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Stromleitungen durchs Mittelmeer

Paris – Nach dem Vorbild des Wüstenstromprojekts Desertec haben 20 französische Firmen die Gesellschaft Medgrid gegründet, die die Verlegung von Stromleitungen im Mittelmeer prüfen soll. Man plant auf diese Weise Solarstrom von Afrika nach Europa transportieren zu können. Eric Besson, Frankreichs Energieminister: "Der Kampf um ein nachhaltiges Wachstum entscheidet sich vor allem über neue Netze. Wir brauchen Energie-Autobahnen, um die EU mit Quellen erneuerbarer Energien zu verbinden."

Solarstrom für Europa

Die ursprünglich Transgreen getaufte Medgrid soll Desertec im südlichen und östlichen Mittelmeerbecken ergänzen. Das Projekt entstand im Rahmen der Mittelmeerunion. Diese wurde, nicht ganz unumstritten, vor zwei Jahren gegründet auch durch den Einsatz Frankreichs. Der Plan sieht vor, dass in den kommenden zehn Jahren vornehmlich Solaranlagen mit einer Gesamtleistung von 20 Megawatt gebaut werden. Rund ein Viertel des Stroms soll dann über Hochspannungsleitungen durch das Mittelmeer nach Europa gebracht werden.

Medgrid gehören namhafte Gründungsmitglieder an, wie etwa die französischen Konzerne Alstom, Areva, EDF und Nexans, die marokkanische Elektrizitätsbehörde, das spanische Unternehmen Red Electrica und der Siemens-Konzern. Präsident André Merlin betonte aber, dass Medgrid allen Mittelmeer-Anrainern offen stünde.

geschrieben am: 12.12.2010