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kostenlose Stromwechsel HotlineKlimagipfel: CCS-Technik scheidet die Geister
Nachricht vom 7.12.2010Es herrscht dicke Luft beim UN-Klimagipfel in Cancún: Es geht um die Anerkennung des umstrittenen CSS-Verfahrens (Carbon Capture and Storage) zur Abscheidung und unterirdischen Verpressung von Kohlendioxid als Klimaschutzmaßnahme. Damit wäre auch der Weg für eine finanzielle Förderung frei. Greenpeace kritisiert, dass damit nur das „schmutzige“ Geschäft der Kohlebranche gesichert werde.
Umweltschützer sind empört, worüber in Cancún verhandelt wird. Greenpeace-Experte Martin Kaiser bringt es auf den Punkt: "Auf die globalen Extremwetter-Ereignisse der letzten Jahre folgt nun bei den Klimaverhandlungen ein extremer und beschämender Selbstbetrug der verhandelnden Industriestaaten." Seiner Meinung nach bemühe man sich zu sehr der Kohle- und Ölindustrie einen Fortbestand „ihrer zerstörerischen Geschäfte zu ermöglichen". Daher fordert er Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) auf, den Plan in der nun beginnenden Ministerrunde zu stoppen.
CCS-Projekt von Deutschland forciert
Konkret soll die CSS-Technik für Entwicklungsländer als Maßnahme anerkannt werden, die dem Klimaschutz dient und daher auch mit internationalen Geldern gefördert werden kann. Kaiser sprach gar von einer Pervertierung des Klimaschutzgedankens. Daher müsse der Kohlendioxidausstoß sofort und massiv gesenkt werden. Die Verlagerung in die Erde berge im Falle von Lecks außerdem großen Risiken. „Die Öl- und Kohleindustrie verdient genug Geld, um nicht noch Geld von den armen und ärmsten Staaten der Welt zu stehlen, was der Vorschlag im Klartext bedeutet", sagt Kaiser.
Allerdings ist es gerade Deutschlands Bundesregierung, die das CCS-Projekt voranbringen will, weil sie hier einen Hoffnungsträger sieht. So will sie bis 2017 die Technik, bei der mittels Pipelines das Gas tief in die Erde verpresst werden soll, erproben lassen. Die Speicherkapazität der zwei bis drei Lager soll jährlich auf je 3 Millionen Tonnen CO2 beschränkt werden. Auf Grund des Widerstands in einigen Ländern hakt es jedoch schon seit Wochen an der Umsetzung eines entsprechenden Gesetzes. Man solle CCS nicht so zerreden wie die Transrapid-Technologie, betonte Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP). Er sprach von der CCS-Technologie sogar als weltweitem Exportschlager.
Verfahren ist teuer
Daher könne es interessant sein, die Klimaschutzbemühungen der Entwicklungsländer mit CCS zu unterstützen. Die Technologie wird bereits mit mehreren hundert Millionen Euro von der EU gefördert. Das Verfahren ist jedoch sehr teuer. Die beim Emissionshandel zu kaufenden Verschmutzungsrechte pro Tonne CO2 müssten sich reichlich verdoppeln, damit sich CCS rechne, betonte Vattenfall, die bislang als einziges Unternehmen eine Pilotanlage betreiben. Zudem benötigt das Verfahren sehr viel Energie: man bräuchte für drei Kohlekraftwerke ein viertes zur Energiegewinnung für das Verfahren. Laut Bundesregierung bräuchte man die Technologie jedoch um bis 2050 die Emissionen um 80 Prozent zu verringern. Für die Stahl-, Kalk- oder Zementindustrie könne das Verfahren zudem ein Segen sein.
Auch die Umweltverbände sind sich uneins: Greenpeace verurteilt CCS, wogegen der WWF ihr eine Chance einräumt. Da sich der Kohleausstieg in Deutschland wohl noch über Jahre hinaus ziehen wird, könnte das Verfahren zum kleinen Klimaretter werden, so das Argument.
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Redaktion Stromvergleich.de: Nadine Rom
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S. Wadewitz( vom 08.12.2010 )
Zum Thema CCS fällt mir nur der große Protest ein, der nicht gehört werden will. Mehr lesenswerte Informationen unter www.co2bombe.de
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