Energiesparlampentest im Einzelhandel

28.9.2010 | Redaktion: Nadine Rom
Berlin – Die Bereitschaft zur Rücknahme von Energiesparlampen im Einzelhandel wurde von er Deutschen Umwelthilfe getestet: nur 9 Prozent erhielten eine „Grüne Karte“ für ihre verbraucherfreundliche Rücknahme von Energiesparlampen. Ganze 63 Prozent verweigerten die Rücknahme und ordnungsgemäße Entsorgung von quecksilberhaltigen Altlampen- Dafür erhielten sie die „Rote Karte“ für Umweltignoranz. Deshalb fordert die DUH eine Verpflichtung zur Rücknahme von Elektrokleingeräten sowie Energiesparlampen im Einzelhandel. Des Weiteren kündigte sie zur Umsetzung des Glühlampenverbots Testbesuche an.
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Deutschland zählt zu den Schlusslichtern in Europa: nur jede zehnte quecksilberhaltige Energiesparlampe aus Privathaushalten findet augenblicklich ihren Weg ins Recycling. Die wenigen kommunalen Sammelstellen sind ein Grund dafür. Umso wichtiger wäre es die ausgedienten Energiesparlampen in den Geschäften abgeben zu können, in denen diese auch verkauft werden. Im September 2010 hat die Deutsche Umwelthilfe e.V. (DUH) die Rücknahmebereitschaft in Drogeriemärkten, Discountern und Bau- und Elektromärkten getestet. Untersucht wurden dabei 88 Filialen großer Handelsketten.

Beschämende Ergebnisse



Die „Grüne Karte“ erhielten nur 9 Prozent der Geschäfte – durchgängig korrekt verhielten sich Hellweg und Bauhaus. Hier wurden deutlich gekennzeichnete Sammelboxen für Energiesparlampen aufgestellt. Zudem werden die Kunden auf die Rücknahmepflicht hingewiesen.

Immerhin gut ein Viertel der Elektro-, Bau- und Supermärkte erklärte sich auf direkte Nachfrage dazu bereit die defekten Energiesparlampen zurück zu nehmen. Allerdings wurden keine sichtbaren Sammelbehältnisse bereit gestellt. Daher erhielten diese Filialen die „Gelbe Karte“.

Jedoch verweigerten zwei von drei Geschäften ganz die Rücknahme. Zu diesen Firmen gehören die Drogeriemärkte Rossmann, Drospa und dm, sowie die Discounter LIDL und ALDI. In keiner der getesteten Filialen war eine Rücknahme der Energiesparlampen möglich. Dafür erhielten sie die „Rote Karte“.

Umweltminister Röttgen ist gefordert



„Die Ergebnisse der Testbesuche sind eine schallende Ohrfeige für den Bundesumweltminister. […] Das ist eine Bankrotterklärung der unverbindlichen Vereinbarungen zwischen dem Bundesumweltministerium und dem Handel“, kritisiert Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der DUH. Er fordert daher Bundesumweltminister Röttgen auf eine gesetzlich geregelte Rücknahme einzuführen. So sollen Händler, die Energiesparlampen dauerhaft oder als Aktionsware verkaufen, dazu verpflichtet werden alte Energiesparlampen zurück zu nehmen. Auch im Europäischen Parlament ist man der Meinung, dass jeder Verkäufer von Elektrokleingeräten und Energiesparlampen gut sichtbare Sammelboxen aufstellen sollte, damit die Verbraucher ihre Altgeräte kostenfrei entsorgen können. Nun ist es an Umweltminister Röttgen die Initiative in Deutschland zu ergreifen.

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