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Experten fordern Umdenken bei Ökoenergie

Berlin – Der Sachverständigenrat für Umweltfragen (SRU) schlägt Alarm: ein Umdenken in der deutschen wie europäischen Klimapolitik ist zwingend erforderlich – ansonsten könnten die klimapolitischen Ziele nicht erreicht werden. Zu diesem Schluss kam das Sondergutachten "Wege zur 100-prozentigen erneuerbaren Stromversorgung" des SRU. Diese wurde gestern an Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) übergeben.

EEG muss erhalten bleiben

Der frühzeitige Ausbau erneuerbarer Energien wäre zwar vorerst mit höheren Investitionen verbunden, als die Verlängerung der Laufzeiten deutscher Atomkraftwerke, aber dafür ermögliche er "langfristig erhebliche Einsparungen selbst bei den direkten und erst recht bei den gesellschaftlichen Kosten", so das Gutachten. Die Bundesregierun muss jetzt "verlässliche Anreize für den weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien, der notwendigen Speicher und der Netze“ setzen, fordert Professor Martin Faulstich, Vorsitzender des Sachverständigenrats.

Das EEG muss erhalten werden, fügte Faulstich hinzu. Dass man dieses Erfolgsmodell nur behutsam ändern dürfe, bestätigte auch Christian Hey, Geschäftsführer des SRU. Eine Reform sei aber hinsichtlich der Kosten, speziell für die Solarförderung, zwingend erforderlich. Zum Thema Netzausbau erklärte Hey, dass nicht etwa die Bürgerproteste schuld an den Verzögerungen seien, wie es sooft behauptet wird. Diese Debatten seien nur Ablenkung für eine zu späte Planung und mangelnde Anreize. Stattdessen forderte der Geschäftsführer der SRU die Trassen frühzeitiger unter Beteiligung der Öffentlichkeit zu planen und durch private Investoren bauen zu lassen.

Energiepolitik scharf Kritisiert

Der SRU ließ auch kein gutes Haar an der Energiepolitik der Bundesregierung. Anlässlich der Vorstellung des Sondergutachtens am Mittwoch in Berlin sagte Olav Hohmeyer, ein Mitglied des SRU: "Ich halte es für verheerend, dass man das Vertrauen der Bevölkerung in die Energiepolitik extrem dadurch belastet, dass man Klientelpolitik für die Kernenergie gemacht hat." Der Weg, den die Regierung eingeschlagen habe, führe in die falsche Richtung.

Eine Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke sei genauso unnötig wie neue Kohlekraftwerke. So lautet das Ergebnis der Studie. Hohmeyer betonte sogar: "100 Prozent regenerative Stromversorgung ist, wenn wir wollen, bis 2030, und wenn wir es langsam angehen lassen, bis 2050 realisierbar." Dafür müssten aber genau jetzt die Weichen gestellt werden, besonders in Sachen Netzausbau und Speicherung. Auch das Vertrauen der Bevölkerung sei dafür notwendig. Kritisiert wurde auch die lasche Energieaußenpolitik. Hier müsse Deutschland deutlich aktiver werden. Ebenso müssten die europäischen Klimaziele höher gesteckt werden, erläuterte Hey mit Hinblick auf die Ergebnisse des Gutachtens.

geschrieben am: 27.01.2011