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Ökostromanbieter in Deutschland

Müssen Ökostromanbieter den von ihnen verkauften Strom immer mit einem entsprechenden Zertifikat versehen? Ist Ökostrom erst dann Ökostrom, wenn die entsprechenden Siegel dies bezeugen? Eingeführt wurden die Siegel, um die schwarzen Schafe aufzuspüren, die zwar behaupten, Ökostrom zu produzieren, bei denen die Realität jedoch ganz anders aussieht.

Ökostromanbieter in Deutschland

Bei der Wahl eines Ökostromanbieters ist es unabdingbar, sich vorher umfassend zu informieren. Denn der Begriff Ökostrom ist nicht geschützt und unterliegt damit keiner einheitlichen und bindenden Definition. Daher existieren Ökostromangebote, deren Anbieter weder eigenen Ökostrom produzieren noch in diesen investieren.

Nur wenige echte Ökostromanbieter

In Deutschland gibt es vier große, „echte“ Ökostromanbieter, also Anbieter, die nicht nur Energie mehrheitlich aus erneuerbaren Quellen gewinnen, sondern auch aktiv in den Aus- und Neubau von Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energie investieren.

Mit rund 580.000 Kunden ist LichtBlick der größte Ökostromanbieter und zugleich einer der zwanzig größten Stromanbieter in Deutschland. Die Stromangebote von LichtBlick sind zu 100% als aus erneuerbaren Energien stammend gekennzeichnet. In Kritik geraten ist LichtBlick aber dennoch, da der Konzern zur Ausgleichung von Abweichungen im prognostizierten Stromverbrauch aktiv Strom unbekannter Herkunft aus der Strombörse einkauft. Dies wird von LichtBlick dadurch relativiert, dass im Gegenzug auch mehr Ökostrom als benötigt eingespeist wird und die Bilanz so letztlich dennoch mindestens 100% beträgt. Erst seit 2009 investiert LichtBlick auch umfassend in den Ausbau erneuerbarer Energieerzeuger, speziell der Installation von Mini-Blockheizkraftwerken. Die Elektrizitätswerke Schönau sind der älteste Ökostromanbieter Deutschlands und versorgen rund 100.000 Verbraucher. Die Stromangebote der EWS bestehen nach gesetzlicher Kennzeichnung zu etwa 96% aus erneuerbaren Energien.

Erster unabhängiger Ökostromanbieter war jedoch die Naturstrom AG, die seit 1999 im Markt aktiv ist und aktuell etwa 100.000 Kunden versorgt. Wie auch bei LichtBlick ist der Strom bei Naturstrom zu 100% als von erneuerbaren Energiequellen stammend ausgewiesen.

Der vierte Ökostromanbieter ist die Genossenschaft Greenpeace Energy, die etwa 95.000 Kunden versorgt. Der angebotene Strom besteht zu 100% aus Strom aus erneuerbaren Energien. Im Gegensatz zu den anderen Ökostromanbietern speist Greenpeace Energy den erzeugten Strom nicht mengengleich, sondern zeitgleich ins Stromnetz ein. Das heißt, es wird kein Strom unbekannter Herkunft auf einer Strombörse gekauft, und ein Ausgleichsstrom bei Schwankungen im Verbrauch ist normalerweise nicht notwendig, da für jeden Kunden ein individuelles Verbrauchsprofil erstellt und der Strom auf Basis dieser Profile ins Netz gespeist wird.

Zertifikateinkäufer – „Ökostrom“, aber nicht Ökostrom

Die meisten anderen Versorger, die Ökostrom anbieten, werden in der Regel nicht als Ökostromanbieter bezeichnet, da sie oftmals weder überwiegend Ökostrom liefern bzw. produzieren noch in den Ausbau der Nutzung von erneuerbaren Energiequellen investieren. Oft werden nur Ökostromzertifikate gekauft, häufig auch aus dem Ausland, sodass der eingespeiste Strom zwar als Ökostrom bezeichnet werden darf, aber außer dieser Bezeichnung nichts mit dem Nutzen echter Ökostromanbieter gemein hat.

