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Ist das Atomgutachten Auslegungssache?

Nachricht vom 1.9.2010
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Im in der vergangenen Woche veröffentlichten Atomgutachten wurden die Auswirkungen der Laufzeitverlängerung der 17 deutschen Atomkraftwerke anhand von verschiedenen Szenarien ermittelt. Neben einem Basis-Szenario wurden Szenarien mit Verlängerung der Laufzeiten um vier, zwölf, 20 und 28 Jahre berechnet. In den kommenden Wochen wird dieses Gutachten für viele Diskussionen in der Bundesregierung sorgen und als Entscheidungshilfe für das neue Energiekonzept dienen.

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Ist das Atomgutachten Auslegungssache?

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Mitbestimmung des Bundesrates



Bei den Verlängerungen der Laufzeit für die Atomkraftwerke will auch der Bundesrat mitbestimmen. Doch im Bundestag herrscht bislang Uneinigkeit, ob dies auch notwendig sei. Derzeit soll eine Entscheidung ohne Bundesrat möglich sein, sofern die Laufzeitverlängerung „moderat“ ausfiele. Bereits jetzt kündigen einige Bundesländer Widerstand an und erwägen eine Klage vor dem Bundesverfassungsgericht, sofern der Bundesrat außen vor gelassen würde.

Entwicklung der Strompreise



Die Atomwirtschaft betont immer wieder, dass Atomstrom den durchschnittlichen Strompreis günstig halten würde, doch nach Ansicht von Norbert Röttgen (Bundesumweltminister) habe die Anzahl der Jahre bzgl. der Laufzeitverlängerung keine großen Auswirkungen auf Klimaschutz, Versorgungssicherheit und Strompreise. Laut Gutachten ergäbe sich laut Röttgen für das Jahr 2050 zwischen den tiefstmöglichen und höchstmöglichen Strompreis eine Differenz von lediglich von 1,8 Cent je Kilowattstunde.

Rainer Brüderle (Bundesfinanzminister) ist in dieser Hinsicht völlig anderer Auffassung. Er spricht sich, wie bereits zuvor auch, für eine deutlich längere Laufzeit der Atomkraftwerke aus und glaubt an Milliarden-Einsparung bei den Strompreisen. Weiterhin prognostiziert er „deutlich stärker ausgeprägte Vorteile“ für den Wirtschaftsstandort Deutschland.

Reduzierung der Treibhausgase



Dem Gutachten nach würden alle berechneten Szenarien die Klimaschutzziele in Deutschlands bezüglich des Treibhausgas-Ausstoßes erfüllen bzw. leicht übererfüllen. Bis zum Jahr 2020 könnten 40 Prozent und bis zum Jahr 2050 um 85 Prozent CO2 eingespart werden.

Wird die Laufzeit um vier Jahre verlängert, könnten bis 2050 könnte der CO2-Ausstoß um 24 Prozent reduziert werden. Verlängert sich die Laufzeit um 28 Jahre verringert sich der CO2-Ausstoß um 30 Prozent.

Kosten für Nachrüstung



Auch wenn die Gefahr eines Terroranschlages auf Atomkraftwerke in Deutschland laut Experten recht gering ist, müssen die betriebenen Atomkraftwerke durch spezielle Maßnahmen vor solchen Anschlägen geschützt werden. Dies kann durch Verneblungsanlagen oder zusätzliche Hüllen erfolgen. Je länger die Atomkraftwerke am Netz bleiben, desto höher werden die Nachrüstkosten. Dem Gutachten zufolge würden bei einer Verlängerung um vier Jahre rund 6 Milliarden Euro, bei zwölf Jahren etwa 20 Milliarden, bei 20 Jahren gut 36 Milliarden Euro und bei 28 Jahren etwa 50 Milliarden Euro an zusätzlichen Kosten anfallen.







Redaktion Stromvergleich.de: Gerhard Solter   |  aktuelle Stromnachrichten bei Twitter Stromvergleich auf twitter

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