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Etwa 6 Millionen Haushalte in Deutschland beziehen mittlerweile Ökostrom.

Doch dieser grüne Strom stammt fast nie aus regionaler Erzeugung, sondern meistens aus norwegischen Wasserkraftwerken. Das ist nicht per se schlimm - aber damit Ökostrom seinen Namen verdient, muss er mehr bieten. Nur wer genau hinsieht, erkennt die Unterschiede zwischen einem seriösen Ökostromanbieter und "Ökostrom-Discountern".

Ökostrom: Umweltschutz oder Mogelpackung?

Seit Januar 2013 führt das Umweltbundesamt präzise Buch über den Ökostrom-Markt in Deutschland: Aus welchen Kraftwerken stammt der Strom aus erneuerbaren Energien? Wie viel Ökostrom wurde importiert, wie viel exportiert, wie viel wurde verbraucht? All das erfasst die Behörde in ihrem Herkunftsnachweis-Register. Im November, wenn die Stromversorger wie jedes Jahr die Herkunft ihres Stroms offenlegen müssen, werden die Daten mit denen der Bundesnetzagentur abgeglichen.

Auch in anderen europäischen Ländern gibt es entsprechende staatlich geführte Register. Die Herkunftsnachweise haben das System der sogenannten Renewable Energy Certificates (RECs) abgelöst. Statt privater Organisationen wachen nun Behörden über Europas Ökostrom-Markt. So können die Verbraucher sicher sein: Wenn in Europa Ökostrom verkauft wird, ist er tatsächlich aus erneuerbaren Quellen gewonnen worden

Doch macht das unseren Strom-Mix wirklich zu grünem Strom? Und wie kommt grüner Strom aus einem Wasserkraftwerk in Norwegen oder Österreich überhaupt zu einem Verbraucher in Berlin oder München?

Wie kommt der Ökostrom in meine Steckdose?

Seit 1998 können Verbraucher in Deutschland ihren Stromanbieter frei wählen: Ein Hamburger Verbraucher kann Strom eines Münchner Anbieters kaufen, ein Berliner Energieversorger kann Strom nach Dortmund liefern. Was anfangs viele Menschen irritierte, ist heute normal geworden. Der Handel über beliebige Distanzen funktioniert, da der Strom aller Anbieter genau die gleichen Eigenschaften hat.

Strom ins Netz einzuspeisen und an anderer Stelle zu entnehmen, ist, wie Geld auf eine Bank einzuzahlen und wieder abzuheben. Angenommen, Oma Erna aus Wien will ihrem Enkel, der in Berlin studiert, zum Geburtstag 100 Euro schenken. Sie bringt einen Geldschein zu ihrer Bank und füllt einen Überweisungsträger aus. Der Enkel geht drei Tage später in Berlin zum Automaten und hebt 100 Euro ab. Dass er in Berlin tatsächlich den Geldschein von seiner Oma aus dem Automaten zieht, erwartet niemand. Der ist wahrscheinlich längst an einen anderen Bank-Kunden in Wien ausbezahlt worden. Die Banknote, die der Enkel erhält, kommt vermutlich irgendwo aus Berlin - vielleicht aus den Tageseinnahmen eines Schuhgeschäftes, vielleicht von einem Gebrauchtwagen-Händler. Genau weiß es niemand, und im Grunde ist es auch egal: Wenn der Enkel seinen Freunden vom Geburtstagsgeld ein Bier spendiert, wird er auf die nette Oma anstoßen - schließlich hat sie ihm das Geld geschenkt.

Ebenso verhält es sich im Stromnetz. Physikalisch betrachtet fließt der Strom immer vom Kraftwerk zum nächsten Verbraucher. Wer neben einem Kernkraftwerk wohnt, bekommt Atomstrom. Nachbarn eines Solarparks erhalten Strom von der Sonne. Physikalisch kann daran niemand etwas ändern. Trotzdem können Kunden in Berlin grünen Windstrom von der Nordsee oder Wasserstrom aus Österreich kaufen - bilanziell gesehen. So wie Oma Erna, die das Geld für ihren Enkel einbezahlt hat, sorgt dann der Ökostromanbieter dafür, dass die vom Kunden benötigte Menge grüner Strom ins Netz gespeist wird - zum Beispiel aus Windenergie, Biogas oder Wasserkraft. Wer Ökostrom kauft, fragt also gezielt bei den Anbietern nach grünem Strom aus erneuerbaren Energien. Er verspricht sich davon, dass der Strom-Mix umweltfreundlicher wird. Doch genau das ist längst nicht bei jedem vermeintlichen Anbieter für Ökostrom garantiert. Denn Strom aus erneuerbaren Quellen gibt es in Europa bereits ziemlich viel. Neu ist oft nur, dass er als solcher vermarktet wird.

