierungsansatz.
Atomkraft bleibt für Audretsch kein Vorbild
Trotz des positiven Blicks auf Frankreich zieht Audretsch eine klare Grenze. An der Atomkraft will er sich ausdrücklich nicht orientieren. Der Grünen-Politiker lehnt sie weiterhin rigoros ab.
Gerade dieser Punkt prägt die politische Aussage seines Vorstoßes. Frankreich dient aus seiner Sicht nicht als Modell für die Energieerzeugung durch Atomkraft, sondern als Beispiel für ein konsequentes und schnelles Vorgehen bei der Elektrifizierung. So wird aus einem energiepolitischen Gegensatz zugleich ein Anstoß für eine neue Prioritätensetzung.
Fazit
Andreas Audretsch stellt Frankreich als Vorbild für Deutschland dar, weil das Land Elektrifizierung mit Nachdruck vorantreibt. Im Zentrum stehen Unternehmen, Kommunen, elektrische Nutzfahrzeuge, Ladeinfrastruktur, strombasierte Industrieansiedlungen und Wärmepumpen. Die Botschaft ist klar: Nicht die Atomkraft, sondern das politische Tempo und die konkreten Maßnahmen bei der Elektrifizierung gelten ihm als Beispiel.
