Netzstudie kündigt hohe Kosten an

18.11.2010 | Redaktion:

Berlin – Mit Spannung wurde die zweite deutsche Netzstudie erwartet. Im Entwurf liegt sie nun vor. Sie belegt, dass der Ausbau der Stromnetze lahmt und Erdkabel als Alternative zum Schutz vor Natur und Bürgern sehr teuer wären. Zudem wird der große Netzbedarf von Umweltschützern angezweifelt.

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Netzstudie kündigt hohe Kosten an

Häufig würden lokale Bürgerinitiativen zum Sündenbock für den schleppenden Netzausbau gemacht, kritisiert Hubert Weiger, Vorsitzender des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). So sieht auch die Bundesregierung den Traum von der Energiewende durch viele kleine Proteste gegen die Stromnetzte quer durch Deutschland gefährdet.

BUND fordert Stromnetze zu optimieren



Stattdessen wirft der BUND der Regierung vor, zu wenig auf die Optimierung der bestehenden Stromnetze zu setzen und die alternativen Erdkabel mit Horrorrechnungen in Verruf zu bringen. Der BUND fordert dagegen die Bürger mehr einzubeziehen. Zudem hinge der lahmende Netzausbau mit mangelnder Investitionsbereitschaft der Betreiber, teuren Umplanungen und langen Genehmigungsverfahren zusammen. Auch stoppe der Ausbau häufig an den Grenzen der Bundesländer.

Mit der Netzstudie 2 der Deutschen Energieagentur (dena) liegt nun der Masterplan für den bundesweiten Netzausbau vor. Dieser beziffert die Kosten bis 2020 für neue Leitungen zur Einspeisung von Solar- und Windstrom auf 6 bis 55 Milliarden Euro. Das dürfte für neuen Zündstoff in der Debatte sorgen.

Im günstigsten Fall beliefen sich die Kosten auf sechs Milliarden Euro. Dann nämlich, wenn man sich für die Variante der 380-Kilovolt-Freileitungen entschied, bei der 3.600 Kilometer gebaut werden müssten. Bei der Variante der Erdkabel – zum Schutz von Mensch und Natur – könnten bis 2020 hingegen Kosten von 55 Milliarden Euro entstehen, heißt es in der 606 Seiten umfassenden Studie.
Die häufig angesprochene Alternative der Optimierung des bestehenden Stromnetzes durch Hochtemperaturseile, würde trotzdem einen Neubau von 1.500 Kilometern bedeuten und solle laut dena 13 Milliarden Euro kosten. Das wäre gut doppelt so teuer wie der Neubau von 3.600 Kilometern.

BUND hat Zweifel am Netzbedarf



Der BUND zweifelt jedoch prinzipiell den hohen Netzbedarf an. Durch die dezentrale Stromproduktion wäre zwar die Situation verändert, aber hauptsächlich führten verlängerte Atomlaufzeiten und weitere Kohlekraftwerke zur Blockierung der Netze. "Die Lastflüsse müssen transparent gemacht werden", sagt BUND-Energieexperte Werner Neumann. Entscheidend sei der Anteil, der auf die erneuerbaren Energien entfalle. Vermutlich seien gar nicht so viele Netzkilometer notwendig, wenn die Atom- bez. Kohlestrommengen zurückgingen.
Bürgerinitiativen betonen, dass sie nicht gegen den netzausbau sind, sondern Alternativen anzubieten hätten. Bei einer Drehstrom-Freileitung müsste eine 200 Meter breite Schneise gerodet und frei gehalten werden. Bei Erdkabelverlegung betrüge die Schneise lediglich 30 Meter. Zudem befürchten Bürger ein erhöhtes Krebsrisiko. Auch die Aussage von zehnmal höheren Kosten sei falsch.
Die etwas höheren Kosten im Vergleich zu Freileitungen würden sich nach 18 bis 20 Jahren durch geringeren Übertragungsverlust rentieren. Diese Leitungen könnten nicht überlastet werden und ermöglichten eine vollständige Kontrolle des Stromflusses.
Derzeit ist das deutsche Netz eines der stabilsten, trotz Netzkollaps-Warnungen, schleppendem Netzausbau und Einspeisevorrangs für Ökostrom. Lediglich in dünn besiedelten Gegenden wie Sachen-Anhalt, in denen die Netze schwach ausgebaut sind und immer mehr Windparks entstehen, geraten die Netze an stürmischen Tagen an ihre Grenzen.

Um den Stromausfall pro Einwohner auch zukünftig gering zu halten, ist ein zügiger Netzausbau notwendig – darin sind sich alle einig. Ebenso darin, dass damit der Strompreis in die Höhe schnellen dürfte.


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