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Stromnetzausbau: Neue Lösungen nötig

Im Rahmen des Workshops „Technologieoptionen zur Deckung des Kapazitätsbedarfs in den Übertragungsnetzen", der bereits am 9. Juli 2010 von der Bundesnetzagentur organisiert wurde, trafen sich etwa 90 Vertreter aus Bürgerinitiativen, Behörden, Industrie, Netzbetrieb und Wissenschaft. Hauptsächlich ging es um die Kosten und Möglichkeiten zum Einsatz von Hochspannungsgleichstrom- übertragung (HGÜ)-Technologie und Hochtemperaturleiterseilen.

Neue Technologien zur Unterstützung

Das hohe Aufkommen von Strom aus erneuerbaren Energien, welches sich in den kommenden Jahren deutlich steigern wird, stellt die Stromwirtschaft vor eine immense Herausforderung. „Wir brauchen innovative Lösungen beim Netzausbau“, erklärte Matthias Kurth (Präsident der Bundesnetzagentur). Der Ausbau der bestehenden Netze könne durch die Entwicklung und den Einsatz von neuen Übertragungstechnologien unterstützt werden, ersetzen könnten sie diese jedoch nicht.

Die bedeutendsten Resultate des Workshops fasste Kurth wie folgt zusammen: „Das politische Ziel der Entwicklung einer CO2-armen bzw. -freien Stromerzeugung nach 2015 erfordert einen bedarfsgerechten Netzum- bzw. ausbau. Im Rahmen unserer Veranstaltung sah keiner der Vertreter aus Wissenschaft und Industrie eine realistische Alternative zu den 24 im Energieleitungsausbaugesetz (EnLAG) enthaltenen Ausbauvorhaben. Darüber hinaus ist die Herausforderung, ab 2020 weitere ca. 12 GW Strom aus erneuerbaren Energien von Nord- nach Süddeutschland transportieren zu müssen, nach Ansicht der Experten mit keiner der heute eingesetzten Technologien allein zu meistern“.

Speziell für den Transport von Strom aus Offshore-Windparks könnte der Bau eines neuen Drehstromnetzes in der Frequenz des Bahnstromnetzes von Bedeutung sein, so die Experten.

Die Bundesnetzagentur will zusammen mit vielen Marktteilnehmern den Ausbau des Stromnetzes in Angriff nehmen. Dazu sollen möglichst bald Testläufe in der Praxis stattfinden, um die Eignung der einzelnen Technologien zu prüfen. Dies jedoch unter der Voraussetzung der Netzsicherheit und Bezahlbarkeit.

geschrieben am: 21.07.2010