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Weshalb die Strompreise wieder steigen

Berlin – Bereits im ersten Quartal dieses Jahres erhöhen 722 Stromversorger ihre Preise um durchschnittlich 7,2 Prozent. Dabei ergeben sich für einen Musterhaushalt mit einem Jahresverbrauch von 4.000 Kilowattstunden Mehrkosten von rund 70 Euro. Weitere Anbieter haben ebenfalls steigende Preise angekündigt, sodass das Ende der Preisspirale noch lange nicht in Sicht ist. Doch ist tatsächlich nur der Ökostrom für die Preistreiberei verantwortlich?

Obwohl die Ökostromförderung Schuld an den steigenden Preisen ist, wird oftmals der langfristige Nutzen dieser nicht einmal erwähnt. Die Branche der erneuerbaren Energien schuf bisher bereits 340.000 neue Arbeitsplätze und konnte allein im letzten Jahr nach Angaben des Bundesverbands Erneuerbarer Energien (BEE) Importe von fossilen Rohstoffen im Wert von 7,4 Milliarden Euro verhindern.

Der BEE kritisiert vor allem, dass die gesunkenen Einkaufspreise für Strom nur selten 1:1 an die Verbraucher weitergeben werden. Zudem müssten die Steuerzahler die Kosten für Atommülltransporte und Klimaschäden zahlen, während die Kosten für Klima-, Umwelt-, und Gesundheitsschäden bei Kohle- und Atomstrom nicht eingepreist werden.

Photovoltaik lässt Preise explodieren

Die Photovoltaik wird deshalb an den Pranger gestellt, weil der Ausbau viel zu schnell von statten geht und dadurch die Ökostrom-Umlage explodiert. Inzwischen fließt die Hälfte der Fördergelder in diese Branche, obwohl sie nur einen geringen Stromertrag liefert. Hätte man stattdessen in die Windenergie investiert, wäre die Umlage nicht so stark gestiegen, da Windenergie annähernd Marktpreise erzielt, erklärt der Energieexperte der Verbraucherzentrale Bundesverband, Holger Krawinkel.

Aber die Solarbranche ist nicht der alleinige Preistreiber: die größtenteils nicht planbaren Ökoenergien erzielen an der Strombörse oft nur Ramschpreise, während sie gleichzeitig mit horrenden Summen subventioniert werden. Durch die baldige Abschaffung des Atom- und Kohlestroms würden die Preise sogar noch weiter ausufern.

Wie weit steigen die Preise noch?

Laut Krawinkel könnte die Umlage bis 2015 auf 4,5 bis 6,5 Cent je Kilowattstunde steigen, sofern der Solarboom nicht eingedämmt wird und weitere Offshore-Anlagen ans Netz gehen. Da sich die Solarbranche aber auf drastische Kürzungen bis 2012 verständigt hat, wird die Umlage wohl eher auf dem derzeitigen Niveau verharren. Durch den EU-weiten Netzausbau in Höhe von 200 Milliarden Euro bis 2020 könnte die EEG-Umlage jedoch nochmals um circa 0,5 Cent je Kilowattstunde steigen. Nach dem erfolgreichen Ausbau dürften die Preise dann jedoch durch den größeren Wettbewerb am europäischen Binnenmarkt wieder sinken, erläutert Krawinkel.

Der steigende Ökostrom-Anteil verteuert die Preise nicht zwangsläufig, da im Erneuerbaren-Energien-Gesetz (EEG) ein Art Kostenbremse verankert ist. Das EEG wird bis 2012 nochmals reformiert. Zudem wird Solar- und Windenergie jedes Jahr wirtschaftlicher, während Uran und Kohle auf Grund der Verknappung der Ressourcen immer teurer werden. Krawinkel ist jedoch der Meinung, dass man die Fördergelder besser hätte investieren können.

Ein Prämienprogramm zum Austausch alter, stromfressender Kühlschränke hätte beispielsweise den Klimaeffekt und die Einsparung fossiler Energierohstoffe wesentlich vergrößert.

geschrieben am: 07.02.2011