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Bundeswehr verhindert Bau von Windparks

Nordholz – In vielen Landstrichen Deutschlands gehören Windräder schon zum Landschaftsbild dazu- laut Bundesregierung soll die Zahl solcher Windparks weiter wachsen. Doch neben Protesten von Kommunen und Anwohnern über die Lärmbelästigung und Naturverschandelung und Tierschützern, stellt sich auch die Bundeswehr quer.

Die Bundeswehr verhinderte vor kurzem im niedersächsischen Nordholz den Bau von 25 Windrädern. Ein Presseoffizier erklärte, dass die Anlagen das Radar des wenige Kilometer entfernten Luftwaffenstützpunktes stören würden. Da das Radar die Windräder für bewegte Luftziele hielt, wäre das Erkennen von Luftfahrzeugen erschwert oder gar unmöglich. Feinde könnten sich so unbemerkt annähern.

Kein Einzelfall

Der Streit in der Gemeinde nähe Cuxhaven ist kein Einzelfall. Im ostfriesischen Wittmund gibt es ein ähnliches Problem. Die Bundeswehr will jede einzelne der 20 Anlagen prüfen und über den Bau entscheiden. Das bedeutet nicht nur Mehrkosten für die Betreiber. Da es keinerlei Planungssicherheit gäbe, wäre der Ausbau der Windenergie im gesamten Nordwesten gefährdet, klagt Ragna Lohmann vom Bremer Energiekontor, der für das Projekt in Nordholz zuständig ist.

Doch auch im restlichen Bundesgebiet taucht dieses Problem auf. Insgesamt wurden laut dem Bundesverband Windenergie (BWE) Bauvorhaben von Anlagen mit einer Gesamtleistung von 1.400 Megawatt gestoppt. „Die Politik muss endlich Farbe bekennen“, fordert BWE-Rechtsexperte Martin Maslaton.

"Zur besseren Verträglichkeit militärischer Radaranlagen mit der Windenergienutzung wird die Bundesregierung die technischen Voraussetzungen schaffen, die Störungen durch Windenergieanlagen weitgehend auszuschalten", heißt es in dem Energiekonzept der Bundesregierung. Demnach sollen vor allem alte durch neue Anlagen ausgetauscht werden.

Neue Technik bringt keine Abhilfe

In Nordholz konnte auch die neue Technik helfen. Trotz größerer und langsamer drehender Windräder, die eine weitaus geringere Störung bedeuten, lehnt die Bundeswehr den Bau ab. Der Bundesverband Windenergie spricht deshalb von einer Blockadehaltung der Bundeswehr. Angeblich würden dem Gutachten veraltete Primärradare zugrunde gelegt. Die Luftwaffe agiere aber längst mit dem moderneren Sekundärradar.

Derzeit beschäftigt sich das Umweltressort mit dem Konflikt. An dem Problem werde gearbeitet und man führte regelmäßig Gespräche mit dem Verteidigungsministerium um schnellstmöglich eine Lösung zu finden, sagte eine Sprecherin aus Berlin. Ob die Projekte in Wittmund und Nordholz dadurch gerettet werden können, bleibt abzuwarten. Eines ist jedoch sicher, sagt Lohmann: „Die Mühlen mahlen in der Politik sehr langsam.“

geschrieben am: 05.11.2010