EnBW übernimmt Anteile bei VNG

20.5.2009 | Redaktion: Nadine Rom
Die EnBW, Energieversorger aus Karlsruhe, hat bekannt gegeben, für rund 1,2 Milliarden Euro 47,89% Anteile der Verbundnetz Gas AG vom norddeutschen Gasversorger EWE zu kaufen. Damit handelt es sich um eine der größten Übernahmen der deutschen Gasbranche seit etlichen Jahren. Die EnBW steigt somit als Großaktionär auf und vergrößert ihre bisher eher schwache Aufstellung in der Gasbranche.
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Die VNG (Verbundnetz Gas AG) sind ein knapp 600 Mann starkes Energieunternehmen mit Sitz in Leipzig, deren Hauptlieferanten Russland und Norwegen sind. Weitergeleitet wird das Gas dann an die regionalen Stadtwerke, Industriebetriebe und Weiterverteiler. Die EnBW, deren Vorhaben zur Vergrößerung des Geschäftsfeldes schon seit langem bekannt war, beteiligt sich nun mit Mehrheit an dem Leipziger Unternehmen. Weitere Anteile an dem Unternehmen sind im Besitz einzelner ostdeutscher Kommunen, deren Anteile in der VuB zusammengefasst werden. Die EnBW möchte nun in die Gasspeicher und auf lange Sicht gesehen auch in Flüssiggas-Terminals investieren.
 
Eigentlich war es Plan der Oldenburger Energieversorger EWE, seine vorhandenen knapp  48% Anteil an der VNG mit dem Kauf der Anteile der Stadtwerke Jena-Pößneck von 1,04% auf die Mehrheit der Anteile an der VNG zu erweitern. Dies wurde jedoch im Herbst 2008 aufgrund der möglichen unzureichenden Beachtung der Sperrminorität für die ostdeutschen Kommunen verhindert. Die Stadtwerke Jena- Pößneck und Halle kündigten der Verwaltungsgesellschaft VuB, dem ebenfalls die anderen ostdeutschen Kommunen angehören. Diese fürchteten um ihre Sperrminorität bei der VNG. Doch die Anteile der Jenaer von 1,04% wurden an die VuB verkauft und so sicherte sich dieses die Sperrminorität.
 
Nun gehören auch noch die knapp mehrheitlichen Anteile der EnBW. Die EWE zog sich daraufhin nun von der VNG zurück.
Allerdings wird geplant, dass die EnBW mit rund 26% in die EWE einsteigt, um an der Beschaffung erneuerbarer Energien sowie der Speicherung von Gas gemeinsam arbeiten zu wollen. Dies muss allerdings noch vom Bundeskartellamt bestätigt werden. Momentan befürchtet dieses, dass vor allem in Ostdeutschland mit der hohen Vertretung der EWE und EnBW wettbewerbsrechtliche Vorteile für die beiden Unternehmen entstehen könnten.  Der Beschluss darüber wird im Juni 2009 folgen.

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