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Atommüll: Castor-Transport erreicht Lubmin

Mit deutlicher Verspätung erreichte der Castor-Transport aus Südfrankreich am Donnerstagabend nach zwei Tagen das Zwischenlager Nord bei Lubmin. Auf dem letzten Wegstück hatten zwei an die Gleise gekettete Atomkraftgegner noch einmal für eine Verzögerung von rund sechs Stunden gesorgt.

Eigentlich hatte alles gut begonnen: der Atommülltransport mit vier Castor-Behältern - rund 2.500 Brennstäbe – war die ersten 1.700 Kilometer fast unbehelligt bis zur Ostsee gerollt. Doch rund 15 Kilometer vor dem Ziel war Schluss. Zwei Aktivisten der Umweltorganisation Robin Wood verpassten dem Zug eine Zwangspause.

Geringer Widerstand

Die Umweltaktivisten hatten sich südöstlich von Greifswald weder von der großen Polizeipräsenz, noch von der eisigen Kälte abhalten lassen und sich an die Bahngleise gekettet. Zusätzlich seien die Unterarme einbetoniert gewesen, sagte ein Polizeisprecher. Daher seien die Beamten auch sehr vorsichtig bei der „Befreiung“ vorgegangen. Am Mittag hatten rund 200 Menschen kurz vor Lubmin eine Sitzblockade gebildet, die von der Polizei aufgelöst wurde. Die Hälfte der Gegner wurde in beheizten Bussen abtransportiert, etwa 100 Beteiligte vorübergehend in Gewahrsam genommen.

Zwar konnten Gegner den Zug am Donnerstag in Magdeburg und bei Ludwigslust kurz stoppen, aber sowohl das Großaufgebot der Polizei als auch die widrigen Witterungsverhältnisse bremsten den Protest doch erheblich. Schneefälle und eisige Temperaturen forderten den 10.000 Beamten, so die Informationen, alles ab. Insgesamt waren die Proteste mit wenigen hundert Teilnehmern aber eher ruhig ausgefallen. Bei dem letzten Castor-Transport im November nach Gorleben hatten dagegen zehntausende Menschen demonstriert, darunter auch namhafte Politiker.

Wieder heftige Kritik

Dirk Seifert von Robin Wood sagte: "Solche Transporte quer durch das Land zeigen, dass es in Deutschland kein plausibles Konzept zur Verwahrung der radioaktiven Hinterlassenschaften gibt.“ Ähnliches äußerten auch die Atomkraftgegner, die den Zug am Morgen bei Ludwigslust für 15 Minuten gestoppt hatten. Der Sprecher des Informationsnetzwerks contrAtom, Bernd Ebeling, fasste zusammen: "Der Protest richtete sich in erster Linie gegen die ungelöste Atommüllentsorgung. Seit 45 Jahren wird in Deutschland Atomstrom produziert, ohne dass klar ist, was mit den Abfällen passiert."

Ebenfalls für Unmut sorgte die Tatsache, dass im Zwischenlager Nord nun radioaktiver Müll aus den westdeutschen Anlagen gelagert wird. Ursprünglich war es nämlich für die beiden stillgelegten ostdeutschen Atomkraftwerke gebaut worden. Mecklenburg-Vorpommerns Regierungschef Erwin Sellering (SPD) betonte im NDR: "Wir sind bereit, Atommüll aus Lubmin und Rheinsberg aufzunehmen, aber bitte nicht aus ganz Deutschland.“ Das Land hat darauf aber keinen Einfluss, da das Zwischenlager, ebenso wie der Müll, dem Bund gehört.

geschrieben am: 17.12.2010