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Wirtschaftsboom verschlechtert Energiebilanz

Nachricht vom 21.12.2010
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Der Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen, Hans-Joachim Ziesing, erklärte der Nachrichtenagentur dapd in Berlin, dass sich die deutsche Klimabilanz auf Grund des Wirtschaftsbooms deutlich verschlechtert hat. Die Arbeitsgemeinschaft geht nach ersten Schätzungen davon aus, dass sich der energiebedingte Ausstoß von Kohlenstoffdioxid im laufenden Jahr um knapp vier Prozent erhöht hat. Auch das Winterwetter zu Beginn und zu Ende des Jahres habe daran einen maßgeblichen Anteil getragen.



Wirtschaftsboom verschlechtert Energiebilanz

Wirtschaftsboom verschlechtert Energiebilanz

Ziesing, der sich seit Jahren mit der Berechnung der deutschen Klimagase beschäftigt, betonte, dass sowohl die gute Konjunktur als auch die enorme Kälte den Ausstoß negativ beeinflusst hätten. Der Heizwärme-Bedarf stieg deutlich, da es rund 17 Prozent kälter war als im Vorjahr. Der Primärenergiebedarf stieg zum Vorjahr laut Schätzungen der Arbeitsgemeinschaft um gut vier Prozent. Trotzdem lägen die Emissionen noch unter dem Wert von 2008, also dem Jahr vor der Krise, so Ziesing. Die Rezessionen hatten 2009 zu einer Verringerung der energiebedingten CO2-Emissionen um sieben Prozent geführt.


Klimaziele nicht in Gefahr



Trotz dieser Entwicklung sieht Zieser die internationalen Klimaverpflichtungen nicht in Gefahr, denn in den vergangenen Jahren hatte Deutschland seine Zusagen nach dem Kyoto-Protokoll übererfüllt. So lagen die Emissionen 2009 nach offiziellen Angaben 25 Prozent unter denen von 1990 – Deutschland hatte erklärt den Ausstoß zwischen 2008 und 2012 um durchschnittlich 21 Prozent zu senken. Die Daten für dieses Jahr werden erst im Frühjahr erwartet, die Schätzungen der energiebedingten CO2-Emissionen sind also nur ein erster Anhaltspunkt für die Kyoto-Ziele.

Dem Bericht der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen zufolge ist der Anteil der erneuerbaren Energien von 9,1 auf 9,4 Prozent gestiegen. An der Energiebilanz 2010 haben sie damit einen Anteil von 44,8 Millionen Tonnen SKE, was einem Plus von 6,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr bedeutet.


Die Fakten



Die Photovoltaik legte um 80 Prozent zu. Die Kernkraftwerke steigerten ihren Anteil an der Energieerzeugung um 3 Prozent. Auch der Konsum an fossilen Energieträgern wächst: Erdgas um 3,7 Prozent, Steinkohle sogar um 15 Prozent auf 57,8 Millionen Tonnen SKE. Die Maßeinheit Steinkohleeinheiten (SKE) erklärt der Sprecher der Arbeitsgemeinschaft, Uwe Maaßen, mit der Energie, „die frei wird, wenn man die entsprechende Menge Steinkohle verbrennt".

Die 1971 von Verbänden der Energiewirtschaft und wissenschaftlichen Instituten gegründete Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen wertet Energiestatistiken aus und bilanziert sie.






Redaktion Stromvergleich.de: Nadine Rom   |  aktuelle Stromnachrichten bei Twitter Stromvergleich auf twitter

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