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Spandau empört sich über Raumordnungsverfahren

Direkt neben, und zwar westlich von Berlin, genauer gesagt am Berliner Ring und somit genau in der Kaltluftschneise der Stadt, will Wustermark Energie ein neues Gas- und Dampfkraftwerk bauen. Die Schornsteine auf dem 16 Hektar großen Gebiet sollen 65 Meter in die Höhe schießen, während gleich nebenan ein Wohngebiet ist. Es gründete sich eine Bürgerinitiative und auch der 15 Kilometer entfernte Bezirk Spandau mischt sich ein. Es ist unerhört, dass auf die Bürger bei diesem Thema keine Acht genommen wird.

Verstopfte Frischluftschneise

Die Bewohner machen sich Sorgen. Das circa 400 Meter entfernte Wohngebiet muss mit einer hohen Lärmbelästigung und Luftverschmutzung rechnen, wenn das Kraftwerk tatsächlich 2012 angefangen wird, zu bauen. Dann sind es noch drei Jahre, bis das neue Großkraftwerk Strom für 1,5 Millionen Haushalte produzieren soll. Doch die dort wohnenden Menschen sind sich einig: „Wir brauchen kein Kraftwerk. Der Strom wird exportiert“ spricht das Mitglied der Bürgerinitiative „Kein Gaskraftwerk im GVZ Wustermark“ Fred Arras, „Das Schlimmste ist die Nähe zu den Wohnhäusern“. Das sehen auch 1470 andere Menschen aus Wustermark und Umgebung so und traten der Initiative bei. Und auch Berlin Spandau hält sich nicht mehr raus.

Ohne Aufforderung gab der Bezirk eine vom Spandauer Baustadtrat Carsten-Michael Röding unterschriebene Stellungnahme ab, in der es heißt, der überwiegende Westwind würde vor allem Stickoxide bis nach Berlin tragen, da das Kraftwerk genau in der Kaltluftschneide gebaut werden soll. Das würde die Zuführung von Frischluft negativ beeinflussen. Spandau ist von der Nichtbeteiligung des Bezirks am laufenden Raumordungsverfahren empört und fordert ein erneutes Verfahren von der zuständigen Gemeinsamen Landesplanung Berlin-Brandenburg, welches alle betroffenen Kommunen und Berliner Bezirke einschließt.

Ergänzung zur Windkraft

Der Geschäftsführer von Wustermark Energie, Volker Sigmund, weist die Kritik aber zurück: „Wir bauen ein hocheffizientes Kraftwerk, das keinerlei Einfluss auf die Kaltluft in der Region hat (…) Fachlich sind die Einwände aus Spandau nicht zu begründen (…) Sie müssen politisch motiviert sein“. Auch die Senatsumweltverwaltung sieht keine Gefahr für Berliner Belange. Denn Gas- und Dampfkraftwerke gelten als umweltfreundlicher als Kohlekraftwerke. Steffen Streu, der Sprecher des Brandenburgischen Wirtschaftsministeriums schwärmt sogar vom neuen Kraftwerk: „Das sind sehr effizient und flexible Anlagen, die schnell hoch- und wieder runtergefahren werden können“. Das Ministerium sieht das GuD-Kraftwerk als ideale Ergänzung zur weniger verlässlichen Windkraft.

geschrieben am: 17.11.2010