Trinkwassergefährdung durch Erdgas im Bodensee?

21.2.2011 | Redaktion:

Laut einem Bericht der ‚Badischen Zeitung‘ vom 21. Februar soll in einer Tiefe von 1.000 Metern unter dem Bodensee Erdgas gelagert sein. Ein britisches Unternehmen sei derzeit mit der Erkundung der Erdgasvorkommen beschäftigt, ohne das im Moment Probebohrungen erforderlich sind. Es gilt jedoch als sehr kompliziert, dass in den Gesteinsschichten unterhalb des Bodensees enthaltene Gas zu fördern. Bei den Grünen sowie bei der SPD regen sich Widerstände gegen die Erdgasbohrungen. Befürchtet wird eine Verschmutzung des Trinkwassers.

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Trinkwassergefährdung durch Erdgas im Bodensee?

Schwierige Gasförderung



Bereits seit 1997 sind in Baden-Württemberg die Ölbohrtürme außer Betrieb. Allerdings kommen Befürchtungen auf, dass es aufgrund der steigenden Nachfrage nach den Rohstoffen und den stetig wachsenden Rohstoffpreisen zur Erdgasförderung am Bodensee kommen werde. Anlass zu den Befürchtungen liefert derzeit ein britisches Unternehmen, welches derzeit die Erdgasvorkommen unter dem Bodensee erkundet. Bisher waren jedoch keine Probebohrungen erforderlich. Die Bergung des Erdgases unter dem Bodensee gilt als schwierig, da es sich dabei um sogenanntes unkonventionelles Erdgas handelt, welches nicht in unterirdischen Blasen lagert, sondern in den Gesteinsschichten eingelagert ist. Für die Förderung dieses Gases ist die sogenannte Fracking-Methode erforderlich. Dabei wird mit Chemikalien und Sand versetztes Wasser in die Gesteinsschichten verpresst. Dieses Gemisch löst dann das Gas aus dem Gestein. In einer Antwort der Landesregierung auf eine Landtagsanfrage von SPD und Grünen wird hingegen betont, dass das Risiko bei dieser Fördermethode begrenzt sei.


Schlechtes Vorbild USA



Siegfried Lehmann, Abgeordneter der Grünen in Konstanz, verweist in Bezug auf das Risiko des Fracking-Verfahrens jedoch auf Vorfälle in den USA und Kanada. Dort sei es in der Vergangenheit zu größeren Problemen infolge der Erdgasförderung mit dem Fracking-Verfahren gekommen. Nach Angaben von Wissenschaftlern seien 58 der insgesamt 260 in den USA verwendeten Chemikalien sowohl für die Umwelt bedenklich als auch giftig und krebserregend. Aus diesem Grund befürchtet Lehmann bei den möglichen Erdgasbohrungen am Bodensee ein großes Risiko für das Grundwasser. Und auch wenn Kurt Reinicke von der technischen Universität Clausthal in Niedersachsen der Ansicht ist, das Verfahren sei vergleichsweise risikolos, lassen sich die Bedenken nicht ohne Weiteres abschütteln. Der technische Geschäftsleiter der Bodensee-Wasserversorgung, Hans Mehlhorn, zeigt sich ebenfalls besorgt. Er betont, dass es ihm und der Wasserversorgung am liebsten wäre, wenn die Erdgasförderung am Bodensee wieder vergessen und zu den Akten gelegt würde.

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