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Vorreiter für die Selbstversorgung mit Energie

Nachricht vom 13.8.2010
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In dem Ort Bollewick/Feldheim, welcher 120 Kilometer von Berlin entfernt liegt, wird Geschichte geschrieben. Denn dieses Dorf wird in einem Jahr alle Bürger und auch Bürger außerhalb mit Bioenergie versorgen können. So berichtet der Bürgermeister Berthold Meyer. Auch die Agrarministerin Ilse Aigner von der CDU war kürzlich in dem verschlafenen Nest, um zu begutachten, wo die Vision einer 100 prozentigen Ökoenergieversorgung bis zum Jahr 2011 verwirklicht werden wird.



Die Vision nimmt Formen an



Die 250.000 Kilowattstunden Strom, welchen die 660 Einwohner bislang verbrauchten, wurde bisher auf Kohle- und Atomenergie gewonnen, was das Dorf über 200.000 Euro jährlich kostete. Doch die Kommunen wollen zunehmend unabhängig von den Großversorgern sein und so wird aus dem idyllischen Dorf eines der ersten, welches sich selbst mit „sauberer“ Energie versorgen kann. Der Grundstein für dieses Projekt legte der holländische Landwirt van der Harn und Aigner gelegt. Der Landwirt investiert zwei Millionen Euro in diese Biogasanlage und auch zwei große Solaranlagen und ein Nahwärmenetz ist die Folge dieser Umstellung. Auf Windenergie wird in diesem Ort allerdingsverzichtet, da der Wind nicht ausreicht um genügend Energie zu produzieren.

Feldheim zieht nach



In der inzwischen zweiten entstehenden Biogasanlage in Bollewick vergären später Biomasse wie Holzreste oder Gülle, was wiederum Gas erzeugt. Dieses Gas wird dann in einem Blockheizkraftwerk in Strom umgewandelt und die entstandene Abwärme zum Heizen genutzt. In Planung ist auch eine dritte Anlage, die durch dieses Verfahren Energie gewinnen soll. Und auch im brandenburgischen Feldheim, 70 Kilometer südwestlich von Berlin, wird verstärkt auf Biogas und Windkraft gesetzt. Hier ist jedoch vor allem Wind der Energieträger der Zukunft. Für 1,7 Millionen Euro wird hier ein Windpark aufgebaut, welcher das Dorf mit 145 Einwohnern künftig mit Strom versorgen soll. Der Strompreis wird unter dieser Umstellung nicht leiden – im Gegenteil sogar. Die Einwohner werden mit der Nutzung von der erzeugten Windenergie ganze 10 Cent weniger für ihren Strom bezahlen. Und da sich der Anbau von Zuckerrüben und Kartoffeln in Feldheim auch nicht mehr lohnt, wird auf den Feldern künftig Mais angebaut, wessen Maissilage dann zum Verbrennen in der Biogasanlage genutzt wird. Und die übriggebliebenen Gärreste sind ausgezeichneter Dünger, ein ausgeklügelter Kreislauf.







Redaktion Stromvergleich.de: Gerhard Solter   |  aktuelle Stromnachrichten bei Twitter Stromvergleich auf twitter

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