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Castor-Transport: 30.000 Demonstranten erwartet

Nachricht vom 5.11.2010
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Hannover – Die EU macht kurz vor dem zwölften Castor-Transport nach Gorleben ebenfalls Druck und fordert ein Endlager für hoch radioaktiven Atommüll. Der Castor-Transport mit elf Behältern soll Freitagmorgen in Nordfrankreich starten. Im niedersächsischen Wendland werden über 30.000 Demonstranten erwartet. Eine neue Rekordzahl in der 30-jährigen Geschichte des dortigen Widerstands.



Castor-Transport: 30.000 Demonstranten erwartet

Castor-Transport: 30.000 Demonstranten erwartet

Die Demonstranten wurden von den verschiedenen Initiativen zu friedlichen Protesten aufgefordert. Die Atomkraftgegner lehnen vor allem Gorleben als Endlager ab und fordern eine Suche nach einem alternativen Endlager. Die Polizei sieht der Sache einigermaßen gelassen entgegen, wird aber keinerlei Gewalt dulden.

Die EU-Kommission legte einen Gesetzentwurf in Brüssel vor, nach dem die Atomstaaten der EU bis 2015 konkrete Pläne zu möglichen Endlagern vorlegen müssten. Die Standortwahl bliebe aber Ländersache.

In Danneberg wollen Zehntausende auf die Straßen gehen um gegen die Atom-Pläne der schwarz-gelben Regierung zu protestieren. Erwartet werden ebenso Politiker aus den Reihen der Grünen und Linken. Weiterhin wollen Atomkraftgegner den Castor-Transport blockieren. Ziel ist jedoch, dass kein Mensch verletzt wird. Eine Anti-Atom-Gruppe betonte: „Die Polizei ist nicht unser Gegner.“

Polizei ist gewappnet



Nach Angaben von Friedrich Niehörster, dem federführenden Polizeipräsidenten, werden keine schweren Ausschreitungen erwartet. Etwa 16.000 Polizisten sollen den Transport sichern. Notfalls würden Wasserwerfer eingesetzt um Atomgegner auf Abstand zu halten. Damit wolle man den Demonstranten „so etwas wie einen Eimer Wasser über den Kopf schütten“, sagte Niehörster. Initiativen wie die Bäuerliche Notgemeinschaft, lehnen den Einsatz solcher Spezialfahrzeuge ab, da es sich ihrer Meinung nach um Waffen handelt. Bei Protesten gegen Stuttgart 21 wurden mit Wasserwerfern etliche Menschen verletzt.

Besondere Beachtung gilt einer Gruppe von Protestanten die Steine aus dem Gleisbett räumen wollen, um die Fahrt des 2500 Tonnen schweren Zuges zu stoppen. Weitere Sorgen bereiten Brandanschläge, wie etwa diese Woche in der Berliner U-Bahn. Diese gehen vermutlich auf Atomkraft-Gegner zurück. Niehörster betont gleichzeitig: "Dies ist der unbeliebteste Einsatz bei den Polizeibeamten. (...) Es ist eine in Anführungszeichen ätzende Aufgabe, die die Polizei zu erfüllen hat. Aber wir werden sie erfüllen."

Bund soll sich stärker an Kosten beteiligen



Niedersachsens Innenminister Schünemann kritisiert, dass das Land mit den Kosten allein gelassen werde und fordert den Bund auf sich stärker an den Kosten zu beteiligen. Dabei rechnet er mit höheren Kosten als noch 2008 (21,5 millionen Euro).
Auf Anweisung des Bundesamtes für Strahlenschutz wurden die 10 deutschen und der eine französische Behälter bereits auf Kontamination an der Außenseite und die Einhaltung der Grenzwerte untersucht. Weitere Messungen sollen beim Umladen in Danneberg und der Ankunft in Gorleben erfolgen, teile das Ministerium in Hannover mit.







Redaktion Stromvergleich.de: Gerhard Solter   |  aktuelle Stromnachrichten bei Twitter Stromvergleich auf twitter

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