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Biblis: Weiterbetrieb nur mit Nachrüstung

Wiesbaden – Um das Atomkraftwerk Biblis weiter betreiben zu können, muss der Betreiber RWE die beiden Reaktorblöcke technisch nachrüsten. Dies erklärte am Dienstag in Wiesbaden die Umweltministerin Lucia Puttrich (CDU). "Vor der Inanspruchnahme des neuen Stromkontingents müssen 95 Prozent der Weimar-Auflagen für Biblis A erreicht sein", fügte sie hinzu. Damit bezog sie sich auf die von Karlheinz Weimar erlassenen Auflagen für Biblis A, die er während seiner Amtszeit als Umweltminister (1987 – 1991) erlassen hatte. Bis 2012 müsste der Hauptteil der Nachrüstungen abgeschlossen sein, der Rest könne in einer Folgerevision bis 2013 erfolgen.

Nachbesserung an beiden Reaktoren

Puttrich betonte ausdrücklich, dass der verlängerte Betrieb des Atommeilers Biblis von der Erfüllung der Forderungen abhinge. Die Arbeiten umfassen den Abschluss der Erdbebenvorrichtung am Maschinenhaus, den Einbau eines basissicheren Behälters und die Modernisierung der Krananlage im Reaktorgebäude. Wie ein Ministeriumssprecher erklärte, rechnet RWE mit Umbaukosten in Höhe von 250 Millionen Euro. Die notwendigen Arbeiten waren immer wieder aufgeschoben worden, da Biblis A nach dem Atomausstiegsgesetz der ehemaligen rot-grünen Bundesregierung als einer der ersten Reaktoren hätte abgeschaltet werden sollen.

Durch die Laufzeitverlängerung ist das nun hinfällig.

Auch der Reaktor B muss nach Meinung von Puttrich nachgerüstet werden. Bei der ab Februar erfolgenden Revision müssten neben der Verbesserung der Störfallsicherheit bei Erdbeben und Lecks in Behältern und Rohrleitungen auch die Auflagen der Bundesregierung umgesetzt werden, so das Ministerium. RWE muss demnach bis 2015/2016 die Reserven in der Speisewasserversorgung der Dampferzeuger, der Boreinspeisung zur Abschaltung des Reaktors und der Notstromkapazitäten erhöhen. Biblis darf voraussichtlich bis 2018 weiterlaufen – so sieht es der Beschluss von CDU/CSU und FDP vor.

Salamitaktik und Alibi

Laut Meinung der Grünen fahre Puttrich eine „Salamitaktik“, aber immerhin würde sich nun zugeben, dass Biblis nicht sicher ist. Andernfalls wären keine Nachrüstungen erforderlich, so die Umweltexpertin Ursula Hammann. Ihr ist jedoch unklar, warum zunächst nur 95 Prozent der Weimar-Auflagen erfüllt werden müssen, statt 100 Prozent. "Noch dubioser ist, dass die Forderungen von Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) erst 2015/16 umgesetzt werden sollen", sagte die Expertin. RWE könnte wieder jahrelang Gewinne mit bereits abgeschriebenen Atommeilern machen, solle bis dahin eine andere Regierung die Laufzeitverlängerung wieder zurücknehmen.

Puttrichs Ankündigung nannte der Atomexperte der SPD, Norbert Schmitt, „ein Ablenkungsmanöver der Beschwichtigungsministerin“. Sie würde die 20 Jahre alten Auflagen als Alibi für den weiteren Betrieb von Biblis nutzen. Die Laufzeitverlängerung der ältesten deutschen Atomreaktoren sei ohne eine externe Notstandswarte und einen ausreichenden Schutz gegen Flugzeugabstürze „schlichtweg unverantwortlich“.

geschrieben am: 20.01.2011