Was ist Turbinenbohren?
Die Turbinenbohrtechnik dient vor allem dem Richtbohren. Es ist die älteste Variante der richtungsbeeinflussenden Tiefenbohrung für die Förderung von Erdöl. Dabei wird die Bohrung durch eine Turbine angetrieben, die direkt an der Bohrkrone sitzt. Die Turbine fungiert als Hydraulikmotor, der gegenüber dem Bohrgestänge um etwa 3 Grad gekippt wird. Im normalen Betrieb wird der Bohrkopf sowohl über den Bohrstrang als auch über die Spüllösung, also die Turbine, angetrieben. So ergibt sich im Durchschnitt eine senkrechte Bohrung. Durch veränderte Gesteinsschichten, Hohlräume oder andere Besonderheiten kann es notwendig werden die Bohrrichtung zu verändern. Dazu wird der Bohrstrang angehalten, so dass die Bohrung lediglich über die Turbine betrieben wird. Da der Hydraulikmotor aber um etwa 3 Grad geneigt ist, erfolgt die Turbinenbohrung ebenfalls in einer Abweichung von 3 Grad.
Turbinenbohren- Die Technik zum Richtbohren
So können problematische Situationen, die zu einem gesteigerten Materialverschleiß oder Verlängerungen der Bohrzeit führen, verhindert werden. Besonders erfolgreich werden Richtbohrungen im Bereich von Off-Shore-Lagerstätten angewandt. Diese Lagerstätten befinden sich auf dem Meer. Hier gehen die Bohrungen von Bohrinseln aus. Das Richtbohren dient der Steigerung der Effektivität.
Das Turbinenbohren stammt ursprünglich aus der Sowjetunion. Dort wurden bereits 1950 die ersten Turbinenbohrungen durchgeführt. Diese Technik weitete sich ab 1955 in die westlichen Staaten aus.