Windbilanz für 2010 enttäuscht

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Berlin – Im vergangenen Jahr verfehlte die Windkraftbranche ihr selbstgestecktes Ziel deutlich. Statt der erhofften 1.900 Megawatt neu installierte Leistung gingen 2010 nur Anlagen mit einer Gesamtleistung von 1,551 Megawatt ans Netz, erklärte am Mittwoch in Berlin der Bundesverband Windenergie. Damit wurden 2010 im Vergleich zum Vorjahr 19 Prozent weniger Kapazitäten aufgebaut - 2009 lag die Zahl bei 1.900 Megawatt. Für das laufende Jahr hofft die Windbranche nun auf einen Zuwachs von 1.800 Megawatt.
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Windbilanz für 2010 enttäuscht

Windbilanz für 2010 enttäuscht

Wind bläst weniger stark



Verbandspräsident Hermann Albers war sichtlich enttäuscht angesichts dieser Entwicklung. Hinzu kam, dass die eingespeiste Strommenge auch noch gesunken war. Trotz der neuen und größeren Windanlagen wurden 2010 nur noch 37,3 Milliarden Kilowattstunden eingespeist, 1,45 Milliarden weniger als noch im Jahr zuvor. Die 21.607 Anlagen mit 27.214 Megawatt Gesamtleistung decken rechnerisch knapp neun Prozent des Strombedarfs, so der Verbandschef.


Albers wies aber darauf hin, dass der Wind seit 2000 allgemein nicht mehr o kräftig wehe, weshalb die Anlagen allgemein zehn Prozent weniger Ausbaute lieferten als prognostiziert. Das sorge auch bei Banken, die die Anlagen finanzieren, für Verunsicherung. Einige Projekte, die nach früheren Windprognosen noch als profitabel eingestuft wurden, würden heute als nicht mehr baubar gelten. Albers betonte, dass auch der lange Winter 2009/2010 und der frühzeitige Wintereinbruch Ende 2010 die Bilanz negativ beeinflusst hätten.

Mehr Engagement gefordert



Scharfe Kritik übt der Verbandschef auch an der Einstellung der schwarz-gelben Bundesregierung. Sie messe der Windkraftbranche einen zu geringen Stellenwert bei. Das spiegele sich sowohl im Energiekonzept wider, als auch bei den verlängerten Laufzeiten der Atomkraftwerke. "Ich erwarte eine positivere Atmosphäre", sagte Albers und forderte einen langfristigen jährlichen Zubau von 3.000 Megawatt zum Erreichen der Klimaschutzziele und der gewünschten Energiewende. Daher sei bei der anstehenden Novelle des EEG Kontinuität gefordert, statt weiterer stärkerer Kürzungen.


Wie der Verband mitteilte kommt der Ausbau der Offshore-Anlagen, auf den die Bundesregierung ihr Hauptaugenmerk gerichtet hat, nur schleppend voran. Man habe erstmals die Schwelle von 100 Megawatt Zubau übersprungen und erwarte für 2011 einen Zuwachs von 300 Megawatt auf See. Auch der Austausch kleinerer, alter Anlagen gegen große, neuere fiel 2010 mit 116 Anlagen eher gering aus.

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