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Ökostromanbieter - So funktioniert die Energiewende

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Erneuerbare Energien erobern Deutschland. Denn der Reaktorunfall am 11.März 2011 hat die Deutschen zum Umdenken bewegt. Alsbald wurden die erst ein halbes Jahr zuvor erlassene Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke zurückgenommen, und die Kundenzahl der Ökostromanbieter stieg drastisch an.

Verschiedenen Studien zufolge entschieden sich 80 Prozent der Wechsel-Willigen in den Monaten nach dem Reaktorunfall von Fukushima für einen Ökostromanbieter, während die Quote vor dem Unfall nur bei 40 Prozent lag. Zum Jahresende war dieses Niveau wieder erreicht, der Ökostromboom fand augenscheinlich ein Ende. Doch eben nur augenscheinlich. Denn die Bundesregierung hat mittels eines Gesetzes dafür gesorgt, dass sich jeder Stromverbraucher an der Energiewende beteiligt.


Die EEG-Umlage zur Förderung des Ökostroms



Das Erneuerbare-Energien-Gesetz, kurz EEG, ist die größte deutsche Konsequenz aus dem Unfall vom 11.3.2011. Es soll die Stromproduktion aus erneuerbaren Energien fördern. Zu ihnen gehören Wind- und Wasserkraft, Sonnenenergie und Biomasse, aber auch Geothermie, Deponiegas, Klärgas und Grubengas. Um diese zu fördern wurden die Strompreise erhöht. Im Jahr 2011 um 3,53 Cent pro Kilowattstunde. Das so eingeholte Geld kommt Betreibern von Erzeugungsanlagen und Kraftwerken zugute, die Strom mit erneuerbaren Energien erzeugen und in das Stromnetz einspeisen. Hierfür wurde ein fester Vergütungssatz veranschlagt, mit dem die Wirtschaftlichkeit der Ökostromanlagen gewährleistet wird.

Die Vertreiber von Ökostrom



Schon bevor das Umdenken in Deutschland erfolgte, gab es Ökostromanbieter, die ausschließlich Strom aus erneuerbaren Energiequellen vertrieben. Die größten sind nach wie vor die Lichtblick AG aus Hamburg mit ca. 619.000 Kunden, die Clean Energy Sourcing GmbH für Industrie- und Gewerbekunden, die Naturstrom AG mit mehr als 200.000 Kunden, Naturstrom Rheinland-Pfalz GmbH, die Elektrizitätswerke Schönau (EWS) mit ca. 117.000 Ökostromkunden und Greenpeace Energy mit 110.000 Kunden. Hinzu kommen die unabhängige MANN Natur GmbH und die Strommixer GmbH mit ca. 8000 Ökostromkunden.

Mit der Energiewende brachten jedoch immer mehr Stromversorger den Ökostrom in ihre Produktpalette, da die erneuerbaren Energien die Energiequelle der Zukunft gelten. So können sich inzwischen fast alle Stromanbieter als Ökostromanbieter bezeichnen – auch wenn sie auch herkömmlichen Strom vertreiben. In einer Grauzone befinden sich zudem solche Stromanbieter, die sich mit Ökostromtarifen rüsten, doch herkömmlichen Strom liefern.

Sie verkaufen den Strom trotzdem für einen höheren Preis und investieren die Mehreinnahmen in den Bau von Anlagen zur Erzeugung regenerativer Energie. Mittels eines Zertifikates können sie den Strom dennoch als Ökostrom bezeichnen. Wer allerdings sichergehen will, dass der bezogene Strom aus Windkraftanlagen, Wasserkraftanlagen, Photovoltaikanlagen oder Kraft-Wärme-Kopplung stammt, sollte auf die Zertifikate achten und sich über diese belesen.







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