Ökostrom Vergleich: Norwegischer Wasserstrom beherrscht den Markt

Reichlich Billigstrom aus Wasserkraftwerken gibt es zum Beispiel in Norwegen. Doch einen speziellen Markt für Ökostrom gibt es dort nicht. Viele Betreiber von Wasserkraftwerken verkaufen ihren Strom daher nach Deutschland, denn hier ist er mehr wert. Dank der europäischen Herkunftsnachweise lässt sich der Handelsweg nachvollziehen. Jeder Anbieter für Ökostrom in Deutschland kann genau sagen, aus welchem Wasserkraftwerk sein grüner Strom stammt - natürlich bilanziell gesehen. Etwa 60 Prozent des in Deutschland gehandelten Ökostroms kamen 2013 bereits aus Norwegen.

Das Problem ist: Norwegen hat zwar genügend Wasserkraftwerke, um damit seinen gesamten eigenen Bedarf zu decken, aber eigentlich bleibt für den Export gar nichts mehr übrig. Damit den Norwegern der Strom nicht ausgeht, müssen sie ihrerseits Strom aus Deutschland oder einem anderen Land zurückkaufen. Dabei handelt es sich meist um Strom aus Kohle- oder Atomkraftwerken. Da die Kunden in Norwegen nicht nach Ökostrom fragen, stört das die dortigen Stromanbieter nicht weiter.

Der Ökostrom-Kunde in Deutschland hat also Strom aus Wasserkraft gekauft. Formal gesehen hat der Herkunftsnachweis seinen Zweck erfüllt. Doch in Norwegen, das sich physikalisch gesehen komplett mit Wasserkraft versorgt, wird der Strommix immer dreckiger. Bilanziell bezogen die Norweger 2013 nur noch 13 Prozent ihres Stroms aus Wasserkraft.

Sein Ziel hat der Ökostrom-Kunde auf diese Weise nicht erreicht: Die Produktion von Ökostrom ist kein bisschen gestiegen.

Richtig deutlich wird die Absurdität des Tauschgeschäftes, wenn sich die Händler auch noch den Ver- und Rückkauf des Stroms sparen und einfach gleich die Herkunftsnachweise nach Deutschland verkaufen. Das ist nach europäischem und deutschem Recht erlaubt, denn praktisch läuft es ohnehin auf das gleiche Ergebnis heraus wie das Kaufen und Verkaufen: Mit den Herkunftsnachweisen aus Norwegen wird der Strom aus deutschen Kohle- oder Atomkraftwerken zu norwegischem Strom aus Wasserkraft. Ökologisch ist das natürlich nicht.

Regionaler Ökostrom-Einkauf ist fast unmöglich

Man sollte meinen, dass Deutschland selbst genügend regionalen Ökostrom produziert, um die heimische Nachfrage zu decken. Im Jahr 2013 kamen nach der Statistik des Bundesverbands der Elektrizitäts- und Wasserwirtschaft schließlich bereits 23,4 Prozent des deutschen Stroms aus erneuerbaren Quellen.

Doch tatsächlich ist der einheimische Strom aus Windrädern, Solarkraftwerken und Biogas-Anlagen vom Ökostrom-Markt per Gesetz weitgehend ausgeschlossen. Er wird nämlich bereits über das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) staatlich gefördert.

Der sogenannte EEG-Strom wird bilanziell gleichmäßig auf alle Stromanbieter verteilt. Im Jahr 2012 machte der EEG-Strom in den Tarifen für Haushaltskunden 29,4 Prozent des Strom-Mixes aus. Dass der Anteil im Haushaltstarif höher ist als bei der Erzeugung liegt daran, dass den Industrie-Kunden ein geringerer Anteil EEG-Strom zugeteilt wird.

Der EEG-Strom wird von allen Verbrauchern gemeinsam bezahlt, und zwar über eine Umlage auf den Strompreis, die sogenannte EEG-Umlage. Daran kann kein Stromanbieter etwas ändern.

