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kostenlose Stromwechsel HotlineAtomwirtschaft: Noch längere Laufzeiten
Nachricht vom 29.7.2010Innerhalb der Bundesregierung ist noch keine Einigung über die konkrete Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke in Sicht. Der Bundesumweltminister Norbert Röttgen stimmt für eine Verlängerung von acht Jahren während sich Wirtschaftsminister Rainer Brüderle für mindestens 15 Jahre ausspricht. Nun kommt noch die Lobby der Atombranche ins Spiel, die auch ihre Forderungen vortragen wird. Das Atomforum, dessen Präsident Ralf Güldner (Manager E.ON) ist, fordert „15 Jahre plus X“.
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Atomwirtschaft: Noch längere Laufzeiten
Atomforum hat klare Vorstellungen
Laut dem im Jahr 2000 vereinbarten Atomausstieg soll das letzte Atomkraftwerk im Jahr 2025 abgeschaltet werden. Gibt die Bundesregierung den Forderungen der Atomlobby nach, wäre der Atomausstieg frühestens 2040 möglich. Obwohl im Jahr 2009 nur 23 Prozent des Gesamtstrombedarfs durch Atomenergie gedeckt wurden, hält das Atomforum die Atomenergie für unentbehrlich. Güldner kritisierte, dass es unsinnig sei wirtschaftlich arbeitende Kraftwerke abzuschalten, denn die meisten Atomkraftwerke stehen kurz vor der Abschreibung und werfen einen hohen Gewinn ab.
Güldner beklagte sich über die finanzielle Belastung durch die Brennelemente-Steuer und sagte hinsichtlich der geplanten zusätzlichen Abgabe, „Wenn dann noch weitere Abgaben dazukommen und betriebswirtschaftlich aufwendige Nachrüstungen für eine nur kurze Laufzeitverlängerung gefordert werden, dann muss mit sehr spitzem Bleistift gerechnet werden, ob sich das noch lohnt“. Nach Angaben Güldners würde die Brennelemente-Steuer die Betreiber der Atomkraftwerke, E.ON, EnBW, Vattenfall Europe und RWE, nicht mit 2,3 Milliarden Euro sondern sogar mit 2,8 Milliarden Euro netto pro Jahr belasten.
Schnelle Entscheidung gefordert
Da die Reaktoren Biblis B und Neckarwestheim I in nächster Zeit abgeschaltet werden müssten, forderte Güldner eine schnelle Entscheidung zur Laufzeitverlängerung und Brennelemente-Steuer. Inwieweit die Energiekonzerne die Entscheidungen dann akzeptieren ist noch unklar, denn bereits im Vorfeld hatten sie mit Klagen gedroht. Sie befürchten einen Verstoß gegen EU-Recht und hoffen auf längere Laufzeiten ohne dass ihre zusätzlichen Gewinne abgeschöpft werden.
Inzwischen wurden Vorwürfe der Umweltorganisation WWF laut, dass Betreiber der deutschen Atomkraftwerke bei älteren Reaktoren die Leistung drosseln, um die 2000 festgelegte Reststrommenge aufzusparen und sie solange am Netz zu halten bis die Entscheidung zur Laufzeitverlängerung getroffen sei. Auch Tobias Münchmeyer (Energieexperte Greenpeace) erhebt Einwände und stellt klar, „Es darf keine Deal-Politik geben.“ Denn sowohl Bundesregierung als auch die Energiekonzerne fordern Kompromisse und wollen „Tauschgeschäfte“.
Ob die Entscheidung letztlich zugunsten der Atomlobby fällt oder die Bundesregierung ein Machtwort spricht, bleibt abzuwarten. Doch eine deutliche Senkung der Strompreise dürfen Verbraucher auch bei deutlich längeren Laufzeiten der Atomkraftwerke nicht erwarten.
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Redaktion Stromvergleich.de: Gerhard Solter
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