Zypern provoziert Türkei mit Öl- und Gasbohrungen

21.9.2011 | Redaktion:

Im Mittelmeer bohrt Zypern vor der eigenen Küste eifrig nach Öl und Gas. Doch die Türkei begeistert das gar nicht. Das Land erhebt Ansprüche auf die Bodenschätze, die in der Tiefe warten. Dem „Spiegel“ zufolge schickt die Türkei nun eigene Bohrteams um nach dem wertvollen Gut zu bohren. Der Streit entwickelt sich.

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Zypern provoziert Türkei mit Öl- und Gasbohrungen

Tiefsitzender Länderstreit


Im Auftrag der griechischen Zyprer begann die US-Firma Nobel Energie damit, im Gebiet um die geteilte Mittelmeerinsel nach Energievorkommen zu bohren. Doch die Bohrungen werden von Protesten begleitet. Taner Yildiz, der türkische Energieminister, nannte es sogar eine „Provokation“. So brachte Ankara schon nach kurzer Zeit eigene Kanonenboote und Bohrteams auf Kurs.  Der eskalierende Streit ist die Teilung der Insel. Im Jahr 1974 fand eine türkische Militärintervention statt, die den Norden der Insel in „Nordzypern“ als eigene türkische Republik abspaltet – diese wird allerdings nur von der Türkei anerkannt. Im Süden liegt derweil die Republik Zypern, welche mit den Mittelmeer Anrainern Libanon, Israel und Ägypten Abkommen über sogenannte „Ausschließliche Wirtschaftszonen“ geschlossen hat.  Diese Abkommen grenzen Seither bestimmte Gebiete ein, in denen die angrenzenden Staaten besondere Rechte erhalten – auch die Ausbeutung von Öl- und Gasvorkommen gehört zu diesen Rechten. „Wir halten uns an das internationale Recht und nichts anderes“, erklärte eine Mitarbeiterin des zypischen Außenministeriums der Nachrichtenagentur dpa. Doch Ankara empört sich über die plötzlichen Ambitionen zur Ausbeute von Bodenschätzen von griechischer Seite - vor allem dies zu tun, bevor es zu einer Friedenslösung zwischen Griechen und Türken auf der Insel bekommen sei. Hierbei gehe es nicht grundsätzlich um Souveränität in diesem Gebiet des Mittelmeeres, wie ein Sprecher des türkischen Außenministeriums sagte, aber „die Bodenschätze sollten zum Nutzen beider Seiten erschlossen werden.“

 

Echte EU-Krise im Anflug


Zusammen mit der nur von ihr protegierten Türkischen Republik will die Türkei nun noch in dieser Woche selbst im Gebiet Nordzypern nach Öl und Gas bohren. Ankara hat zudem vor, mit den türkischen Zyprers ein eigenen Abkommen über den Verlauf der Grenze am Meeresboden vereinbaren. Die Suche soll zunächst mit einer seismischen Untersuchung von der staatlichen türkischen Ölgesellschaft TPAO geleitet werden. „Der genaue Ort steht noch nicht fest, aber es wird zwischen der türkischen Küste und der Küste Zyperns sein“, so ein Sprecher des Energieministeriums. Doch die vermehrte Anwesenheit türkischer Seestreitkräfte macht den Streit ernster – auch wenn sich Ankara mit weiteren Drohgebärden zurückhalten müssen wird. Denn eine US-Firma hat die Bohrrechte in sogenannten Block 12. Die jüngsten Vorfälle könnten politisch gesehen jedoch für noch verhärtetere Fronten im Streit um die geleite Mittelmeerinsel sorgen. „Wenn es bei den Friedensverhandlungen keine Lösung gibt und die EU ihre rotierende Präsidentschaft an den Süden Zyperns gibt, wird es zwischen der Türkei und der EU eine echte Krise geben“, so der Vizeregierungschef Besir Atalay bei einem Besuch im Zyperns Norden. „Denn dann werden wir unsere Beziehungen zur EU einfrieren.“


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