Damit die Händler sich für diesen Strom nicht noch einen zusätzlichen Ökostrom-Aufschlag in die Tasche stecken können, erhält der über das EEG geförderte Strom keinen Herkunftsnachweis. Ohne diesen Nachweis dürfen ihn die Stromanbieter nicht als Ökostrom an die Verbraucher verkaufen. Im Handel verschmilzt der EEG-Strom daher mit dem Strom aus Kohle- und Kernkraftwerken.

Anbieter, die ihren Strom komplett in Deutschland einkaufen, gibt es deshalb momentan nicht. Es ist aber möglich, dass sich die Gesetzeslage bald wieder ändert und dann auch wieder regionaler Ökostrom als solcher gehandelt werden darf.

Warum dann noch einen Ökostrom Preisvergleich?

Während norwegische Herkunftsnachweise also Kohle- und Atomstrom begrünen, erhält der einheimische Ökostrom ebendiese Herkunftsnachweise nicht. Er wird über das EEG zu Graustrom umdeklariert.

Der muntere Farbwechsel zeigt: Herkunftsnachweise verraten nichts darüber, ob der vermeintliche günstige Ökostrom der Umwelt nutzt. Sie sind ein reines Bilanzierungsmodell - als Gütezeichen für besonders umweltfreundlichen Strom waren sie auch nie gedacht.

Doch nur wenn der Ökostrom Vergleich einen Umweltnutzen bietet, hat er seinen Namen verdient. Wer grünen Strom kaufen will, muss sich an anderen Kriterien orientieren. Oft wird es dabei nötig sein, zwischen den Kriterien abzuwägen, denn nur ein paar wenige Ökostrom-Pioniere erfüllen nahezu alle Kriterien. Hilfe bei der Auswahl eines guten Anbieters bieten die Gütesiegel "Grüner Strom Label" und "o.k. Power", die von Verbraucherorganisationen und Umweltverbänden getragen werden. Die Ökostrom-Siegel des TÜV garantieren nur wenig zusätzlichen Umweltnutzen, sind aber besser als nichts.

Kriterien für echte günstige Ökostrom Tarife:

  1. Kein Greenwashing: Kohle- oder Atom-Strom mit einem Herkunftsnachweis zu begrünen, bringt keinen Umweltnutzen. Glaubwürdig handelt ein Anbieter, wenn er Strom und Herkunftsnachweise gemeinsam im selben Kraftwerk einkauft. Doch Vorsicht: Vermarktet der Anbieter auch konventionellen Strom, ist es im Grunde möglich, dass er zwar tatsächlich Ökostrom einkauft, aber die gleiche Menge an Kohle- oder Atomstrom an seinen Lieferanten zurück verkauft. Der gemeinsame Einkauf von Strom und Herkunftsnachweis erschwert also das Greenwashing, kann es aber nicht komplett ausschließen.
  2. Strom aus neuen Öko-Kraftwerken: Ein Verbraucher, der Ökostrom kauft, will, dass mehr Strom aus erneuerbaren Energien ins Netz fließt. Viele seriöse Ökostromanbieter beziehen ihren Strom daher gezielt aus neu gebauten Kraftwerken. So geben die Anbieter für Ökostrom ihren Kraftwerksbetreibern einen Anreiz, immer wieder neue Windräder und Wasserkraftwerke zu bauen. Je höher der garantierte Anteil aus neuen Kraftwerken ist und je jünger diese sein müssen, desto höher ist der Umweltnutzen.
  3. Investitionen in die Energiewende: Viele Ökostromanbieter verpflichten sich, einen festgelegten Teil ihrer Einnahmen in Projekte zu investieren, welche die Energiewende voranbringen. Das können eigene Solarkraftwerke sein oder Förderprogramme für erneuerbare Energien in ihrer Region oder in Entwicklungsländern. Entscheidend ist: Die Kriterien sind für den Kunden transparent und die Projekte fördern den Einsatz erneuerbarer Energien.
  4. Umweltstandards für Kraftwerke: Auch grüner Strom aus erneuerbaren Energien hat unangenehme Auswirkungen auf die Umwelt: Große Staudämme zerstören die Landschaft, Windräder können für Vögel zur Gefahr werden, der Lärm beim Bau von Offshore-Windparks verschreckt Schweinswale. Gute Ökostrom-Anbieter vergewissern sich daher, dass ihre Energie-Lieferanten die gesetzlichen Mindeststandards einhalten. Oft haben sie noch eigene Kriterien, die darüber hinausgehen.
  5. Kein Einkauf bei Atomstrom-Konzernen: Viele Verbraucher wollen mit den Wechsel des Stromanbieters ein Zeichen setzen und den Atomstrom-Konzernen den Rücken kehren. Manche Ökostromanbieter berücksichtigen das beim Einkauf ihres Stroms. Der Einkauf von günstigen Ökostrom aus der Region wird dann allerdings noch schwerer: Der wenige in Deutschland erhältliche grüne Strom mit Herkunftsnachweis stammt vor allem aus Wasserkraftwerken, die in der Hand der großen Energiekonzerne sind. Hier muss jeder Verbraucher seine eigenen Prioritäten setzen.

