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Strompreiserhöhung? So können Sie vorgehen!

Steht eine Strompreiserhöhung an, müssen die Verbraucher rechtzeitig durch den Stromanbieter darüber informiert werden. Dies kann per Post oder auch per E-Mail erfolgen, je nachdem bei welchem Anbieter die Verbraucher Kunden sind. In jedem Fall steht jedoch die Frage im Raum, wie am besten zu reagieren ist. Generell steht die Option, den Stromanbieter zu wechseln, im Raum und sollte geprüft werden.

Rechtmäßigkeit der Erhöhung prüfen

Die Verbraucherzentrale weißt darauf hin, dass eine angemessene Frist zur Ankündigung einer Strompreiserhöhung mindestens 6 Wochen umfasst. Lediglich für die Kunden der Grundversorgung ist diese Frist aber auch durch den Gesetzgeber festgeschrieben. Bei Sonderkunden, als welche alle Verbraucher gelten, die bereits einmal vom Grundversorger zu einem anderen Stromanbieter gewechselt sind oder einen Sondertarif des Grundversorgers nutzen, gibt es diese Frist jedoch nicht.

Grundlegend gilt bei einer Ankündigung der Preisanhebung, dass sich die Verbraucher über die aktuellen Konditionen informieren sollten, zu welchen sie mit Strom beliefert werden. Sind sie Kunden beim örtlichen Grundversorger, sollten sie generell über einen Anbieterwechsel nachdenken. Allerdings ist davon auszugehen, dass die Preisanhebung durch den Grundversorger (basierend auf der aktuellen Rechtslage) zulässig ist. Sonderkunden sollten jedoch genau schauen, ob die Preiserhöhung rechtmäßig ist. Oftmals sind in den Sonderverträgen keine wirksamen Preisanpassungsklauseln enthalten oder die Preisanhebungen beim Strom sind sachlich nicht gerechtfertigt und können nicht plausibel begründet werden.

Kündigung und Wechsel immer eine Option

Für alle Verbraucher, unabhängig vom jeweiligen Stromanbieter, gilt, dass eine Kündigung des bestehenden Vertragsverhältnisses immer eine Option ist. Kunden in der Grundversorgung haben eine Kündigungsfrist von zwei Wochen und können jederzeit kündigen. Diese Kündigungsfrist besteht unabhängig von Preiserhöhungen. Sonderkunden hingegen haben abweichende Kündigungsfristen, die zwischen 6 Wochen und 3 Monaten liegen können. Basierend auf Preiserhöhungen haben die Kunden ein gesetzlich festgelegtes Sonderkündigungsrecht, welches beinhaltet, dass der Stromliefervertrag ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist jederzeit nach Eingang der Ankündigung und bis zum Inkrafttreten der Preisanpassung gekündigt werden kann.

Zu beachten ist jedoch, ob eine Kündigung in Schriftform gefordert wird. Diese sollte dann per Einschreiben erfolgen, da später eventuell der pünktliche Eingang des Kündigungsschreibens belegt werden muss.

Allerdings besteht keine grundlegende Kündigungspflicht. Wer trotz Preiserhöhung beim bisherigen Anbieter bleiben möchte, da die Preise dennoch günstiger sind oder sich der Stromversorger durch besonders guten Service ausgezeichnet hat, der kann entweder der Preiserhöhung widersprechen und die höheren Strompreise unter Vorbehalt zahlen oder reagiert überhaupt nicht. Denn auch der Widerspruch gegen die Endabrechnung gilt als ausreichend, um Geld infolge einer unberechtigten Preiserhöhung zurück zu fordern.

geschrieben am: 29.04.2014