Greenpeace geht juristisch gegen AKW vor

19.9.2009 | Redaktion: Gerhard Solter
Die Umweltorganisation Greenpeace fährt nun im Kampf gegen die Weiterführung alter Atomkraftwerke härtere Geschütze auf und will die Landesregierungen von Bayern und Baden-Württemberg per juristischen Entscheid zum Abschalten der Anlagen Isar 1 und Philippsburg 1 zwingen. Das bestätigte Greenpeace jetzt in Hamburg.
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Greenpeace kämpft weiter gegen veraltete und gefährliche Kernkraftwerke

Zu diesem Zweck hat die Organisation jetzt bei den jeweils zuständigen Verwaltungsgerichten Untätigkeitsklagen gegen die Atomaufsichtsbehörden der beiden Bundesländer eingereicht. Die Ämter haben bislang nicht auf Anträge der Greenpeace reagiert, wonach die Betriebsgenehmigungen für Isar 1 und Phillipsburg 1 zurückgenommen werden sollten. Schon seit Jahren gehen immer wieder Forderungen bei den Atomaufsichten ein, die beiden Kernreaktoren abzuschalten, weil diese gegen den Aufprall von Verkehrsflugzeugen nicht geschützt seien.
 
Der fehlende Schutz provoziere einen schweren atomaren Unfall, und das Hinauszögern einer Deaktivierung der Meiler sei unverantwortlich, so der Greenpeace-Atomexperte Heinz Smital. In der Kritik stehen hier vor allem der bayrische Umweltminister Markus Söder (CSU) und seine baden-württembergische Amtskollegin Tanja Gönner (CDU). Isar 1 und Phillipsburg 1 gehören zu den ältesten Kernkraftwerken Deutschlands und sind nachweislich nur schwach gegen eine Flugzeugkollision abgesichert.
 
Im Jahr 2001 hatte Greenpeace eigenen Angaben zufolge erstmalig einen Widerruf der Betriebsgenehmigung für die beiden Anlagen beantragt. Vor drei Monaten seien die Unterlagen erweitert und erneut eingereicht worden. Die Umweltorganisation argumentiert dabei mit eigenen Berechnungen, wonach die beiden Kraftwerke im Fall eines schweren Reaktorunfalls ihre Umgebung innerhalb von Stunden derart stark radioaktiv verseuchen, dass sie den Grenzwert einer Evakuierungsaktion bis zu 1000fach überschreiten würden. Darüber hinaus verweist Greenpeace auf interne Unterlagen deutscher Sicherheitsbehörden, die das Risiko eines Terroranschlags aus der Luft klar belegen.

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