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Tschechien plant neue Atomkraftwerke

Das Industrie- und Handelsministerium der Tschechischen Republik hat den Plan, einige neue Atomkraftwerke auf seinem Territorium zu erbauen. Die Nachrichtenagentur Reuters meldete dies am Donnerstag unter Berufung auf ein Regierungsdokument, wie ‚RIANOVOSTI‘ berichtet. Das Kabinett in Prag geht davon aus, dass der Anteil von Atomstrom in Tschechien bis zum Jahr 2060 auf 80 Prozent der gesamten erzeugten Elektrizität steigen wird, soll es in dem Entwurf heißen.

3 Länder bieten mit

Aktuell besteht etwa ein Drittel des tschechischen Stromes aus Atomkraft. Derzeit kommt dieser aus dem Betrieb von sechs Meilern. Vor kurzem wurde jedoch der Bau zweier weiterer Atomreaktoren ausgeschrieben. Die ersten neuen Anlagen sollen nach Plänen des Ministeriums bis 2025 in Temelin entstehen – dem größten Atomkraftwerk Tschechiens. Auch eine Erweiterung des AKW Dukovany in der benachbarten Slowakei sei nicht ausgeschlossen. Außerdem werden auch völlig neue Atomkraftwerke gebaut. Und verschiedene Unternehmen wollen mitbieten: Das russisch-technische Konsortium MIR.1200, zu dem Skoda (Tschechien) und die russischen Konzerne Atomstroiexport und Hydroprogress gehören, sowie die US-amerikanische Westinghouse Electric Co und der französische Atomgigant Areva SA, so berichtet Reuters.

Harte Worte vom Minister

„Die Atomkraft ist unersetzbar als eine billige Stromquelle. Erneuerbare Energien können den Verzicht auf Atomkraft nicht kompensieren“, so Tschechiens Industrieminister Martin Kocourek. „Ein Teil der Europäischen Union geht in die entgegengesetzte Richtung, weil diese Länder möglicherweise der Konkurrenzfähigkeit keine Aufmerksamkeit schenken (…) Wir behaupten doch nicht, dass diese Kraftwerke von heute auf morgen gebaut werden.“ Der Minister verwies zugleich auf die Besorgnis der tschechischen Regierung darüber, dass die benachbarten Deutschland und Österreich möglicherweise Versuche unternehmen würden, die tschechischen Atompläne zu durchkreuzen.

geschrieben am: 11.09.2011