Wer umweltfreundlich Strom beziehen will, sollte daher zu einem der echten Ökostromanbieter wechseln. Nur so kann man sich sicher sein, nicht nur für umweltfreundlichen Strom zu zahlen, sondern auch, die zukünftige Entwicklung von weiteren erneuerbaren Energiequellen mit zu unterstützen.

Ökostromanbieter ohne Siegel

Müssen Ökostromanbieter den von ihnen verkauften Strom immer mit einem entsprechenden Zertifikat versehen? Ist Ökostrom erst dann Ökostrom, wenn die entsprechenden Siegel dies bezeugen? Eingeführt wurden die Siegel, um die schwarzen Schafe aufzuspüren, die zwar behaupten, Ökostrom zu produzieren, bei denen die Realität jedoch ganz anders aussieht.

Allerdings besteht kein Zwang, den Ökostrom mit den entsprechenden Zertifikaten bewerten zu lassen. Ein Teil der Ökostromversorger entscheidet sich sogar bewusst gegen die Ökostromzertifizierung, da jedes einzelne Zertifikat Schwächen aufweist und mit Kosten verbunden ist. In einer Studie wurde herausgefunden, dass auf dem deutschen Strommarkt weitaus mehr Ökostromanbieter vorhanden sind, die ihre Produkte nicht zertifizieren lassen, als diejenigen, die auf die Zertifizierungssysteme setzen. Denn die Möglichkeit, sich ein Siegel auszudenken und damit Ökostrom zu bewerten, besteht eigentlich immer.

Ein spezieller Zertifizierungsprozess für Siegelvergabe

Um diesem Wirrwarr zu entgehen, empfehlen Verbraucherschützer bei der Suche nach einem Ökostromversorger auf die Zertifikate zu achten. Diese sollen die Entscheidung für oder gegen einen Ökostromversorger unterstützen, müssen aber nicht als einziges Auswahlkriterium gesehen werden.

Doch wie läuft die Vergabepraxis bei Zertifikaten ab? Der Vorgang soll hier beispielhaft an der Vergabepraxis beim ok Power Label dargestellt werden. Die Ökostromversorger, die ihre Produkte zertifizieren lassen wollen, setzen sich mit dem zuständigen Gremium in Verbindung. Zunächst wird in einer Vorklärung besprochen, ob der Ökostrom den Anforderungen des jeweiligen Siegels gerecht wird und alle Voraussetzungen erfüllt. Im Anschluss daran wird ein Vertrag zwischen dem Stromanbieter und dem Unternehmen, welches das Zertifikat vergibt, aufgesetzt. Erst danach werden unabhängige Gutachter mit der Prüfung des Ökostromangebotes beauftragt. Ist die Prüfung abgeschlossen, reicht der Gutachter die Ergebnisse bei dem zertifizierenden Unternehmen ein, wo diese erneut geprüft werden. Nach Ablauf einer bestimmten Frist erfolgt eine erneute Überprüfung.

Ökostrom ohne Zertifikat ist nicht zwangsläufig schlecht

Das heißt, erst wenn alle Voraussetzungen erfüllt sind, wird Ökostrom als solcher zertifiziert. Dies ist stets mit Kosten und einem gewissen Aufwand verbunden. Zudem besteht keine Pflicht, den Ökostrom kennzeichnen zu lassen, weshalb viele Versorger, die Ökostrom vertreiben, auf diesen Schritt verzichten. Zwar lässt sich bei diesen Anbietern nicht genau sagen, ob sie das Geld auch in weiterführende Klima- und Umweltschutzprojekte investieren bzw. Anlagen bauen, die ausschließlich ökologisch erzeugten Strom produzieren, dennoch bieten auch diese Lieferanten Ökostrom an.

Die Verbraucher können sich demnach zwischen dem zertifizierten Ökostrom, der zwar meist ein wenig teurer als der nicht-gekennzeichnete Ökostrom ist, dabei jedoch Sicherheit vermittelt, und nicht-zertifizierten Angeboten entscheiden. Das bedeutet zugleich, dass Ökostrom ohne Zertifikat nicht zwangsläufig schlechter als zertifizierter Ökostrom ist.