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Castor-Transport nach Russland sorgt für Wirbel

Nachricht vom 11.11.2010
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Am Dienstag sprach die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bundestag, Renate Künast, von einer „hochgefährlichen Fracht“. Es wäre nicht akzeptabel, dass jetzt aus Ahaus Material nach Russland geschickt würde, sagte Künast weiter. Auch SPD-Chef Sigmar Gabriel äußerte sich kritisch zu den Plänen von Schwarz-Gelb: "Das ist unverantwortlich und ein Akt der politischen Feigheit. Es ist die Aufgabe eines jeden Landes, den eigenen Atommüll selbst zu entsorgen."



Castor-Transport nach Russland sorgt für Wirbel

Castor-Transport nach Russland sorgt für Wirbel

Atommüll aus Rossendorf



Es dreht sich um die atomare Fracht aus dem früheren DDR-Forschungszentrum Rossendorf bei Dresden. Da dieses als Zwischenlager nicht zugelassen war, wurden die 18 Behälter mit 951 Brennelementen im Frühjahr 2005 nach Ahaus in das dortige Zwischenlager gebracht. In dem Antrag hieß es, dass der Atommüll bis zur Abgabe in ein Endlager des Bundes im Zwischenlager Ahaus verbleiben solle. Die Nutzungsrechte für Ahaus gelten bis zum 31. Dezember 2036. Von einem Abtransport in die russische
Wiederaufbereitungsanlage Majak war nie die Rede.


Auch das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) fragte am Dienstag nach. In einer Stellungnahme hieß es, dass der geplante Transport übergeordnete Fragen des Strahlenschutzes sowie der Begründung früherer Genehmigungen aufwerfe. Das BfS hatte im September die Genehmigung für einen Transport auf deutschem Gebiet erteilt. Der Atommüll soll bis zu einem Hafen gebracht werden und von dort aus nach Russland verschifft werden. Für die Ausfuhr ist jedoch das Bundesamt für Ausfuhr und Wirtschaftskontrolle zuständig. Deren Genehmigung liegt augenblicklich noch nicht vor.


Kanzlerin Angela Merkel wurde von russischen Umweltschutzorganisationen aufgefordert, den Atommüll im eigenen Land zu entsorgen. In einem in Moskau öffentlich gemachten Brief an Merkel heißt es, dass die Region Tscheljabinsk bereits zu den am schwersten radioaktiv verseuchten Regionen der Welt gehöre.


Keine genauen Angaben zum Transport



Genaue Angaben zum Transport nach Russland sind nicht bekannt. Das sächsische Wissenschaftsministerium werde keine genauen Daten bekannt geben, schließt aber einen Transport im November aus. Für den Transport nach Russland, der vermutlich noch in diesem Jahr vollzogen werden soll, zahlt der Freistaat 35 Millionen Euro.


Neue Forderungen nach einem Stopp wurden durch einen "Süddeutschen Zeitung"-Bericht über die bereits bekannten Castor-Transporte ausgelöst. Darin heiß es, dass das deutsch-russische Abkommen für den Transport unterschriftsreif sei. Grundlage sei ein Abkommen Russlands mit den USA über die Rückholung von Brennelementen aus Forschungsreaktoren, die einst von der Sowjetunion bestückt worden waren. Damit soll waffenfähiges Uran eingesammelt werden. Mehrere einstige Warschauer-Pakt-Staaten nutzten das.


Nach Angaben der Bundesregierung wurde bisher aus 17 Staaten hochangereichertes Uran in die USA oder nach Russland zurückgeführt. Allein aus den Forschungsreaktoren in Jülich, Geesthacht und Berlin wurden 126 radioaktive Brennelemente in die USA zum Verbleib transportiert. Das Empfängerland muss vorab eine sichere Lagerung vorweisen. Deutsche Behörden wollen dies nach eigenen Angaben „eingehend prüfen“.







Redaktion Stromvergleich.de: Nadine Rom   |  aktuelle Stromnachrichten bei Twitter Stromvergleich auf twitter

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