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Gas-Streit zwischen Moskau und Kiew hat immer mehr Folgen

Nachricht vom 16.1.2009Anzeige
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Russland liefert derzeit kein Gas mehr über die Ukraine an Westeuropa, alle vier Transitleitungen durch das Land in die EU-Länder sind nun definitiv geschlossen, wie Alexej Medwedew, Vize-Chef von Gazprom nun bestätigt hat. Westeuropa erhält über andere Leitungen Gas. Der Ukraine wird vorgeworfen, das Exportgas für eigene Belange abzuzweigen. Daher solle es auch nicht mehr über das russische Nachbarland nach Westeuropa gepumpt werden, wie Gazprom-Chef Alexej Miller erklärte.

Aufgrund der Konflikte könnte es zu kurzfristigen Lieferengpässen bei der Weiterleitung nach Westeuropa kommen, äußerte ein Sprecher des ukrainischen Staatsunternehmens Naftogas gegenüber der Agentur Interfax in Kiew. Derzeit wird Gas durch alternative Pipelines in Weißrussland und die Türkei nach Westeuropa gepumpt. In Deutschland bestehen noch keine Engpässe in der Gasversorgung, andere Länder wie Polen, Rumänien und Bulgarien erhielten allerdings am Neujahrstag bis zu 30% weniger Gas aus Russland, und auch die Türkei ist inzwischen betroffen. Deutschland kann derzeit noch über 46 Erdgasspeicher mit Energie versorgt werden und besitzt damit die höchste Speicherkapazität in ganz Europa. Zudem bezieht Deutschland nur 35% des benötigen Gases aus Russland und nur einen Bruchteil davon aus der Ukraine. Der Großteil der Energie kommt aus Norwegen, Großbritannien und den Niederlanden, die ihre Zufuhr bei Bedarf auch erhöhen können. Aufgrund der Ölpreisanbindung werden die Gaspreise nicht akut erhöhen, was ohne diese Kopplung zweifelsohne passiert wäre, wie Peter Reese, Leiter der Energiewirtschaft von Verivox erklärte.

Die geplante Ostsee-Pipeline wird aufgrund des Gasstreits nun noch wichtiger für Russland, da sie eine Alternative für den Gastransport für Westeuropa darstellt. Gazprom wird durch den Lieferstopp für die Ukraine erhebliche finanzielle Einbußen hinnehmen müssen und daher, laut Verivox, auf eine schnelle Einigung mit der Ukraine drängen. Darüber hinaus will Russland das Vertrauen ausländischer Gasanbieter nicht verlieren, weil diese sich bei einem langanhaltenden Konflikt und Lieferengpässen nach anderen Versorgern umsehen könnten.







Redaktion Stromvergleich.de: Patricia vom Merk

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