Ökostromanbieter in Deutschland

Müssen Ökostromanbieter den von ihnen verkauften grünen Strom immer mit einem entsprechenden Zertifikat versehen? Ist Ökostrom erst dann Ökostrom, wenn die entsprechenden Siegel dies bezeugen? Eingeführt wurden die Siegel, um die schwarzen Schafe aufzuspüren, die zwar behaupten, Ökostrom zu produzieren, bei denen die Realität jedoch ganz anders aussieht.

Ökostromanbieter in Deutschland

Bei der Wahl eines Ökostromanbieters ist es unabdingbar, sich vorher umfassend zu informieren. Denn der Begriff Ökostrom ist nicht geschützt und unterliegt damit keiner einheitlichen und bindenden Definition. Daher existieren Ökostromangebote, deren Anbieter weder eigenen Ökostrom produzieren noch in diesen investieren.

Nur wenige echte Ökostromanbieter

In Deutschland gibt es vier große, „echte“ Ökostromanbieter, also Anbieter, die nicht nur Energie mehrheitlich aus erneuerbaren Quellen gewinnen, sondern auch aktiv in den Aus- und Neubau von Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energie investieren.

Mit rund 580.000 Kunden ist LichtBlick der größte Ökostromanbieter und zugleich einer der zwanzig größten Stromanbieter in Deutschland. Die Stromangebote von LichtBlick sind zu 100% als aus erneuerbaren Energien stammend gekennzeichnet. In Kritik geraten ist LichtBlick aber dennoch, da der Konzern zur Ausgleichung von Abweichungen im prognostizierten Stromverbrauch aktiv Strom unbekannter Herkunft aus der Strombörse einkauft. Dies wird von LichtBlick dadurch relativiert, dass im Gegenzug auch mehr Ökostrom als benötigt eingespeist wird und die Bilanz so letztlich dennoch mindestens 100% beträgt. Erst seit 2009 investiert LichtBlick auch umfassend in den Ausbau erneuerbarer Energieerzeuger, speziell der Installation von Mini-Blockheizkraftwerken. Die Elektrizitätswerke Schönau sind der älteste Ökostromanbieter Deutschlands und versorgen rund 100.000 Verbraucher. Die Stromangebote der EWS bestehen nach gesetzlicher Kennzeichnung zu etwa 96% aus erneuerbaren Energien.

Erster unabhängiger Ökostromanbieter war jedoch die Naturstrom AG, die seit 1999 im Markt aktiv ist und aktuell etwa 100.000 Kunden versorgt. Wie auch bei LichtBlick ist der grüne Strom bei Naturstrom zu 100% als von erneuerbaren Energiequellen stammend ausgewiesen.

Der vierte Ökostromanbieter ist die Genossenschaft Greenpeace Energy, die etwa 95.000 Kunden versorgt. Der angebotene grüne Strom besteht zu 100% aus erneuerbaren Energien. Im Gegensatz zu den anderen Ökostromanbietern speist Greenpeace Energy den erzeugten Strom nicht mengengleich, sondern zeitgleich ins Stromnetz ein. Das heißt, es wird kein Strom unbekannter Herkunft auf einer Strombörse gekauft, und ein Ausgleichsstrom bei Schwankungen im Verbrauch ist normalerweise nicht notwendig, da für jeden Kunden ein individuelles Verbrauchsprofil erstellt und der Strom auf Basis dieser Profile ins Netz gespeist wird.

Zertifikateinkäufer – „Ökostrom“, aber nicht Ökostrom

Die meisten anderen Versorger, die Ökostrom anbieten, werden in der Regel nicht als Ökostromanbieter bezeichnet, da sie oftmals weder überwiegend Ökostrom liefern bzw. produzieren noch in den Ausbau der Nutzung von erneuerbaren Energiequellen investieren. Oft werden nur Ökostromzertifikate gekauft, häufig auch aus dem Ausland, sodass der eingespeiste Strom zwar als Ökostrom bezeichnet werden darf, aber außer dieser Bezeichnung nichts mit dem Nutzen echter Ökostromanbieter gemein hat.

