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Neuer Gaskonflikt - Nabucco oder South Stream?

Joschka Fischer, ehemaliger deutscher Außenminister und derzeitiger Berater Nabucco-Berater, lässt kaum ein gutes Haar an der geplanten South Stream Pipeline, die von den Russen vorangetrieben wird. Das Projekt sei das teuerste seiner Art und doch nicht wirtschaftlich. Fischer äußerte gegenüber dem Handelsblatt seine Kritik an dem Projekt. Zum einen sei es ökonomisch nicht sinnvoll und zum anderen politisch für Europa nicht interessant. Des Weiteren verweist er auf die Fortschritte der Nabucco-Pipeline.

Putin und Fischer beginnen öffentliche Auseinandersetzung

Auf die Kritik von Vladimir Putin, den russischen Ministerpräsidenten reagiert Joschka Fischer in einem Interview mit dem Handelsblatt. Die von russischer Seite geplante South Stream Pipeline sei weder ökonomisch noch politisch so relevant, dass sich der Bau lohne. Fischer beziffert die Kosten für die geplante Pipeline, welche mehr russisches Gas nach Europa transportieren soll, auf mehr als 20 Milliarden Euro. Somit wäre dieses Projekt das teuerste seiner Art. Er macht zudem deutlich, dass South Stream keinen Beitrag zu der angestrebten Diversifizierung der europäischen Gasquellen leisten würde. Das Gas würde aus den bereits genutzten Gasquellen stammen und lediglich über eine andere Pipeline von Russland nach Europa transportiert werden. Somit steige die Abhängigkeit vom russischen Gas weiter an, von welcher sich Europa jedoch, wenigstens teilweise, befreien möchte. Das Ziel von South Stream sei es ebenfalls, den Transit über die Ukraine zu umgehen. Dies würde im Gegenzug zu hohen Kosten führen.

Nabucco befindet sich im Vorwärtsgang

Joschka Fischer versäumt es nicht, auf die Vorzüge der Nabucco-Pipeline zu verweisen. Denn zum einen ist sie mit kalkulierten Kosten von rund 8 Milliarden Euro nicht einmal halb so teuer wie das russische Konkurrenzprojekt und zum anderen steige durch dieses Projekt die Unabhängigkeit Europas. Bereits am Dienstag hatte Vladimir Putin eine öffentliche Auseinandersetzung über die Vor- und Nachteile beider Projekte losgelöst. Er hatte seinerseits massive Kritik an der Nabucco-Pipeline geübt. Es gebe nach wie vor keine festen Lieferzusagen für das Projekt und sollten sich doch Länder entscheiden, sich an Nabucco zu beteiligen, so wünsche Putin diesen Gottes Hilfe. Fischer lässt sich von den Äußerungen jedoch nicht beeindrucken und zeigt sich optimistisch. Auch wenn bislang keine festen Lieferzusagen bestehen, meint er, dass sich die ersten festen Zusagen einiger Länder positiv auf die Entscheidungsfindung anderer Länder auswirken werde und dass demzufolge bald Lieferanten gefunden werden. Man befinde sich in Verhandlungen mit Aserbaidschan, Turkmenistan und dem Irak. Ob die Entscheidung über den Bau bis zum Ende des Jahres fällt, ist allerdings weiterhin offen.

geschrieben am: 10.09.2010