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Wie sicher ist Neckarwestheim 1 wirklich?

Nachricht vom 24.2.2011
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Heilbronn – Das Atomkraftwerk Neckarwestheim 1 ist wieder einmal in die Schlagzeilen geraten. Die Umweltorganisation Greenpeace wirft der baden-württembergischen Umweltministerin Tanja Gönner vor, einen Nachrüstplan des Betreibers EnBW jahrelang geheimgehalten und nicht bewilligt zu haben. "Wieder einmal werden die Tatsachen verdreht und damit Ängste geschürt und die Menschen mit haltlosen Vorwürfen verunsichert", sagte am Mittwoch ein Ministeriumssprecher in Stuttgart. Das AKW würde alle geltenden Sicherheitsbestimmungen erfüllen.



Wie sicher ist Neckarwestheim 1 wirklich?

Wie sicher ist Neckarwestheim 1 wirklich?

Laut Greenpeace hat Gönner eine wichtige Nachrüstmaßnahme, die EnBW 2007 beantragt hatte, bis heute nicht genehmigt. Als Beweis veröffentlichte Greenpeace am Dienstag auf seiner Homepage entsprechende Unterlagen aus dem Jahr 2007, die den Sachverhalt belegen. Auch die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hatte schon im Januar dieses Jahres auf die Unterlagen hingewiesen.
Ministerium weist Vorwürfe zurück

Die Umweltorganisation erklärte, dass der Betreiber die aufgelisteten Verbesserungen der Sicherheitstechnik als zwingend erforderlich eingestuft habe und diese sofort hätten umgesetzt werden müssen. Die Unterlagen zeugen von den erheblichen Sicherheitsmängeln. Nun müsse geklärt werden, warum Gönner nicht gehandelt habe, so Greenpeace-Atomexperte Tobias Riedl. "Dass nicht einmal die gröbsten Risiken des Reaktors beseitigt wurden, ist höchst fahrlässig und gefährlich."

Der Ministeriums-Sprecher erklärte dagegen, dass die geplanten Maßnahmen lediglich die Sicherheit erhöhen würden – die Anlage könne aber auch ohne diese sicher betrieben werden. Er warf Greenpeace „verantwortungslose Panikmache“ vor. Der Antrag sei Teil des seit Jahren in Baden-Württemberg verfolgten kontinuierlichen Verbesserungsprozesses der kerntechnischen Anlagen und niemals verheimlicht worden. Zudem hätten die Unterlagen seit November dem Bundesumweltministerium (BMU) vorgelegen. Das BMU hätte der Landesaufsicht Bescheid gegeben, wenn es die Maßnahmen als zwingend erforderlich angesehen hätte.

DUH erhob ebenfalls Vorwürfe


Der energiepolitische Sprecher der Grünen im Landtag, Franz Untersteller, ist der Meinung, dass Gönner die Wahrheit absichtlich verschwiegen hat. Erst kürzlich hatte sie behauptet, dass Neckarwestheim, Deutschlands zweitältester Reaktor, alle geltende Sicherheitsbestimmungen erfülle. Dem Antrag der EnBW ist jedoch zu entnehmen, dass das AKW in zentralen sicherheitsrelevanten Bereichen nicht dem Stand von Wissenschaft und Technik entspreche. Das behauptet sogar der Betreiber. Weshalb sonst hätte er eine derart umfangreiche Liste mit Nachrüstmaßnahmen bei der Atomaufsichtsbehörde eingereicht? Untersteller forderte Gönner auf endlich entschlossen zu Handeln.

Die Deutsche Umwelthilfe hatte schon im Januar kritisiert, dass die umfangreichen Sicherheitsnachrüstungen, die EnBW 2007 beantragt hatte, bis heute nicht umgesetzt worden seien. Daraufhin wurden Forderungen der Grünen laut den zweitältesten Reaktor Deutschlands vom Netz zu nehmen. Sowohl der Energiekonzern als auch das Umweltministerium hatten die Vorwürfe zurückgewiesen. Denn das Kernkraftwerk Neckarwestheim 1 entspreche allen Sicherheitsanforderungen.








Redaktion Stromvergleich.de: Patricia vom Merk   |  aktuelle Stromnachrichten bei Twitter Stromvergleich auf twitter

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