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Castor-Transport nach 92 Stunden am Ziel

Nachricht vom 10.11.2010
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Der wohl teuerste Atommülltransport aller Zeiten erreichte am Dienstag mit eintägiger Verspätung das Zwischenlager in Gorleben. Der Schwerlaster war am Morgen um 8:34 am Verladebahnhof in Danneberg gestartet. Die 20 Kilometer lange Strecke war in den vergangenen Jahren der schwierigste Teil gewesen, da es hier immer zu den heftigsten Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Atomkraftgegnern gekommen war. Daher sicherten mehrere tausend Einsatzkräfte die Strecke im Wendland. Diesmal ging aber alles ganz schnell und der Konvoi erreichte das Ziel schon nach einer knappen Stunde.



Castor-Transport nach 92 Stunden am Ziel

Castor-Transport nach 92 Stunden am Ziel

Härtester Widerstand aller Zeiten



Am Montag wurde die letzte Sitzblockade aufgelöst – die Demonstranten hatten 44 Stunden lang ausgeharrt und den Weg versperrt. Am Montagabend verzögerten zwei Greenpeace-Aktivisten die Abfahrt des Transporters in Danneberg um mehr als 12 Stunden. Sie hatten sich in einem als Bierlaster getarnten LKW an einem Betonblock fixiert. Die Polizei konnte die beiden nur mit schwerem Gerät losbekommen.

Auch eine Betonpyramide, an die sich Bauern gekettet hatten, musste von der Polizei geräumt werden. Für die Sicherheit des Zuges waren bis Dienstag insgesamt 20.000 Beamte im Einsatz. Einsatzkräfte und Demonstranten waren am Ende des Transports auch mit ihren Kräften am Ende.

Der Transport der Castor-Behälter dauerte mit 92 Stunden deutlich länger als bei den vergangenen elf Transporten seit 1995. Der Protest war so groß wie nie zuvor: Atom-Gegner reisten aus ganz Deutschland an und campierten zum Teil tagelang auf Straßen oder gar auf den Gleisen um den Transport zu blockieren. Bis auf wenige Ausnahmen am Sonntag, verliefen die Proteste allerdings friedlich.

Mit den Protesten machten die Demonstranten vor allem ihrem Unmut über die beschlossene Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke Luft. Weiterhin fürchten die Menschen, dass aus dem Zwischen- ein Endlager werden könnte. Bundesumweltminister Röttgen (CDU) wolle erst nach alternativen Standorten suchen, wenn Gorleben definitiv nicht in Frage käme.

Fraktionschef der Grünen, Jürgen Trittin, hat Zweifel an der Eignung von Gorleben und fordert eine transparente und ergebnisoffene Suche nach einem Endlager. Im Bundestag soll dann am Mittwoch über die Demonstration im Wendland diskutiert werden.

Kritik an der Bundesregierung


 
Wenn der Grundkonsens in der Atompolitik aufgegeben wird, müsse man damit rechnen, dass dies in der Gesellschaft zu Konflikten führt, sagte der Polizeigewerkschaftsvorsitzende Konrad Freiberg der „Mitteldeutschen Zeitung“. Nach Angaben der Kampagne "Castor Schottern" gab es fast 1.000 Verletzte bei Auseinandersetzungen.

Der amtierende Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Nikolaus Schneider, sagte, dass Sitzblockaden eine legitime Protestform seien. Es sei ein gutes Zeichen für unsere Demokratie, sagte er weiter im ARD „Morgenmagazin“. Gewalttätige Auseinandersetzungen lehnte der rheinische Präses aber strikt ab.







Redaktion Stromvergleich.de: Gerhard Solter   |  aktuelle Stromnachrichten bei Twitter Stromvergleich auf twitter

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