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Fehlinformationen zur Nutzung der Asse!

Nachricht vom 8.6.2009
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Das marode Atommülllager Asse bei Wolfenbüttel Niedersachsen wurde offenbar von Anfang an anders genutzt als behauptet! Es war zwar als Forschungsanlage ausgewiesen, soll aber stattdessen schon immer als Endlager für radioaktiven Abfall gedient haben. Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) hat diesen Vorwurf jetzt bestätigt.



Das Amt ist der Betreiber der umstrittenen Asse und hat mit seinen Angaben die Befürchtungen wachsamer Atomgegner wahr werden lassen. Das ehemalige Salzbergwerk sei demnach nie als Forschungsanlage vorgesehen gewesen, und es habe auch keine entsprechenden Entwürfe gegeben. Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) ist sich sicher, dass die Asse bereits vor 30 Jahren als billige Lagerstätte für Atommüll genutzt worden war.
 
Der BfS- Präsident Wolfram König gab an, dass einige Kernkraftwerke die Asse als Entsorgungsstätte vermerkt hätten. Zwischen 1967 und 1978 wurden 126 000 Fässer mit schwach bis mittelstark verstrahltem Abfall dorthin gebracht worden. Die Lagerung des Materials in dem alten Salzbergwerk ist jedoch nach heutigem Wissensstand extrem gefährlich, weil Strahlenschützern zufolge vor allem das von außen einsickernde Grundwasser die Stabilität der Anlage stark beeinträchtigt.
 
In einer Tiefe von 660 Metern werden die täglich rund 12 000 Liter Wasser in einer Kammer über eine große Wanne aufgefangen und nach oben gepumpt. Seit knapp 20 Jahren fließt laut BfS Grundwasser in die Asse, dennoch war das Problem erst 1995 erkannt worden. Inzwischen ist die Sicherheit des Lagers Wolfram König zufolge nicht mehr gewährleistet, und man muss damit rechnen, dass der Wasserpegel in absehbarer Zeit drastisch ansteigt und die Asse untergeht.
 
Ein aktuelles Gutachten gewährt die Sicherheit zwar bis 2020, aber nur, wenn der Grundwasserpegel konstant bleibt. Derzeit werden die Schächte der Asse, die starke Risse und Hohlräume aufweist durch Bauexperten mithilfe einer speziellen Betonmischung stabilisiert. Darüber hinaus wird das BfS noch zahlreiche weitere Missstände beheben müssen.
 
Die Vorgaben zum Strahlenschutz wie z.B. Tragen einer Schutzkleidung wurden lange Zeit nicht eingehalten, und der Inhalt der Fässer ist bislang gar nicht oder nur unzureichend dokumentiert worden. Ab Mitte Juni soll deshalb ein Untersuchungsausschuss des Parlaments die Pannen und Ungereimtheiten in der Asse gezielt untersuchen.







Redaktion Stromvergleich.de: Nadine Rom   |  aktuelle Stromnachrichten bei Twitter Stromvergleich auf twitter

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