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AKW Biblis: Feilschen um die Sicherheit

Nachricht vom 13.10.2010
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Die Laufzeitverlängerung ist beschlossen, doch wie es mit den Sicherheitsauflagen für die Atomkraftwerke weitergehen soll, darüber wird noch immer diskutiert und gefeilscht. Das Atomkraftwerk Biblis A ist seit dem Jahr 1974 in Betrieb und somit das älteste in Deutschland. Biblis B wurde 1976 in Betrieb genommen. In beiden Reaktorblöcken häuften sich die Störfälle und Abschaltungen, daher sind sie als Pannenreaktoren bekannt und die Forderungen nach einer raschen Abschaltung werden immer lauter.



AKW Biblis: Feilschen um die Sicherheit

AKW Biblis: Feilschen um die Sicherheit

Sicherheit soll nicht hinten anstehen



Die ehemalige Bundesregierung hatte im Rahmen des Atomausstieges beschlossen, dass Biblis A im Jahr 2009 und Biblis B im Jahr 2010 endgültig abgeschaltet werden sollten. Doch durch längere vorläufige Abschaltungen und Übertragungen von Reststrommengen konnten die beiden Reaktoren noch bis zur Laufzeitverlängerung weiterlaufen. Durch die von der Bundesregierung beschlossene Verlängerung der Laufzeiten dürfen die beiden Atomkraftwerke noch bis zum Jahr 2020 betrieben werden.

Nun muss geklärt werden welche Nachrüstungen bezüglich der Sicherheitstechnik erforderlich sind und in welchem zeitlichen Rahmen diese umgesetzt werden sollen.

Lucia Puttrich (Umweltministerin Hessens) deren Ministerium die Atomaufsicht untersteht, vertritt die Meinung, „Biblis ist sicher“. Sie wolle sich kurzfristig für besseren Arbeitsschutz und die Umstellung auf Automatikbetrieb einsetzen. Mittelfristig soll es ein zusätzliches Boriersystem geben, um die ausreichende Beimischung von Bor im Kühlwasser zu gewährleisten. Ab Mitte des kommenden Jahres werde das Atomkraftwerk für eine fällige Revision abgeschaltet und im Rahmen dessen würden letzten Weimar-Auflagen erfüllt. Diese Auflagen hatte der damalige Umweltminister Karlheinz Weimar im Jahr 1991 verhängt.

Der Betreiber des Atomkraftwerkes Biblis, der Energiekonzern RWE, erklärte, man habe in den letzen Jahren gut 1,4 Milliarden Euro in die Aufrüstung der Sicherheitstechnik investiert.


Opposition übt Kritik



Sowohl die Opposition im hessischen Landtag als auch Atomkraftgegner sehen den weiteren Betrieb des Atomkraftwerkes kritisch und fürchten, dass es bezüglich der sicherheitstechnischen Nachrüstungen nur auf eine Billiglösung hinauslaufen wird. So fordert die Opposition eine externe Notstandswarte, die eine Steuerung und eine entsprechende Kühlmittelversorgung der Reaktoren sicherstellt. Auch die bauliche Absicherung gegen Flugzeugabstürze ist nicht gegen und wird wohl auch nicht in die Sicherheitsauflagen aufgenommen.

Wolfgang Renneberg (ehem. Leiter der Atomaufsicht) bemängelte, dass grundlegende Umbauten nicht oberste Priorität hätten sondern nur mittel- bis langfristig umgesetzt würden. Beispielsweise die Sicherheit von Leitungen sei bei entstandenem Leck nicht sichergestellt. „Alles, was etwas bringt, wird unter Vorbehalt gestellt oder zeitlich nach hinten geschoben“, kritisierte er.







Redaktion Stromvergleich.de: Gerhard Solter   |  aktuelle Stromnachrichten bei Twitter Stromvergleich auf twitter

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