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E.ON Ruhrgas fordert Flexibilität von Gazprom

E.ON Ruhrgas, die Tochter des deutschen Energiekonzerns E.on, erwirtschaftet in diesem Quartal erstmals ein Minus in seinem Kerngeschäft, dem Gashandel. Seitdem es das Tochterunternehmen gibt, sei dieser Fall noch nicht eingetreten. Klaus Schäfer, Chef von E.on Ruhrgas, fordert deshalb von dem russischen Gasmonopolisten mehr Flexibilität bei den langfristigen Gaslieferverträgen. Diese müssten nicht nur neu justiert, sondern auch an die Marktentwicklungen angepasst werden.

Verhandlungen mit allen Gaslieferanten

E.on Ruhrgas steht vor einem Problem. Erstmals in der Unternehmensgeschichte erwirtschaftet das Kerngeschäft ein Minus. Die negativen Zahlen im Gasgeschäft könnten aber durch die anderen Sparten ausgeglichen werden, beteuert Schäfer. Dies ist auch notwendig, denn für das kommende Geschäftsjahr erwartet er ein Minus für diesen Bereich von bis zu einer Milliarde Euro. Deshalb sei es erforderlich, die Gaspreise nicht nur alle zwei bis drei Jahre zu überdenken. Dies müsste ein fortlaufender Prozess sein. Am Dienstag sagte Schäfer in Essen, E.on Ruhrgas befinde sich derzeit in Gesprächen mit allen Gaslieferanten. Die wichtigsten Gaslieferanten für Ruhrgas sind Norwegen und Russland, wobei sich vor allem die Verhandlungen mit den Russen als besonders schwierig erweisen. Weitere Details bezüglich des Stands der Verhandlungen gab Schäfer jedoch nicht bekannt. In der Vergangenheit waren die Gaspreise in den langfristigen Lieferverträgen immer an den Ölpreis gekoppelt. Dies war sowohl im Sinne der Produzenten als auch Händler, denn Alternativen zum Gasimport via Pipeline gab es nicht.

Marktverhältnisse ändern sich gravierend

Die Vergangenheit zählt nicht, denn die Verhältnisse auf dem internationalen Gasmarkt haben sich drastisch geändert. Ein Überangebot, welches durch große Mengen verflüssigten Erdgases aus dem Nahen Osten zustande kommt, existiert auf dem europäischen Gasmarkt ein Überangebot an Gas, welches zu niedrigen Preisen an den Spotmärkten führt. E.on Ruhrgas bezieht derzeit noch Gas aus langfristigen Lieferverträgen. Zwar ist der Ölpreis im Vergleich zum Jahr 2008 um rund 40 Prozent gefallen, doch das Gas an den Spotmärkten wird um bis zu 70 Prozent günstiger verkauft. E.on Ruhrgas steht in einem Konflikt, denn die Lieferanten wollen die Preise der alten Verträge, die Kunden hingegen wollen nur die niedrigen Preise der Spotmärkte bezahlen. Zwar konnte der Vorgänger Schäfers, Bernhard Reutersberg, im vergangenen Jahr bereits Zugeständnisse von Gazprom erreichen, die Gaspreise orientieren sich nicht mehr am Öl- sondern am Spotmarktpreis, allerdings sei dies nach Ansicht von Schäfer nicht genug. Auch wenn E.on seine Gazprom-Anteile verkauft, soll die Partnerschaft zwischen Gazprom und Ruhrgas weiterhin bestehen.

geschrieben am: 09.12.2010