Startseite Stromnachrichten Greenpeace kritisiert die Atomlobby 

Greenpeace kritisiert die Atomlobby

Nachricht vom 5.4.2011
Anzeige

Die Bundesregierung wird von den Lobbyisten der großen Energiekonzerne unter Druck gesetzt. Denn seit dem Abschalten der alten Atomkraftwerke importiert Deutschland doppelt so viel Atomstrom wie davor. Deshalb soll in Süddeutschland bereits ein Blackout drohen, die der „Spiegel“ berichtete. Greenpeace spricht von „billiger Panikmache“.



Greenpeace kritisiert die Atomlobby

Greenpeace kritisiert die Atomlobby

Import statt Export



Wenige Wochen nach dem Atomunglück in Fukushima haben sich die Lobbyisten noch zurückgehalten. Doch nun wird es wild: Die Lobbyisten verbreiten düstere Warnungen, dass die Strompreise sowie Importe steigen würden und selbst Blackouts nicht mehr auszuschließen seien. Diese Warnungen verkündeten der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), sowie ein Manager des Energieriesen RWE am Montag. Die BDEW-Chefin Hildegard Müller sprach auf der Hannover Messe davon, dass die Bundesrepublik vom Nettoexporteur zum Nettoimporteur geworden sei. Und die Importe aus Frankreich und Tschechien bestehen höchstwahrscheinlich aus Atomenergie.



 

Debatte rein künstlich



Der Energieexperte von Greenpeace, Andree Böhling, wirft dem Lobbyverband vor, eine „rein künstliche Debatte zu führen“. Denn die deutschen Kapazitäten sind auch ohne den Strom der abgeschalteten Atomkraftwerke nicht erschöpft. „Die gestiegenen Importe erklären sich“, so der Experte, „vielmehr mit der Reaktion der Strommärkte, die sich immer mit dem günstigsten Strom versorgen – und der kann zeitweise auch verstärkt von Atomkraftwerken aus Frankreich kommen“. Tatsächlich soll Deutschland sofort auf den Strom der sieben Meiler verzichten können. Denn die deutschen Kapazitäten decken den Bedarf selbst in Spitzenzeiten locker ab – selbst dann gäbe es noch einen enormen Überschuss.



 

Widersprüchliche Äußerungen



Nach Angaben des Sprechers der Bundesregierung, Steffen Seibert, prüft diese derzeit, wie sich das Moratorium auf den deutschen Strommarkt auswirkt. Eine Sprecherin des Bundesumweltministeriums erklärte außerdem, dass auch schon vor dem Moratorium Strom aus Frankreich zu uns kam. Damit widersprach sie der Darstellung, dass Deutschland insgesamt ein Netto-Stromimporteur geworden sei: „Wir bleiben Netto-Stromexporteur“. Auch die Grünen äußerten sich ähnlich.
 







Redaktion Stromvergleich.de: Nadine Rom   |  aktuelle Stromnachrichten bei Twitter Stromvergleich auf twitter

copyrighthinweis



Einen Kommentar schreiben:

Mich bei neuen Kommentaren benachrichtigen.

( Achtung: Benötigte Felder sind mit * gekennzeichnet. Sie sind selbst verantwortlich für den von ihnen abgegebenen Kommentar. Aus Sicherheitsgründen wird ihre IP gespeichert )