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Polen bald Selbstversorger in Punkto Gas?

Nachricht vom 27.7.2010Anzeige
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Nach wie vor herrscht in Polen sehr großer Optimismus bezüglich der entdeckten Gasvorkommen im eigenen Land. In der östlichen Hälfte des Landes sollen bis zu 5 Billionen Kubikmeter Schiefergas liegen. Polen könnte diesbezüglich zu einem zweiten Norwegen avancieren. Allerdings warnen Experten vor einem übersteigerten Optimismus.




Polen bald Selbstversorger in Punkto Gas?

Polen bald Selbstversorger in Punkto Gas?

Erste Probebohrung verstärkt Optimismus



Polen träumt von Energiereichtum. Diese Träume werden durch eine erfolgreiche erste Probebohrung eines kanadischen Unternehmens weiter angekurbelt. Erste Andeutungen, Man müsse den über einen langen Zeitraum ausgehandelten und nun unterschriftsreifen Gasliefervertrag mit Russland neu aushandeln. Doch Experten warnen vor zu viel Optimismus. Bislang wurden gut zwei Drittel des polnischen Gasbedarfs durch russische Gaslieferungen gedeckt. Diese Abhängigkeit will Polen nun verringern. Bis 2015 soll die Abhängigkeit leicht, vor allem durch den Import von Flüssiggas aus Katar, reduziert werden. Allerdings bleibt es dabei, dass mehr als 50 Prozent des polnischen Gasverbrauches durch Gazprom gedeckt werden sollen. Da kommt das Schiefergas doch genau zur rechten Zeit. Das Schiefergasfeld soll sich in einem Band von Kaschubien im Norden Polens entlang der Ostgrenzen bis zum Karpatenfuß erstrecken. Bevor jedoch der Rubel rollen kann, müssen Probebohrungen durchgeführt werden. Für diese Probebohrungen hat Polen bereits 58 Lizenzen verteilt. Neben einheimischen Unternehmen profitieren auch große Weltkonzerne wie beispielsweise Exxon, Chevron und ConocoPhilips. Allerdings wird in diesem Zusammenhang auch gleich Kritik laut. Angeblich verkaufe das Land seine Schätze ins Ausland. Man solle, nach Ansicht der rechts-konservativen Opposition, versuchen, das Schiefergas zur Deckung des eigenen Gasbedarfs zu nutzen. Allerdings ist das Land bei der Förderung auf internationale Hilfe angewiesen, denn bislang betreibt lediglich die USA eine professionelle Förderung von Schiefergas. Nötig ist dafür eine moderne Bohrtechnik, ein großer technischer Aufwand und Zeit.



USA gibt Anlass für erwartungsvolle Sicht in Zukunft



Mit Freude verweisen polnische Politiker darauf, dass in den USA bereits 10 Prozent des Gasbedarfs durch Schiefergas gedeckt werden. Allerdings seien die Erwartungen derzeit zu hoch, warnen Experten. Denn allein die Probebohrungen dauern zwischen drei und vier Jahren und sind mit einem enormen Kostenaufwand verbunden. Der Krakauer Geologe Stanislaw Nagy betont, eine industrielle Nutzung sei frühestens in 10 Jahren denkbar. Polen steht des Weiteren vor verschiedenen Problemen. Zum einen müssen die Bohrungen in Polen in einer größeren Tiefe als in den USA durchgeführt werden und zum anderen ist das Gebiet, in welchem das Schiefergas lagert, dichter besiedelt als das amerikanische Pendant. Zudem sei eine Kontaminierung des Grundwassers zu verhindern. Trotzdem zeige man sich optimistisch.







Redaktion Stromvergleich.de: Patricia vom Merk

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