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Brüderle: Stromnetze bald überlastet

Berlin – Noch fällt in Deutschland nur selten der Strom aus, doch das Bundeswirtschaftsministerium geht davon aus, dass schon bald massive Störungen der deutschen Stromnetze auftreten könnten. Wie aus dem neuen Elektrizitätsbericht von Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) hervorgeht, sei vor allem der Widerstand der Bevölkerung am Fehlen wichtiger Überlandleitungen Schuld und könnte zum Zusammenbruch der Netze führen. Darüber berichteten die Nachrichtenagentur dpa, der der Bericht vorlag, und die „Bild“-Zeitung in ihrer Samstagsausgabe.

Teilweise gelangten die Stromnetze schon jetzt an die Grenzen ihrer Kapazität. Sollte der Netzausbau vor dem Hintergrund des starken Ausbaus der erneuerbaren Energien nicht beschleunigt, sei die Sicherheit der Stromversorgung gefährdet, so der Bericht. Diesem wurden Ergebnisse von Untersuchungen zwischen Juni 2009 und März 2010 zu Grunde gelegt.

Keine Gefahr bis 2015

Im Falle eines fristgerechten Ausbaus der Netze sei bis 2015 jedoch keine Gefährdung zu erwarten: "Das zeitliche Auseinanderlaufen des rasanten Zubaus von Erneuerbaren-Energien-Kapazitäten mit dem nur schleppend verlaufenden Ausbau der Stromnetze wird zunehmend zu strukturellen Problemen und Risiken für die Sicherheit der Stromversorgung in Deutschland führen, falls keine geeigneten Maßnahmen in der nahen Zukunft getroffen werden."

Gerade durch den Ausbau der Windenergie an Land und vor den Küsten sei ein rascher Ausbau der Netze dringend erforderlich. An windstarken Tagen geraten die bestehenden Netze schon heute an ihre Grenzen. Bei einem schleppenden Ausbau würde die Systemstabilität in den nächsten Jahren erheblich sinken. Dadurch stiege die Anzahl der Stromausfälle. Im Jahr 2009 betrug die Stromausfallzeit pro Jahr und Verbraucher nur 14,63 Minuten – verglichen mit anderen europäischen Ländern sehr gering.

Leitungsbedarf steigt

Auch die im November 2010 veröffentlichte zweite Netzstudie der Deutschen Netz-Agentur (dena) kam zu dem Ergebnis, dass bis 2020 mindestens 3.600 Kilometer neue Netze erforderlich seien um die zunehmende Einspeisung von regenerativer Energie bewältigen zu können. Ein entsprechender Ausbau würde 6 Milliarden Euro kosten. In der Netzstudie von 2005 war die Rede von einem Leitungsbedarf von 850 Kilometern bis 2015. Bis 2020 könnte dem Elektrizitätsbericht zufolge der Anteil erneuerbarer Energien jedoch um 30 Prozent steigen.

Gerade unter diesem Gesichtspunkt kritisierte Grünen-Fraktionschef Jürgen Trittin die verlängerten Laufzeiten der Atommeiler: "Schon heute müssen Windparks abgeschaltet werden, damit in alten Kohlekraftwerken CO2 und in alten Atomkraftwerken Atommüll produziert werden kann."

geschrieben am: 24.01.2011