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Nachtstrom und Nachtspeicheröfen als mögliche Kostenfalle?
Das hätten sich die Nutzer von Nachtspeicheröfen noch vor einigen Jahren nicht träumen lassen: Die Kosten für Nachtstrom sind explodiert und die Technik ist veraltet. Das gesamte Konzept Nachtstrom gilt als ein Auslaufmodell, dessen Tage gezählt sind.
Noch in den 90er Jahren galt Nachtstrom als eine günstige Alternative zu den anderen Energieformen, mit denen Wohnungen und Häuser warm gehalten werden konnten. Denn das primäre Anwendungsgebiet für Nachtstrom waren die Nachtspeicheröfen. Die Kosten lagen bei rund 3 bis 4 Cent je Kilowattstunde Nachtstrom. Heute werden von den Nachtstromkunden für eine Kilowattstunde teilweise mehr als 15 Cent verlangt. Verantwortlich für die dramatisch steigenden Kosten ist die Tatsache, dass die Kraftwerke, in denen Strom erzeugt wird, effizienter geworden sind. Waren Kraftwerke in den 90er Jahren nachts noch zu schwach ausgelastet und mussten deshalb den Nachtstrom günstiger anbieten, hat sich die Situation heute geändert. Durch eine verbesserte Technik und moderne Anlagen kann sich die Stromproduktion am Verbrauchsverhalten orientieren und, falls notwendig, schnell auf einen steigenden Bedarf reagieren. Wegen der hohen Preise untersucht derzeit das Bundeskartellamt die Preisgestaltung bezüglich der Stromlieferung von Stromkunden, die Nachtspeicherheizungen oder auch Wärmepumpen nutzen. Allerdings liegen in diesem Verfahren aufgrund der hohen Komplexität noch keine Ergebnisse vor.
Gegen Nachtspeicheröfen und demzufolge gegen die Nutzung von Nachtstrom sprechen aber auch andere Argumente als die enormen Kosten. Vor allem in den 50er und 60er Jahren galten Nachtspeicherheizungen als günstige Alternative zu Kohle- und Ölheizungen. Aus diesem Grund wurden viele Häuser mit dieser Technik ausgestattet. Heute werden rund 2 Millionen deutsche Haushalte mit Strom beheizt. Aber der Energiebedarf dieser Anlagen ist enorm. Bei einer Vier- bis Fünf-Raum-Wohnung benötigen Verbraucher für die Beheizung sowie für die Warm-Wasser-Bereitung circa 10.000 Kilowattstunden Strom im Jahr. Würden die betroffenen Verbraucher beispielsweise Gas nutzen, läge der Bedarf bei rund 3.500 Kilowattstunden. Zudem wird die Technik der Nachtspeicherheizungen nicht mehr verwendet und in den Wohnungen installiert. Laut der Energieeinsparverordnung EnEV, deren erste Fassung bereits 2002 in Kraft trat, müssen die Nachtspeicheröfen ab 2020 stufenweise aus den Häusern mit mehr als sechs Wohnungen entfernt werden. Das bedeutet das endgültige Aus für den Nachtstrom und die Nachtspeicherheizungen.
Zudem sind sich Energieexperten einig, dass die elektrische Energie zu wertvoll ist, um sie auf diese Weise dermaßen zu verschwenden und die Umwelt mit der Herstellung unnötig stark zu belasten. Sie verweisen außerdem darauf, dass in den Elektroöfen Asbest enthalten sein kann.
Wie können Verbraucher reagieren?
Immer wieder ist davon die Rede, dass die Verbraucher den Stromanbieter wechseln sollen, um die steigenden Stromkosten zu kompensieren. Bei Nachtstrom ist der Rat zwar schnell dahin gesprochen aber wenig effektiv. Denn den Nachtstromanbieter zu wechseln stellt eine lediglich theoretische Einsparungsmöglichkeit dar. In Deutschland gibt es lediglich einen bundesweit agierenden Nachtstromanbieter. Einzig die Stadtwerke Schönau, die aus einer Bürgerinitiative entstanden sind, bieten ihren Nachtstrom deutschlandweit an. Der Bund der Energieverbraucher verweist allerdings darauf, dass sich ein Wechsel zu diesem Versorger kaum lohnt, denn die Kosten für eine Kilowattstunde Nachtstrom liegen derzeit bei rund 18,34 Cent. Alte Nachtstromverträge sind deshalb meist doch noch günstiger. Ein Wechsel lohnt sich demnach nicht. Außerdem werden wechselwilligen Nachtstromkunden immer wieder Steine in den Weg gelegt. Denn es gibt eigentlich keinen lokalen Anbieter für Nachtstrom mehr, der seinen Strom günstig verkauft. Das bedeutet, dass die Verbraucher immer tiefer in die Tasche greifen müssen.
Wird eine Wohnung mit Nachtstrom beheizt, bleibt den Verbrauchern nur das Gespräch mit dem Vermieter über eine Umrüstung der Heizungsanlage oder eben an anderer Stelle zu sparen.
Was Sie tun können, um die Stromkosten trotzdem zu senken?
Jeder Haushalt, der mit Nachtstrom heizt, verfügt über zwei separate Stromzähler oder über einen Zweistromzähler. Die Geräte rechnen den Nacht- und Tagstromverbrauch unabhängig voneinander ab. Dies gibt den Verbrauchern die Möglichkeit, wenigstens den Tagstromanbieter zu wechseln. Dazu bieten wir Ihnen einen kostenlosen und unverbindlichen Stromanbietervergleich, mit dem Sie in kurzer Zeit den für sich günstigsten Stromversorger finden. Sie tragen nur Ihre Postleitzahl und Ihren Jahresstromverbrauch ein und erhalten eine Zusammenstellung der möglichen Kandidaten. Bitte beachten Sie auch unsere erweiterten Einstellungen. Besonders empfehlenswert sind die Punkte ‚nur Tarife mit einer Preisgarantie‘ und die kostenlose Tarifüberwachung. Wenn Sie beide Punkte aktivieren, werden Sie über einen bestimmten Zeitraum garantiert keine Kostenerhöhungen beim Tagstrom haben und immer auf dem Laufenden sein, welcher Stromanbieter der günstigste ist.
Auf diese Weise ist der Wechsel schnell und einfach durchführbar und Sie können einen Teil der Stromkosten einsparen, auch wenn der Wechsel des Nachtstromanbieters praktisch nicht möglich bzw. lohnenswert ist.
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