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Strombörse: Ein spannendes Konzept für den Stromhandel

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Wie bei Lebensmitteln und Textilien gibt es auch in Sachen Strom einen organisierten Markt: Die Strombörse. Hier wird Strom als Produkt gehandelt und immer die Waage zwischen Angebot und Nachfrage gehalten. Da die Stromprodukte außerdem standardisiert werden, also keine Unterschiede des Stroms, etwa beim Produktionsverfahren, festgestellt werden können, ermöglicht sich ein fließender und geregelter Handel.

Verschiedene Handelsverfahren dienen dazu, dass die technischen Gegebenheiten von Strom und Strommarkt beachtet werden und entsprechend reagiert werden kann. Die Strombörsen in Amsterdam, Frankfurt am Main und Leipzig fusionierten im Jahr 2002 zu der EEX Strombörse mit Sitz in Leipzig. Seither ist diese als Leipziger Strombörse bekannt.

Produkte der Strombörse



An der Strombörse wird alles gehandelt, was im Entferntesten mit Strom zu tun hat. Die Aktionn drehen sich deshalb in erster Linie um Strom. Darunter findet sich Atomstrom ebenso wie Ökostrom oder Strom aus fossilen Energieträgern. Um die CO2-Emissionen zu reduzieren findet sich nun auch Gas und Kohle im Handel mit Emissionszertifikaten. An der Strombörse werden zwei Märkte unterschieden: Der Terminmarkt (Futures) und der Spotmarkt. Während bei letztgenanntem schnelle und günstige Verträge abgeschlossen werden, mit denen Engpässe und Überkapazitäten ausgeglichen werden können, handelt man bei den Futures mit langfristigen Grundverträgen, die bis zu 6 Jahre Gültigkeit haben. Erzeuger und Lieferanten sind hier an den Vertrag gebunden. Was für einige wie ein Nachteil klingt, schafft dennoch Planungssicherheit.

Ab 2011 gesellte sich ein neuer bedeutender Strommarkt zu den bereits Bekannten hinzu: Der Handel mit erneuerbaren Energien. Auch alternative Anbieter haben seit der Liberalisierung des Strommarktes die Chance, selbst produzierte und umweltfreundliche Energie ins Stromnetz einzuspeisen und damit auf der Strombörse zu handeln.

Schattenseiten der Strombörse



So gut das Konzept der Strombörse auch klingen mag, ein Präzedenzfall aus den USA hat auch schon Nachteile des Börsenhandels aufgezeigt: Mit manipulativen Spekulationen und der Eingabe falscher Kauf- und Verkaufsdaten gelang es dem amerikanischen Energieunternehmen „Enron“, künstlich Strom-Engpässe zu erzeugen. Die Nachfrage erschien somit erhöht und es kam plötzlich zu Preissteigerungen. Das Unternehmen konnte diese ausnutzen. In Kalifornien kam es deshalb zu Stromausfällen. Derartige Manipulationen sind besonders bei unbeaufsichtigten, intransparenten Terminkontakten im Bereich des Möglichen, was eine Regulierung notwendig werden lässt.

An der Leipziger Strombörse handeln heute ungefähr 250 Teilnehmer mit höchstem Vertrauen. Zu ihnen zählen E.ON, EnBW, Vattenfall und RWE, aber auch ausländische Energieversorger und industrielle Großkunden. Dabei wird der Preis vom teuersten Kraftwerk bestimmt. Dazu erklärte Oliver Maibaum, Börsengeschäftsführer der EEX einmal: „Die Börse funktioniert als Fieberthermometer, politische Entscheidungen werden sofort transparent.“







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