Wer grünen Strom beziehen will, sollte daher zu einem der echten Ökostromanbieter wechseln. Nur so kann man sich sicher sein, nicht nur für umweltfreundlichen grünen Strom zu zahlen, sondern auch, die zukünftige Entwicklung von weiteren erneuerbaren Energiequellen mit zu unterstützen.

Ökostromanbieter ohne Siegel

Müssen Ökostromanbieter den von ihnen verkauften Strom immer mit einem entsprechenden Zertifikat versehen? Ist Ökostrom erst dann Ökostrom, wenn die entsprechenden Siegel dies bezeugen? Eingeführt wurden die Siegel, um die schwarzen Schafe aufzuspüren, die zwar behaupten, Ökostrom zu produzieren, bei denen die Realität jedoch ganz anders aussieht.

Allerdings besteht kein Zwang, den Ökostrom mit den entsprechenden Zertifikaten bewerten zu lassen. Ein Teil der Ökostromanbieter entscheidet sich sogar bewusst gegen die Ökostromzertifizierung, da jedes einzelne Zertifikat Schwächen aufweist und mit Kosten verbunden ist. In einer Studie wurde herausgefunden, dass auf dem deutschen Strommarkt weitaus mehr Ökostromanbieter vorhanden sind, die ihre Produkte nicht zertifizieren lassen, als diejenigen, die auf die Zertifizierungssysteme setzen. Denn die Möglichkeit, sich ein Siegel auszudenken und damit Ökostrom zu bewerten, besteht eigentlich immer.

Ein spezieller Zertifizierungsprozess für Siegelvergabe

Um diesem Wirrwarr zu entgehen, empfehlen Verbraucherschützer bei der Suche nach einem Ökostromversorger auf die Zertifikate zu achten. Diese sollen die Entscheidung für oder gegen einen Ökostromversorger unterstützen, müssen aber nicht als einziges Auswahlkriterium gesehen werden.

Doch wie läuft die Vergabepraxis bei Zertifikaten ab? Der Vorgang soll hier beispielhaft an der Vergabepraxis beim ok Power Label dargestellt werden. Die Ökostromanbieter, die ihre Produkte zertifizieren lassen wollen, setzen sich mit dem zuständigen Gremium in Verbindung. Zunächst wird in einer Vorklärung besprochen, ob der Ökostrom den Anforderungen des jeweiligen Siegels gerecht wird und alle Voraussetzungen erfüllt. Im Anschluss daran wird ein Vertrag zwischen dem Stromanbieter und dem Unternehmen, welches das Zertifikat vergibt, aufgesetzt. Erst danach werden unabhängige Gutachter mit der Prüfung des Ökostromangebotes beauftragt. Ist die Prüfung abgeschlossen, reicht der Gutachter die Ergebnisse bei dem zertifizierenden Unternehmen ein, wo diese erneut geprüft werden. Nach Ablauf einer bestimmten Frist erfolgt eine erneute Überprüfung.

Ökostrom ohne Zertifikat ist nicht zwangsläufig schlecht

Das heißt, erst wenn alle Voraussetzungen erfüllt sind, wird Ökostrom als solcher zertifiziert. Dies ist stets mit Kosten und einem gewissen Aufwand verbunden. Zudem besteht keine Pflicht, den Ökostrom kennzeichnen zu lassen, weshalb viele Stromanbieter, die Ökostrom vertreiben, auf diesen Schritt verzichten. Zwar lässt sich bei diesen Anbietern nicht genau sagen, ob sie das Geld auch in weiterführende Klima- und Umweltschutzprojekte investieren bzw. Anlagen bauen, die ausschließlich ökologisch erzeugten grünen Strom produzieren, dennoch bieten auch diese Lieferanten Ökostrom an.

Die Verbraucher können sich demnach zwischen dem zertifizierten Ökostrom, der zwar meist ein wenig teurer als der nicht-gekennzeichnete Ökostrom ist, dabei jedoch Sicherheit vermittelt, und nicht-zertifizierten Angeboten entscheiden. Das bedeutet zugleich, dass Ökostrom ohne Zertifikat nicht zwangsläufig schlechter als zertifizierter Ökostrom ist.