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Röttgen kämpft für die Ökoenergie

Nachricht vom 14.1.2011
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Ginge es nach dem Willen der großen Energiekonzerne, sähe es für den Ökoenergieausbau schlecht aus. Solarstrom würde künftig beispielsweise aus Spanien bezogen, weshalb in Deutschland weniger Ökostrom produziert werden müsste. Dadurch könnten die Großkonzerne ihre Machtstellung weiter ausbauen. Doch Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) will für die Erneuerbare-Energien-Branche kämpfen.



Röttgen kämpft für die Ökoenergie

Röttgen kämpft für die Ökoenergie

Röttgen hält nichts von der geplanten Harmonisierung der Ökostromförderung. Diese könnte das EEG aushebeln, was dazu führen würde, dass das Energiekonzept hinfällig wäre. Dieses sieht eine stetig steigende Ökostromproduktion vor, die bis 2050 einen Anteil von 80 Prozent erreicht. Röttgen zeigte sich sichtlich kämpferisch und fordert, dass auch zukünftig jedes Land eigene Förderwege beschreitet.

Deutschlandweit vollzieht sich jedoch längst schon eine Revolution: ein stetig wachsender Teil der Bevölkerung produziert seine Energie selbst. Durch Sanierungsmaßnahmen wird immer weniger Energie verbraucht und mit einer Photovoltaikanlage auf dem Dach kann der Strombedarf fast gedeckt werden. Die Branche hat 340.000 neue Jobs geschaffen und auch die Kommunen profitieren von Steuereinnahmen, beispielsweise, wenn auf der grünen Wiese ein Windpark entsteht.


Harmonisierung nicht ausgereift



Doch die Harmonisierung hinkt erheblich. Zum einen würde Deutschland den Sonnenstrom aus Spanien und Italien subventionieren, während man sich gleichzeitig von den Importen abhängig machte. Zum anderen fehlen länderübergreifend noch mehr Netze. Der europäische Netzausbau würde bis 2020 rund 200 Milliarden Euro kosten. Für einen europäischeren Markt müsste die Bundesregierung teuer bezahlen. Weniger Leitungen wären nötig, wenn mehr dezentrale Lösungen geschaffen und Energie eingespart würde, etwa durch computergesteuerten Verbrauch.

Besonders die Solarstromförderung ist in die Kritik geraten. Fritz Vahrenholt, Chef der Erneuerbaren-Sparte von RWE, erklärte süffisant, dass die Solarförderung in Deutschland so effektiv sei wie in Alaska. Beide kommen im Jahr auf etwa 800 Sonnenstunden – Spanien dagegen auf 3.000 Stunden. Trotz dieser fast einhelligen Meinung nähern sich sowohl Sonnen- als auch Windenergie allmählich den Marktpreisen an. Für Röttgen ist die Förderung lediglich eine Anschubfinanzierung, die anders als Atom- und Kohlestrom, keine milliardenschweren Folgekosten nach sich zieht. Daher könnten die Energiekosten langfristig gesehen wieder sinken.


Die Ausbremser



Die Opposition ist der Meinung, dass die deutschen Probleme lösbar sind, etwa durch mehr Erdkabel. Die Energiesprecherin der Grünen, Ingrid Nestle, betonte: "Damit eines klar ist: Wir Grüne sind für den Ausbau und die Modernisierung der Stromnetze in Deutschland." Viel zu lange hätten E.ON, RWE und Co. Den Ausbau herausgezögert, weil dadurch ihre Strukturen mit hohem Atom- und Kohlestrom gefährdet würden. Nestle stellt klar: die Nein-Sager sind die Energiekonzerne. Sie würden dem stockenden Netzausbau falsche Tränen nachweinen und Bürgerwiderstände vorschieben.

Ein Verfechter in Sachen Ausbremsung des EEG, welches die Rot-Gründe Bundesregierung vor zehn Jahren beschlossen hat, gibt zu, dass der Import von Ökoenergien zu einem energiepolitischen Dilemma führe. Hier fehle es deutlich an den Netzverbindungen. Frankreich und Baden-Württemberg sind zwar durch dreißig Brücken für die Straße und drei für die Schienen verbunden, aber durch keine für den Strom, so der EU-Energiekommissar.







Redaktion Stromvergleich.de: Gerhard Solter   |  aktuelle Stromnachrichten bei Twitter Stromvergleich auf twitter

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