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Variable Stromtarife lassen auf sich warten

Bisher kostet die Kilowattstunde die Verbraucher in Deutschland immer gleich viel, daher ist es egal wann sich die Stromzähler drehen. Doch zukünftig könnte sich das dank variabler Tarife ändern. Bei Familientarifen könnte mittags der Strom zum Kochen beispielsweise billiger werden oder Studenten erhielten ihren Strom im Semester für weniger als in den Ferien. Eigentlich war geplant, dass bis zum Jahresende jeder Versorger einen solchen Tarif, der sich Variabel an Zeit oder Verbrauch orientiert, anbieten. Getan hat sich jedoch nicht viel.

Harald Schäffler von der Freiburger Forschungsgruppe EnCT, eine auf variable Tarife spezialisierte Beratungsfirma, erklärt, dass die meisten Anbieter Tarife reaktivieren, die sie ohnehin noch in der Schublade haben. Laut Verivox haben in den Großstädten tatsächlich die meisten Versorger einen solchen variablen Tarif im Portfolio. Doch bei genauerem Hinschauen erkennt man, dass es sich dabei um Mogelpackungen handelt: Tag- und Nachttarife. Diese Tarifform, bei der der Kunde nachts weniger zahlt als am Tag, gibt es schon seit den 70er Jahren. In den letzten Jahren wurden diese aber nicht mehr genutzt bwz. nicht mehr beworben. "Zurzeit betreibt die Branche bei zeitvariablen Tarifen eine Alibipolitik", sagt auch Peter Reese, Leiter Energiewirtschaft bei Verivox.

Tag- und Nachttarife sind nicht gemeint

Die Splittung in Tag- und Nachttarife wurde damals eingeführt, um den nächtlichen Strom besser los zu werden. Nach Angaben von Tarifexperte Schäffler passt das mit der heutigen Zielsetzung aber nicht mehr zusammen. Ein Manko der erneuerbaren Energie ist, dass vor allem bei Windstrom die Produktion schwankt. Mit den variablen Tarifen könnte man die Kunden dazu bringen genau dann viel zu verbrauchen, wenn viel vorhanden ist, erläutert Schäffler das neue Ziel.

Über die Einführung der neuen Tarife wacht die Bundesnetzagentur. Der für Energie zuständiger Sprecher der Bundesnetzagentur, Rainer Warnecke, räumt ein, dass die Anforderungen des Gesetzgebers nicht gerade hoch wären. Zudem seien die Anbieter wenig kreativ. "Wir sind aber keine planwirtschaftliche Behörde", betont er: „Die Unternehmen müssen die Innovationen bringen."

Paragraph zu schwammig

Auf Grund des schwammigen und zu ungenauen Paragraphen wären Energieversorger lediglich dazu angehalten einen Anreiz zu "Energieeinsparung oder Steuerung des Energieverbrauchs" zu bieten. Damit gemeint sind auch "insbesondere lastvariable oder tageszeitabhängige Tarife". Kein Wunder also, dass sich nichts tut. Dass es jedoch auch anders geht, zeigen die Stadtwerke Bielefeld. Sie haben einen Tarif mit sechs Zeitzonen im Angebot.

Von intelligenten Stromtarifen als Teil einer durchdachten Strom-Umgebung müssen Experten also noch träumen. Sie erhoffen sich intelligente Stromzähler, die über Computer messen, wann der Strom billig ist und genau dann automatisch die Haushaltsgeräte einschalten. Dabei gibt es die ersten intelligenten Stromzähler bereits: Miele hat eine Waschmaschine im Programm, die mit dem PC verbunden werden kann. Im Moment ist aber schwer zu sagen, wann sich die vereinzelten Zähler, Geräte und Tarife durchsetzen und verschmelzen und für den Verbraucher interessant werden. Bis zum Jahresende wird aus den neuen Tarifen aber mit Sicherheit nichts mehr, so viel ist klar.

geschrieben am: 02.12.2010