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Klimagipfel endet mit Kompromiss

Nachricht vom 14.12.2010
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Nach einer bis in die Nacht andauernden Konferenz einigten sich die Teilnehmer gegen den Widerstand der bolivianischen Delegation auf zwei Abschlussdokumente. Damit endet der zweiwöchige Klimagipfel in Mexiko mit einem Kompromiss, der unter anderem die Einrichtung eines milliardenschweren Klimafonds sowie kleinere Schritte im Kampf gegen den Klimawandel vorsieht.



Klimagipfel endet mit Kompromiss

Klimagipfel endet mit Kompromiss

Zwar konnte keine Einigung auf eine konkrete Reduzierung des Ausstoßes von Treibhausgasen getroffen werden, doch das gefürchtete Scheitern blieb aus. Gerade in Hinblick auf den enttäuschenden Klimagipfel in Kopenhagen, kann der Kompromiss in Cancún als erster Schritt in die richtige Richtung betrachtet werden. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nannte das Ergebnis „einen guten Schritt nach vorn“. Dennoch bliebe „sehr, sehr viel zu tun“ um ein zweites Kyotoprotokoll zu erzielen.

Positive Reaktionen



Erleichterung machte sich auch bei Norbert Röttgen (CDU), Bundesumweltminister, breit. Die Klimakonferenz habe die Erwartungen erfüllt. Zudem hätte sich die Staatengemeinschaft als handlungsfähig erwiesen. Besonders erfreut war Röttgen, dass das Zwei-Grad-Ziel erstmals offiziell von der Weltgemeinschaft anerkannt wurde. Die Regierungen hätten ein klares Signal gesetzt, hin zu einer von niedrigen Emissionen geprägten Zukunft, sagte Christiana Figueres, Chefin des Weltklimasekretariats.

Unter Umwelt- und Hilfsorganisationen gilt das Ergebnis allenfalls als Teilerfolg. Besonders die Vertreter Boliviens nannten es eher eine Gefahr für den Planeten, da die Ergebnisse nicht konkret genug seien. Zum Schluss ging die mexikanische Außenministerin und Versammlungsleiterin, Patricia Espinosa, aber über die bolivianischen Einwände hinweg. Eine Einigung müsse zwar im Konsens erzielt werden, aber das dürfe nicht heißen, dass „ein Land das Recht auf ein Veto hat".

Inhalt des ersten Abschlusspapiers ist die gemeinsame Festlegung der Staatengemeinschaft, die Erderwärmung auf zwei Grad zu begrenzen. Als Bezugspunkt dient das vorindustrielle Zeitalter. Im zweiten Papier wurde festgelegt, dass die Industriestaaten ihren CO2-Ausstoß bis 2020 um 25 bis 40 Prozent reduzieren müssen, als Vergleich dient das Jahr 1990.

Noch ein langer Weg


Von vornherein war klar, dass es unter den 194 teilnehmenden Staaten keine Einigung auf ein konkretes, völkerrechtlich verbindliches Abkommen geben würde. Dieses hätte das 2012 auslaufende Kyotoprotokoll ablösen sollen. So legte man in Cancún vielmehr die Grundlagen für den Klimagipfel in südafrikanischen Durban im nächsten Jahr. Ein völkerrechtlich verbindliches Abkommen bleibe aber Ziel, betonte Röttgen. Auch EU-Klimakommissarin Connie Hedegaard mahnte: "Jeder sollte sich dessen bewusst sein, dass wir noch immer eine lange und anspruchsvolle Reise vor uns haben, um das Ziel eines völkerrechtlich verbindlichen Klimarahmenabkommens zu erreichen."

Während Greenpeace das Ergebnis von Cancún als „Zeichen der Hoffnung“ wertet, äußerte sich der Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND) eher zurückhaltend. Mit den Ergebnissen könne die Erderwärmung nicht unter zwei Grad halten, sagte der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger. "Leider haben Staaten wie die USA, Japan, Kanada, Australien und China weitere Fortschritte blockiert." Der wirksame Klimaschutz sei erneut vertagt worden – auf die Klimakonferenz 2011 in Durban.







Redaktion Stromvergleich.de: Nadine Rom   |  aktuelle Stromnachrichten bei Twitter Stromvergleich auf twitter

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