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Rosatom und Siemens wollen mehr Einfluss

Nachricht vom 9.3.2009
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Die Siemens AG will gemeinsam mit dem russischen Rosatom-Konzern für Atomtechnik ein Drittel des Atom-Weltmarktes übernehmen. Der Anteil des russischen Unternehmens liegt Vorstand Sergej Kirijenko zufolge derzeit bei 20 bis 25 Prozent.



Das teilte er kürzlich gegenüber dem Pariser Wirtschaftsblatt „Les Echos“ mit. Der Konzern ist bereits eine Atompartnerschaft mit dem Elektronikhersteller Toshiba eingegangen, sei aber auch einer Zusammenarbeit mit Siemens nicht abgeneigt. Toshiba ist u.a. Inhaber des amerikanischen Atomreaktorbauers Westinghouse. Rosatom will laut Kirijenko mindestens 30 Jahre mit Siemens arbeiten, davon verspricht sich der russische Konzern-Chef die Führung des Weltmarktes. Die Kooperation soll den Bau von Kernkraftwerken, die Ausrüstung und Bereitstellung von Reaktoren, die Beschaffung von Brennstoffen sowie andere Dienstleistungen der Atomenergie beinhalten.
 
Man wolle als Gemeinschaft die ganze Welt mit Kernenergie beliefern, um Russland will sich Rosatom weiter allein kümmern. Anvisierte Länder und Kontinente sind Asien, Nordafrika und die Länder Mittel-und Osteuropas, aber auch der Mittlere Osten. Das erste konkrete russisch-deutsche Projekt soll ein Atomkraftwerk bei Kaliningrad, dem früheren Gebiet Ostpreußens, werden. Rosatom, Siemens und Toshiba wollen u.a. beim Turbinenbau, der Systemsteuerung und Dienstleistungsangeboten kooperieren.
 
Der russische Konzern wird 50 Prozent und eine zusätzliche Aktie an der Gemeinschaftsfirma mit Siemens erhalten, die dann „unabhängig Überschüsse erwirtschaften soll“. Die Konflikte zwischen Siemens und seinem ehemaligen Partner, dem französischen Kernstromanbieter Areva, ließ Kirijenko unkommentiert. Der deutsche Konzern hatte ein Milliarden-Kapital für Areva bereitgestellt, da er mit 34 Prozent an der Tochtergesellschaft Areva NP beteiligt ist. Dennoch hatte Frankreich gegen den Wunsch seines staatlichen Atomenergieanbieters versucht, dieses Bündnis zu zerstören um einen nationalen Weltmarktführer aufzubauen.
 
Areva hatte mit Siemens den Europäischen Druckwasserreaktor EPR entwickelt um ein Drittel des Weltmarktes beliefern zu können. Dieselben Pläne hat Rosatom mit seinem Druckwasserreaktor WWER. Nachdem Siemens bei Areva NP ausgestiegen ist, darf der Konzern bis 2020 nicht als Konkurrent arbeiten, wie die Franzosen in einem entsprechenden Vertrag festgelegt haben. Sollte sich Siemens nicht daran halten, kann Areva die deutsche Beteiligung an der Tochter Areva NP von schätzungsweise zwei Milliarden Euro mit 40 Prozent Preisabschlag aufkaufen. Derzeit verhandeln Siemens und Areva über die Bedingungen des deutschen Ausstiegs.







Redaktion Stromvergleich.de: Patricia vom Merk   |  aktuelle Stromnachrichten bei Twitter Stromvergleich auf twitter

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